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Legende: Video Das Schweizer Trinkwasser ist gut abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.09.2019.
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Besser als gedacht Qualität des Schweizer Trinkwassers ist gut, aber…

Im Sommer geriet die Qualität des Trinkwassers wegen Pestizidbelastungen schweizweit in die Schlagzeilen. Zu Unrecht?

Was Pestizidrückstände im Schweizer Trinkwasser angeht, da gibt der Verband der Kantonschemiker Entwarnung. Die Qualität sei gut – aber in einigen Gebieten könnte sie noch besser sein.

Rund 300 Proben aus der gesamten Schweiz haben die Kantonschemiker auf Rückstände von Pflanzenschutzmittel untersucht. Bei insgesamt zwölf Proben wurden die Höchstwerte überschritten, meist handelte es sich um Chlorothalonil-Sulfonsäure, ein Abbauprodukte des Fungizides Chlorothalonil.

Grenzwerte um das Zehnfache überschritten

Welche Regionen genau betroffen sind, wollen die Kantonschemiker nicht sagen. Fakt ist aber, dass es sich um Regionen handelt in denen intensiver Obst- und Ackerbau betrieben wird.

An die betroffenen Trinkwasserversorgungen sind rund 170'000 Personen angeschlossen. Teilweise wurden die Grenzwerte für Abbauprodukte von Chlorothalonil bei einzelnen Wasserquellen bis um das Zehnfache überschritten.

Im Trinkwasser von rund 420'000 Konsumenten konnten die Kantonschemiker zudem Abbauprodukte von Pestiziden nachweisen. Für sie sind in der Schweiz keine Höchstwerte festgelegt.

Verschiedene Testmethoden

Was das Fungizid Chlorothalonil betrifft, sind bis heute 13 verschiedene Abbauprodukte bekannt. Nicht alle gelten jedoch als «genotoxisch», das heisst, dass sie im genetischen Material von Zellen Änderungen auslösen könnten.

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (ESFA) und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) kommen bei mindestens zwei Abbauprodukten zu unterschiedlichen Schlüssen.

Die europäische Behörde betrachtet sie als «genotoxisch», das BLV nicht. Der Grund dafür sind unterschiedliche Untersuchungsmethoden.

Verbot kommt diesen Herbst

Fast 50 Jahre lang galt das Fungizid Chlorothalonil als unbedenklich. Jedes Jahr sprühten Schweizer Bauer bis zu 30 Tonnen über ihre Kulturen. Diesen April entzog die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (ESFA) dem Pflanzenschutzmittel die Zulassung.

Der Grund: Chlorothalonil könnte krebserregend sein. In der Schweiz ist das Pestizid noch im Einsatz. Im August hat der Bundesrat angekündigt, dass er die Zulassung widerrufen will.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Irgendwie kommt es mir vor, als ob ein medialer Fight um die Faktenlage zur Trinkwasserinitiative im Gang ist. Und somit riecht das nach beeinflussten Berichterstattungen. Für mich ist klar: eine extensive Landwirtschaft, wie sie eine 10-Mio-Schweiz hervorbringt, killt unsere "Lebensgrundlage Wasser". Ich werde deshalb Gegensteuer geben. Und damit hoffentlich indrekt dieses unheilvolle Wachstum ausbremsen, bevor nichts mehr umkehrbar ist!
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    1. Antwort von David Brunner  (db)
      Sie meinen wohl: "eine intensive (nicht extensive) LW..." oder? Schön, dass Ihnen unser Wasser am Herzen liegt, mir auch! Allerdings würde eine extensive Landwirtschaft, die das Wasser nicht belastet, nicht einmal mehr die Hälfte an Nahrungsmitteln hervorbringen. Wir würden entsprechend mehr importieren aus Gegenden, wo mitunter mindestens so viele Pestizide das dortige Grundwasser belastet und auch in die Nahrungsmittel gelangen würde, die wir von dort importieren würden.
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    2. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Ja, natürlich haben Sie recht *Störung :-)* - mit allem was Sie sagen, übrigens --> q.e.d.: wir sind zu viele Menschen in unserem Land!
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  • Kommentar von Andreas Iten  (Bauer der ältere)
    Wer den Bericht liest merkt schnell dass bei 98% (!) des Trinkwasser keine Beanstandungen vorliegen. Was hier zu reden und teilweise mit hetzerischen Kommentaren gegen die Schweizer Bauern unterlegt wird sind die 2% bei denen der Grenzwert überschritten wird. Natürlich will jeder 100 % einwandfreies Wasser, auch im Interesse der Landwirtschaft, auch wir Bauern trinken Wasser. Da sind aber verzerrende und falsche Berichte welche einseitig immer auf die Landwirtschaft zielen nicht förderlich.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wem sollte die Schweizer Bevölkerung Glauben schenken...? Fakt ist, wo in der Natur "Gift" gestreut, gesprüht wird, da gelangt dieses logischerweise auch ins Wasser...! Vertuschungen von Volks gefährdenden Wahrheiten, sind sehr unangenehm für Behörden, Ämter, Politik, Bundesrat, werden nach Möglichkeit "gedreht, gewendet, verharmlost,negiert..."!! Da werden sich dann die "Profiteure" im gesamten Gesundheits-Un-Wesen" freuen = noch mehr PatientenInnen = noch mehr Profit!!
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    1. Antwort von David Brunner  (db)
      Ohne "Gift" gelangt dann aber auch nicht mehr viel auf Ihren Teller. Kleines Beispiel: Wir bauen auf unserem Biohof u.a. 15 Aren Kartoffeln an. Bis vor zwei Jahren konnten wir diese kleine Fläche mit rund 100h Aufwand/Jahr einigermassen vor dem Kartoffelkäfer schützen. In den letzten zwei Jahren haben wir das wieder versucht - chancenlos! Darum haben wir die Stauden mit einem Bioinsektizid behandelt - die Alternatvie wäre praktisch der Totalausfall gewesen. Was empfehlen Sie uns?
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