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Berufliche Vorsorge Kommission schlägt vor: Mindestzinssatz soll gesenkt werden

Legende: Audio Tieferer Zinssatz für Pensionskassen-Guthaben abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
01:45 min, aus Echo der Zeit vom 04.09.2018.
  • Die Eidgenössische Kommission für berufliche Vorsorge empfiehlt dem Bundesrat, den Mindestzinssatz zu senken.
  • Die Guthaben im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge (BVG) sollen im nächsten Jahr nur noch zu 0,75 Prozent verzinst werden.
  • Zuletzt hatte der Bundesrat den Zinssatz auf das Jahr 2017 gesenkt, von 1,25 auf 1 Prozent. Dieser Satz gilt auch im laufenden Jahr.

Die Vorschläge der Kommissionsmitglieder reichten von 0,25 Prozent bis 1,25 Prozent. In der Schlussabstimmung habe sich eine knappe Mehrheit für 0,75 Prozent und gegen 1 Prozent ausgesprochen, heisst es in einer Mitteilung.

Mit dem Mindestzinssatz wird bestimmt, zu wie vielen Prozent das Vorsorgeguthaben der Versicherten im BVG-Obligatorium mindestens verzinst werden muss. Entscheidend für die Festlegung der Höhe ist die Entwicklung der Rendite der Bundesobligationen sowie zusätzlich der Aktien, Anleihen und Liegenschaften.

Noch weniger Mindestzins?

Für Travail Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, sei dieser Entscheid nicht nachvollziehbar. Die Kommission hätte gemäss Unterlagen gute Gründe gehabt, den Mindestzins bei 1 Prozent zu belassen, teilt der Verband mit. Umso mehr, als dass die Pensionskassen gute Rendite erzielen würden. «Der Entscheid wird das Vertrauen der Versicherten in die 2. Säule nicht stärken.»

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) reagierte empört auf die Empfehlung der Kommission. Diese verschärfe die Probleme der Arbeitnehmenden in der Altersvorsorge, sagte SGB-Sekretariatsleiter Daniel Lampart auf Anfrage. Eine Mindestverzinsung von unter 1 Prozent sei ein «Tabubruch», der zu immer weiter sinkenden Renten führe. Die Kassen hätten im Durchschnitt der letzten sechs Jahre eine Performance von 5,5 Prozent erzielt, stellte Lampart fest. Dass das Kapital im Obligatorium nun nur noch so wenig abwerfen solle, sei ein Skandal.

Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband hingegen setzt die BVG-Kommission «ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel, wie der SAV umgehend mitteilt. Gerechtfertigt wäre für den Verband sogar ein tieferer Wert, nämlich von 0,5 Prozent. Er ist zudem dafür, das Konzept zur Festlegung des Mindestzinses anzupassen.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Im geschützten Gärtli der Pensionskassenversicherungen ist alles möglich, sogar Negativzinsen, wenn deren unanständige Renditen einmal in Gefahr sind. BVG abschaffen, aber subito. Es geht doch nicht an, dass sich die Versicherungen jährlich 5.000.000.000.-- allein für die Kontoführung (ist elektronisch ein Pappenstiel ohne grossen Aufwand) ans Bein streichen.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Herr Christmann, ich habe hier schon mehrmals diesen Vorschlag gemacht, habe auch alle Parteien angeschrieben, keiner hat Interesse daran, am wenigsten die SP die es nicht mal nötig fand mir zu Antworten! Es ist schwierig, den viele Rentner haben noch eine tolle Pension und sind leider nicht bereit darauf zu Verzichten für eine Solidarische und Existenzsichernde Rente, man ist sich ja da am nächsten, da spielt es auch keine Rolle das man seit Jahrzehnten gegen die Bundesverfassung verstösst!
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  • Kommentar von Urs Wirz (uwi)
    Wann wird endlich über die Senkung der bestehenden Renten (Umwandlungssatz 7 und mehr) unserer Goldenen Rentner Generation gesprochen. Die wählen Ihre Lobby nach Bern der soziale Frieden in 20 Jahren ist mehr als fraglich. Gehöre dann auch zu den alten
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Fuer die Mieten wird der Referenzzinssatz hochgehalten, fuer die PK-Guthaben weiter minimiert. Und die zu Fleissigen zahlen weiter hohe Mieten, derweil ihre PK-Guthaben fast goar nix mehr abwerfen....
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