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Simonetta Sommaruga, Energie- und Umweltministerin
Aus HeuteMorgen vom 14.09.2021.
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Ausbau erneuerbarer Energien Sommaruga: «Wir müssen nun auf die eigene Stromversorgung setzen»

Das Parlament macht vorwärts bei der Förderung erneuerbarer Energien. Der Ständerat hat nach dem Nationalrat Investitionsbeiträge für Strom aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie beschlossen. Für grössere Anlagen soll die Höhe dieser Beiträge mit einer Auktion bestimmt werden können. Damit nimmt der Ständerat einen Teil des Energiegesetzes vorweg, das der Bundesrat im Juni präsentiert hat.

Simonetta Sommaruga

Simonetta Sommaruga

Bundesrätin

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Die SP-Politikerin Simonetta Sommaruga wurde im November 2010 in den Bundesrat gewählt. Seit Januar 2019 ist sie Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

SRF News: Frau Bundesrätin, auch der Ständerat stimmt für eine zunehmende Förderung der erneuerbaren Energien. Wie sehen Sie das?

Simonetta Sommaruga: Der Bundesrat will, dass wir die erneuerbaren Energien ausbauen – und zwar rasch und massiv. Das ist ein wichtiger Beitrag für die Versorgungssicherheit. Dass das Parlament nun einen Teil meiner Revision des Energiegesetzes vorweggenommen hat, ist für mich unüblich, aber natürlich sehr erfreulich.

Gleichzeitig möchten Sie die Versorgungssicherheit auch mit Gaskraftwerken garantieren. Weshalb ist das nötig?

Wir müssen schauen, dass wir in unserem Land vermehrt erneuerbare Energien produzieren. Gleichzeitig kann es für die Versorgungssicherheit aber ein Thema sein, dass man kurzfristig mit Gaskraftwerken Notsituationen behebt. Und deshalb soll die Elcom nun ein Konzept ausarbeiten. Wir müssen wissen, wie man so etwas umsetzt, wie teuer es kommt und was es in Bezug auf weiteren CO2-Ausstoss bedeutet, denn eigentlich wollen wir ja dekarbonisieren. Wenn diese Fragen beantwortet sind, haben wir die Fakten auf dem Tisch und können weiterschauen.

Verschiedentlich wurde in der Debatte gesagt, dass die Energie-Szenarien zu optimistisch waren beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Wie stehen Sie dazu?

Man hat wahrscheinlich in den letzten zehn Jahren stark auf Importe gehofft oder gebaut. Ich denke, es hat sich nun gezeigt, dass die Versorgungssicherheit doch auch mehr mit Strom aus einheimischen erneuerbaren Energien verbessert werden muss.

Selbstverständlich werden wir weiterhin Importe brauchen, aber wir können uns nicht mehr nur auf diese verlassen.
Autor: Simonetta Sommaruga Bundesrätin

Das bedeutet, dass wir jetzt nicht einfach mit Förderbeiträgen aufhören können. Diese Meinung wird im Nationalrat und nun auch im Ständerat breit geteilt. Selbstverständlich werden wir weiterhin Importe brauchen, aber wir können uns nicht mehr nur auf diese verlassen, weil die umliegenden Staaten ihren eigenen Strom zunehmend auch selber brauchen. Sie steigen aus der Atomenergie aus, sie wollen Dekarbonisierung. Von daher bin ich sehr froh, dass wir nun die einheimische Versorgungssicherheit ins Zentrum stellen.

Das Gespräch führte Priscilla Imboden.

Parlament für Förderung von erneuerbaren Energien

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Wie der Nationalrat will auch der Ständerat neue Windenergie-, Kleinwasserkraft-, Biogas-, Geothermie- und Fotovoltaikanlagen ab 2023 mit einmaligen Investitionsbeiträgen fördern. Einige Einzelheiten sind aber noch nicht geregelt.

Der Ständerat nahm die Vorlage am Montag mit 39 zu 0 Stimmen und bei vier Enthaltungen an und folgte im Wesentlichen dem Nationalrat. Die von Nationalrat Bastien Girod (Grüne/ZH) angestossene Vorlage bringt eine Übergangslösung und ist bis Ende 2030 befristet.

Denn Biogas, Kleinwasserkraft, Wind und Geothermie wurden bisher hauptsächlich mit der kostenorientierten Einspeisevergütung (KEV) unterstützt. Die KEV läuft Ende 2022 aus. Die Vorlage soll verhindern, dass danach eine Lücke bei den Förderinstrumenten entsteht.

SRF 4 News, 14.09.2021, 06:00 Uhr;

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105 Kommentare

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  • Kommentar von René Weiersmüller  (rwmeilen)
    Also Frau BR Sommaruga, glauben Sie unterdessen auch, dass die von Ihnen abstimmungstaktisch auf jährlich 100 Franken je 4-Personen-Haushalt festgesetzen Kosten für die Klimarettung möglicherweise nicht ganz ausreichen?
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Es wurde über die Kosten der Energiestrategie gesprochen. Damals war von Netto Null per 2050 noch gar keine Rede. Es wäre nicht fair diese enorme Zusatzleistung zum selben Preis zu verlangen.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ René Weiersmüller: Wenn man dank effizienterer Energienutzung Energie spart, dann hat man ja automatisch weniger Kosten.
  • Kommentar von Urs Rösti  (szuechype)
    Ich empfehle noch einmal über dezentralisierte Stromerzeugung nachzudenken. Diese ist letztlich effizienter. Ich zitiere:"Zwischen 2000 und 2015 gingen die Übertragungsverluste in Deutschland von 34,1 auf 25,8 TWh zurück, ein Rückgang um ca. 19,7 %. Dieser Rückgang wird maßgeblich der in diesem Zeitraum stark ausgeweiteten dezentralen Energieerzeugung zugeschrieben."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Dezentrale_Stromerzeugung

    Mini-KKW kosten ähnlich viel wie grosse KKW (mehrere Milliarden).
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Das ist natürlich korrekt, Deutschland hat damit trotz der Notwendigkeit des Netz-Ausbaus wegen Offshore Windanlagen im Norden wesentlich weniger Strom im Land herumgesendet. Ein komplettes 1.4GW - AKW wurde damit eingespart!
      In der CH haben wir auch seit 2010 laufend weniger Strom verbraucht, trotz Zunahme bei Bevölkerung, Wärmepumpen, E-Mobilität. Je dezentraler desto besser, am besten bei uns auf dem Dach.
  • Kommentar von Urs Rösti  (szuechype)
    Schweden riskiert Stromausfälle, da es keinen Platz mehr für die Lagerung von Atommüll hat.
    Quelle: https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-08-25/sweden-risks-blackouts-as-clock-ticks-on-nuclear-waste-decision