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Anne Lévy: Was ist die aktuelle Pandemie-Strategie des Bundes?
Aus Tagesgespräch vom 06.01.2022.
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Belastungsprobe durch Omikron Worauf müssen wir uns in nächster Zeit einstellen, Frau Lévy?

Omikron treibt die Fallzahlen in der Schweiz rasant in die Höhe. Über 30'000 neue Ansteckungen innert 24 Stunden meldet das Bundesamt für Gesundheit diese Woche. Trotzdem ist die aktuelle Welle schwer einzuschätzen. Anne Lévy, Direktorin des BAG, beschäftigt vor allem, ob die Spitaleintritte wieder zunehmen.

Anne Lévy

Anne Lévy

Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit BAG

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Der Bundesrat hat Anne Lévy an seiner Sitzung vom 3. April 2020 zur neuen Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ernannt. Sie trat am 1. Oktober 2020 die Nachfolge von Pascal Strupler an. Davor leitete die gebürtige Bernerin die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Bis 2015 stand Lévy während sechs Jahren dem Bereich Gesundheitsschutz im Gesundheitsdepartement von Basel-Stadt vor.

SRF News: Über 30'000 Neuinfektionen pro Tag, eine der höchsten Inzidenzwerte in Westeuropa – sind Sie alarmiert?

Anne Lévy: Dass es zeitgleich in der ganzen Welt so massiv hochgeht, ist etwas, das uns sicher einige Sorgen bereitet, da es – abgesehen vom Krankwerden – auch den Effekt hat, dass ganz viele Leute in der Gesellschaft an ganz vielen Orten gleichzeitig ausfallen.

Die wirklich gute Nachricht ist: Das Impfen schützt besser, als man am Anfang gedacht hat.

Es bleibt die gleiche Krankheit, aber sie hat sich etwas verändert. Was wir wissen: Omikron ist sehr viel ansteckender. Wir denken aber auch, dass die Variante etwas weniger schwere Verläufe macht. Die wirklich gute Nachricht ist: Das Impfen schützt besser, als man am Anfang gedacht hat. Der Schutz vor schweren Verläufen ist gut.

Wie sieht die aktuelle Strategie des Bundesrats aus?

Die Strategie ist schon seit längerem festgelegt. Einerseits geht es darum, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Deshalb behalten wir vor allem die Spitaleintritte und die Plätze auf den Intensivstationen im Auge. Zudem ist der Bundesrat immer den Kurs «so wenig Schliessungen wie möglich» gefahren. Im Gegensatz zum Ausland hatten wir ja relativ wenige Schliessungen. Wir haben zum Beispiel praktisch nie die Schulen geschlossen.

Massnahmen, die dazu führen, dass man sich nicht trifft, entziehen dem Virus die Chance, sich weiterzuverbreiten.
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Andererseits gelten bei uns aktuell Massnahmen, die es in anderen Ländern nicht gibt oder bis vor kurzem nicht gab. Ich denke da etwa an die 2G-Regel dort, wo man keine Maske tragen kann. Und wir haben Einschränkungen, wie viele Leute sich treffen dürfen.

Reicht das in der jetzigen Situation? Der Bundesrat hat dieses Jahr noch nichts entschieden. Alain Berset twitterte, härtere Massnahmen lägen bereit, etwa Schliessungen. Notfalls könne man rasch handeln. Was erwarten Sie?

Wir arbeiten ja immer in Szenarien. Was jetzt mit dieser Omikron-Welle passiert, war eine Variante, die wir uns natürlich vorgestellt haben. Entsprechend sind wir darauf vorbereitet. Entscheidend ist am Schluss aber auch hier: Wie entwickelt sich die Situation in den Spitälern? Wenn wir sehen, dass die Zahlen dort ansteigen, dann kann der Bundesrat ziemlich kurzfristig Massnahmen beschliessen.

Was für Massnahmen könnten das sein?

Nach zwei Jahren Pandemie wissen wir ungefähr, welche Massnahmen nützen und einen schnellen Effekt haben. Überall dort, wo sich Menschen treffen, wird das Virus übertragen. Massnahmen, die dazu führen, dass man sich nicht trifft, entziehen dem Virus die Chance, sich weiterzuverbreiten.

Das Gute ist: Irgendwann wird diese Welle vorbei sein. Je näher wir dem Frühling kommen, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Lage normalisiert.

Und ich möchte daran erinnern: Es ist nicht zu spät, sich zu impfen. Es ist auch nicht zu spät für eine Auffrischimpfung. Gut ist auch, dass sich Kinder jetzt impfen lassen können. Diese Möglichkeiten bestehen. Impfstoffe haben wir genug. Das ist der grosse Unterschied zum Anfang der Pandemie.

Steht die Schweiz vor schwierigen Wochen?

Ja, die ganze Welt steht vor schwierigen Wochen. Wir wissen noch nicht, wie viele Wochen es sein werden. Das ist schwierig zu sagen. Aber das Gute ist: Irgendwann wird diese Welle vorbei sein. Je näher wir dem Frühling kommen, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Lage normalisiert. Wir hatten letztes Jahr einen ziemlich entspannten Sommer, und ich bin relativ zuversichtlich, dass auch der nächste Sommer entspannt sein wird.

Das Gespräch führte Barbara Peter.

Tagesgespräch, 06.01.2022, 13:00 Uhr;

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