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Rudolf Hauri «Alle Kantone sind mittlerweile stark betroffen»
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BAG informiert zu Corona-Lage Keine Vorbehalte: Bund empfiehlt Impfung ab 12 Jahren

In den letzten Wochen stiegen die Corona-Fallzahlen, und nun steht der Herbst vor der Tür: Mit dem Schulbeginn und den kälteren Temperaturen halten sich die Menschen wieder vermehrt in Innenräumen auf – das Infektionsrisiko dürfte weiter steigen. Vor diesem Hintergrund informierten die Experten des Bundes vor den Medien in Bern.

Die epidemiologische Lage: «Grundsätzlich muss die Situation als ungünstig und bis zu einem gewissen Grad als besorgniserregend eingeschätzt werden», sagt Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit des BAG. «Wir können von einer vierten Welle sprechen.» Diese habe zunächst bei jungen, mobilen Menschen eingesetzt und erfasse nun auch ältere Menschen.

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Patrick Mathys: «Die Situation muss als ungünstig eingestuft werden»
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Die Lage auf den Intensivstationen bezeichnete Mathys als angespannt. «Wir nähern uns dem Niveau an, wie wir es im Frühling während der dritten Welle erlebt haben.» In Sachen Todesfälle habe sich nicht viel verändert. Man sei auf einem tiefen Niveau. Es gebe hier keine Anzeichen für eine Trendwende.

Viele Infektionen bei Reisen nach Südeuropa

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40 Prozent der Covid-Patienten in den Spitälern geben ihren Ansteckungsort an. Davon seien 80 Prozent Rückkehrende aus Südosteuropa, sagte Urs Karrer, Vizepräsident der wissenschaftlichen Taskforce.

Das sei ein sehr grosser Anteil, sagte er auf die Frage einer Journalistin nach der angeblichen Überrepräsentation dieser Bevölkerungsgruppe in den Spitälern. Die Sonntagsmedien hatten jüngst über diesen Aspekt ausführlich berichtet.

Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sei schon länger bekannt, dass das Verständnis und die Durchimpfungsrate bei Personen mit anderem Sprachhintergrund relativ tief sei, sagte Patrick Mathys vom BAG.

Die Impfung schützt vor Hospitalisierungen: Die Impfung schütze weiterhin zu etwa 90 Prozent vor einer Hospitalisierung, erklärte der BAG-Vertreter und sprach von einer «Epidemie der Ungeimpften». Etwa 9 von 10 der hospitalisierten Personen seien nicht geimpft. Gerade auch junge Menschen seien nun aufgerufen, sich zu impfen. «Noch ist der Anteil der nicht immunen Bevölkerung viel zu gross, um eine neue Infektionswelle zu verhindern», so Mathys.

Impfung für Jugendliche empfohlen: Die jüngsten Studien würden keinen Anlass zu Bedenken geben: Das BAG empfiehlt allen Jugendlichen ab 12 Jahren, sich impfen zu lassen. Die Nebenwirkungen seien bei den Impfstoffen bei Jugendlichen ähnlich wie bei den Erwachsenen – dies zeigten die jüngsten Studien, erklärte Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF).

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Christoph Berger: «Wir empfehlen allen Jugendlichen ab 12 Jahren die Impfung»
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Die Anpassung der Impf-Empfehlung ab 12 Jahren erfolge aufgrund der epidemiologischen Lage und der jüngsten Erkenntnisse. «Es ist wichtig, dass die Schulen offen bleiben», erklärte Berger. Neu wird auch allen schwangeren Frauen die Impfungen empfohlen. Die neusten Studien würden keine anderen Wirkungen nachweisen als bei nicht schwangeren Frauen.

Ausweitung des Covid-Zertifikats?

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Ob das Covid-Zertifikat künftig breiter zum Einsatz kommen soll – etwa in Restaurants oder Fitnesszentren – sei eine politische Frage, erklärte Karrer von der Taskforce des Bundes. «Es ist eine mögliche Massnahme, um bei der Ausbreitung der Pandemie eine Bremswirkung zu erzielen.» Es sei aber nicht – wie medial rapportiert wurde – eine Forderung der Taskforce. Diese würde nicht über Corona-Massnahmen entscheiden.

Dritte Impf-Dosis für Immunsupprimierte: Die Impfung mit zwei Dosen schütze gut, so Berger. Eine allfällige Auffrischungsimpfung – also eine dritte Impfdosis – solle das Ziel verfolgen, schwere Verläufe auch weiterhin zu verhindern. Eine zusätzliche Dosis empfehle man nun immunsupprimierten Patientinnen und Patienten, da diese weniger gut auf die Covid-19-Impfstoffe ansprechen. Ob auch Betagte eine dritte Dosis brauchen werden, sei aktuell noch nicht klar. Die Daten würden laufend evaluiert.

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Urs Karrer: «Klatschen ist gut, impfen ist besser»
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Vermehrt Jüngere hospitalisiert: Stark vertreten unter den Hospitalisierten seien Ferienrückkehrer und sehr wenige Geimpfte, erklärte auch Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsarzte. Eine Corona-Infektion stelle für Ungeimpfte das grösste Risiko dar, bestätigte Urs Karrer, Vizepräsident der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes. Mit der Delta-Variante habe sich das Risiko für eine Hospitalisation für Menschen zwischen 35 und 45 «verdreifacht».

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Urs Karrer: «Die Welle kommt zwei Monate früher»
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Karrer arbeitet am Kantonsspital in Winterthur. Im 500-Betten-Spital habe es Mitte Juli zwei bis drei Corona-Patienten gegeben, unterdessen seien es schon über 20. Im Unterschied zum letzten Jahr komme die Welle «zwei Monate früher» und die Patienten seien «bedeutend jünger».

Fehlerhafte Beschriftung des Diagramms

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Während den Ausführungen von Urs Karrer (Video oben) blendete das BAG ein Diagramm mit den Hospitalisierungen ein. Die Bildlegenden für die Jahre 2020 und 2021 wurden dabei vertauscht.

Audio
Corona: Spitaleinweisungen nehmen wieder zu
07:34 min, aus Echo der Zeit vom 24.08.2021.
abspielen. Laufzeit 07:34 Minuten.

SRF Info, 24.08.2021, 14 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Pius Merz  (Pime)
    Eine Personengrupoe, die Null Risiko hat zu erkranken, zu impfen, macht keinen Sinn. In diversen Ländern, zB Hawaii laufen Klagen, wegen Impftoten und der Bund empfiehlt diese für Kinder? Und die Mehrheit der Schweizer verharren im Dornröschenschlaf.
    1. Antwort von Gretchen Fink  (GretchenFink)
      „Null Risiko“ stimmt so nicht. Die Symptome sind milder. Und vergessen Sie bitte PIMS und LongCovid nicht. Von welchen Impftoten auf Hawaii sprechen Sie?
  • Kommentar von Uwe Frings  (Baggi)
    Ich finde es verwerflich, dass 12-Jährige ohne Zustimmung der Eltern sich impfen lassen können, aber bis 15 jährig die Elternzusage für ein Pircing brauchen….
    1. Antwort von Max Ziebold  (Marc Breitibach)
      Man kann eine Corona Impfung nicht mit einem Piercing vergleichen. Das eine gehört zum persönlichen Stil einer Person und beim anderen geht es um die Gesundheit einer Person.
    2. Antwort von Uwe Frings  (Baggi)
      Herr Ziebold!
      …mit dem Unterschied, dass ein Pircing nur optische Nebenwirkungen hat…..
    3. Antwort von Pius Merz  (Pime)
      Bei viel fataleren möglichen Nebenwirkungen der Impfung.
  • Kommentar von Marina Zingg  (openyourmind)
    P.S. Das BAG hat auf die gleiche Frage geantwortet, dass sie keinen Einfluss auf die Programm Gestaltung haben.
    Habe ein TV Abo bei Swisscom, muss ich dort nachfragen ?