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Die Akzeptanz für Tempo 30 ist in den letzten Jahren gestiegen
Aus Regionaljournal Graubünden vom 04.05.2021.
abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
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Bergdörfer setzen auf 30km/h Tempo 30 ist nicht nur ein Stadt-Phänomen

Knapp zwei Drittel aller Bündner Gemeinden haben Tempo 30 Zonen. Oft auf der einzigen Durchgangsstrasse.

Schmale Gassen, gepflasterte Strässchen – die Bündner Dörfer sind berühmt für ihre malerischen Dorfkerne. Einige Dörfer haben eine Umfahrung, beispielsweise im Prättigau oder im Oberengadin. Häufig führt aber die einzige Strasse durch das Tal auch mitten durch das Dorfzentrum.

Sicherheit als Hauptgrund

Beispiele für Tempo 30 Zonen im viel befahrenen, historischen Dorfkern sind Bergün und Disentis. Die Hauptstrassen dort sind so schmal, dass es häufig kaum für ein Trottoir reicht. Es mischen sich Berufsverkehr, Motorräder, Touristen und Fussgängerinnen auf engstem Raum.

Dorfstrasse
Legende: Im Winter ist die Strasse durch Bergün zwar viel benutzt aber vom Verkehr etwas entlastet, weil der Albula-Pass eine Wintersperre hat. Keystone

«Einzelne Gefahren können fast nur mit einer Temporeduktion vermindert werden», erklärt Curdegn Wasescha, Chef Verkehrstechnik der Kantonspolizei Graubünden. «Zudem können so bestimmte Verkehrsteilnehmende geschützt werden.» Umweltanliegen wie Lärm- oder Abgasemissionen seien häufig nicht der Hauptgrund für eine Tempo 30 Zone in Bündner Dörfern.

Grössere Akzeptanz

Aktuell haben 60 der 101 Bündner Gemeinden eine Tempo 30 Zone. 14 weitere Gesuche sind beim Kanton noch offen, heisst es bei der Kantonspolizei auf Anfrage. Die Akzeptanz sei gestiegen, beobachtet Verkehrstechniker Wasescha: «1992, als die ersten Tempo 30 Zonen entstanden, war man noch zurückhaltender und auch restriktiver bei der Bewilligung.»

Auch beim TCS sehe man die Temporeduktion heute differenzierter, sagt Domenic Gross vom TCS Graubünden. Früher habe man sich stärker dagegen gewehrt.

Häufig Thema im nationalen Parlament

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Die Entwicklung zu Tempo 30 innerorts hat auch auf nationaler Ebene schon vielfach für Vorstösse gesorgt. Erst im vergangenen Jahr hat der Bundesrat auf eine Interpellation der grünen Zürcher Nationalrätin Marionna Schlatter geantwortet, dass er eine Aufteilung von Tempo 30 für siedlungsorientierete und Tempo 50 für verkehrsorientierte Strassen zweckmässig finde. Allerdings sei das schon umsetzbar, darum gebe es aktuell keinen Handlungsbedarf.

Ein Allheilmittel seien die Tempo 30 Zonen zwar nicht, sagt Wasescha. Entscheidend sei auch eine klare Ausschilderung, damit sich die Autolenkerinnen und Autolenker der Temporeduktion bewusst seien. Der Trend gehe in den Bündner Dörfern aber klar in Richtung Tempo 30 Innerorts.

Regionaljournal Graubünden, 04.05.2021; 17:30 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta  (Plal)
    Ich kann nicht nachvollziehen, warum auf Tempo 40 begrenzte Strassen auf Tempo 30 runtergesetzt werden. Bei 30 Km/h fahre ich im 2. Gang, bei Tempo 40 jedoch im 3. Gang, was weniger Lärm und Abgase verursacht.
  • Kommentar von Lily Mathys  (Alle vergeben)
    Naja, ich lebe in einem kleineren Dorf. Inzwischen wurde 30 auch angeschrieben, was aber unnötig war, denn mehr kann man hier schlicht nicht fahren. Egal ob Auto, Velo oder Trottinette. Es ist steil und eng. Daher finde den Titel doch reisserisch und zugleich wird Gratiswebung für das Dorf betrieben [„seht her, wir machen xyz“].
  • Kommentar von Marlis Bremgartner  (Brem)
    Wir leben in einer 30Zone. In dieser 1.5 Jahren haben wir selten jemand gesehen, dass die Geschwindigkeit eingehalten worden ist. Ich finde, das eine 30 Zone langsam unnötig ist. Da die meisten Fahrer keine Interesse daran haben 30 zu fahren.