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Impfen soll während der Arbeitszeit möglich sein
Aus HeuteMorgen vom 24.08.2021.
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Corona-Pandemie Politik macht sich für Impfung während der Arbeitszeit stark

Impfen während der Arbeit ist für viele Angestellte nicht möglich. Politikerinnen und Politikern kritisieren das.

Wie kann man dafür sorgen, dass sich noch mehr Menschen impfen lassen? Das ist eine der drängendsten Fragen in der nach wie vor akuten Corona-Pandemie. In den Fokus geraten dabei zunehmend auch die Unternehmen: Denn vielerorts dürfen sich Angestellte nicht während der Arbeitszeit impfen lassen.

Dass dies nicht so sei, begreife sie nicht, sagt Ruth Humbel, Mitte-Politikerin und Präsidentin der gesundheitspolitischen Kommission des Nationalrates: «Ich finde eine solche Haltung unverständlich und verantwortungslos, denn es ist doch im Interesse der Unternehmen, wie es im gesamtgesellschaftlichen Interesse ist, möglichst schnell in eine Normalität zurückkehren zu können. Dazu braucht es die Impfung.»

Es ist doch im Interesse der Unternehmen, wie es im gesamtgesellschaftlichen Interesse ist, möglichst schnell in eine Normalität zurückkehren zu können.
Autor: Ruth Humbel Nationalrätin (Mitte/AG) und Präsidentin SGK-N

Denn wenn wieder mehr Menschen wegen einer Corona-Erkrankung in ein Spital eingeliefert werden müssten, drohten wieder neue einschränkende Massnahmen und das könne ja nicht im Interesse der Wirtschaft sein, so Humbel weiter.

SBB und Post in der Kritik

Sogar Valentin Vogt, der Präsident des Arbeitgeberverbandes, findet laut der «NZZ am Sonntag», dass man in der jetzigen Situation ausnahmsweise das Impfen während der Arbeitszeit ermöglichen sollte.

Vielerorts ist das aber noch nicht die Realität. Besonders in die Kritik geraten sind bundesnahe Betriebe wie die SBB und Post. Deren Angestellte müssen sich ausstempeln, wenn sie an Arbeitstagen einen Impftermin haben. Impfungen würden eben gehandhabt wie andere Arzttermine, heisst es auf Nachfrage bei Post und SBB. Die Unternehmen verweisen dabei auf die Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertrages.

Vorbildfunktion gefordert

Es wäre doch sinnvoller, etwas flexibler zu sein und das Impfen während der Arbeitszeit zu erlauben, sagt Barbara Gysi, SP-Nationalrätin und Präsidentin des Personalverbandes des Bundes. «Man sollte nun doch wirklich die übergeordneten Interessen sehen, die wir als Gesamtgesellschaft und eben auch die Betriebe haben. Auch wenn es im GAV anders geregelt ist, diese Möglichkeit zur Impfung während der Arbeitszeit sollten die Unternehmen bieten.»

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Aus dem Archiv: Freinehmen für den Termin im Impfzentrum?
03:22 min, aus Espresso vom 27.05.2021.
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Bereits reagiert hat die Swisscom: Die Angestellten des Telekommunikationsunternehmens dürfen seit Mitte August – nach Absprache mit den Vorgesetzten – während der Arbeitszeit zum Impfen gehen und dürfen das als «Bezahlte Abwesenheit» erfassen. So weit sind Post und SBB noch nicht. Sie betonen aber, dass es bei ihnen interne Informationskampagnen gebe, in denen die Bedeutung des Impfens thematisiert werde.

Die Post prüft ausserdem, wie sie fremdsprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser über die Corona-Impfung informieren kann. Die Entscheidung zur Impfung bleibe aber natürlich freiwillig.

SRF 4 News, 24.08.2021, 06:00 Uhr

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Sigel  (Harry)
    Das ist in unserer Firma (40 Mitarbeiter ) möglich, und zwar sogar ohne auszustempeln, also bei vollem Lohn!
  • Kommentar von Benjamina Rinaldi  (Benjamina77)
    Fr. Ruth Humbel sagt: "Um zurück zu der Normalität zu kommen braucht es das Impfen." Meint sie damit, dass alle geimpft werden müssen? Stimmt ihre Aussage? SRF ist hier einfach total unkritisch. Diese Aussagen werden einfach so übernommen. Meiner Meinung nach kann man jetzt alle Massnahmen beenden, da sich impfwillige Personen impfen können.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Benjamina Rinaldi: Wenn alle geimpft wären, könnten wir das Thema abhaken. Das ist klar. Je tiefer die Impfquote, desto weiter entfernen wir uns von der Normalität. Es ist unglaublich, dass sich in einem reichen Land wie der Schweiz, das genügend Impfungen bereit hält, Leute weigern und uns erneute Lockdowns bescheren. Hingegen gibt es Länder, wo man kein Geld für Impfungen und man somit keinerlei Wahl hat. Was für einen Luxus leisten wir uns hier mit solchen Diskussionen.
    2. Antwort von Conny Hasler  (conhas)
      da sich eh ein Teil der Bevölkerung nicht impfen lässt, können Sie diese Frage der Prozentzahl getrost vergessen;
  • Kommentar von Salzmann Benjamin  (Benjamin Salzmann)
    Interessant aber unauffindbar wäre folgende Statistik: Intensivpatienten geimpft/ungeimpft nach Altersklassen. Daraus würde ganz genau ersichtlich, wer im Moment am Meisten pflegebedürftig ist und damit könnte man die Kampagne entsprechend ausrichten. Es wäre so einfach, zahlenbasiert zu argumentieren und die Meistbetroffenen direkt am Point-de-Press anzusprechen. Stattdessen wird nach Giesskannenprinzip rumgewischiwaschelt. Aufbereitete, aussagekräftige Zahlen werden benötigt.