Zum Inhalt springen

Header

Audio
Hitzewelle: Besuch in der Seniorenresidenz Elfenau-Park
Aus HeuteMorgen vom 25.06.2019.
abspielen. Laufzeit 02:30 Minuten.
Inhalt

Besuch in der Seniorenresidenz Hitze macht Senioren zu schaffen – doch sie nehmen es gelassen

Es wird sehr heiss diese Woche. Diese Hitze kann für ältere Menschen gefährlich werden, doch sie sorgen vor.

Jeden Tag eine Stunde spazieren – das müsse sein. Das tue gut, sagt Kurt Ammann. Aber jetzt bei dieser Hitze sei dies unmöglich. «Das geht nicht», erklärt der 98-Jährige unter einem Sonnenschirm vor der Seniorenresidenz Elfenau-Park in Bern.

Man kann sich ja hinlegen, einfach nicht an die Sonne.
Autor: Kurt Ammann98-jährig

Die Hitze mache ihm zu schaffen, «aber man kann sich ja hinlegen, einfach nicht an die Sonne», sagt Ammann. Er, der frühere Unternehmer, gehört zu den 150 Männer und Frauen, die im Elfenau-Park leben.

Jetzt, wenn es richtig heiss wird, gibt es bei ihnen ein zentrales Thema. «Der Flüssigkeitshaushalt, dass sie genügend trinken und dass sie nicht gross Flüssigkeit verlieren», sagt Pflegedienstleiterin Katrin Engel.

Kein übermässiger Flüssigkeitsverlust bedeutet, «dass man schauen muss, ob beispielsweise wassertreibende Medikamente – immer in Absprache mit dem Arzt – nicht mehr in diesem Rahmen verabreicht werden», so Engel.

Zwei Hände an einem Wasserglas
Legende: Der Griff zum Wasser – das beste Mittel gegen die Hitze. Reuters

Nicht alle meiden die Hitze

In ihrer altersgerechten Elfenau-Park-Wohnung sitzt die 89-jährige Aude Einstein und sagt: «Ich liebe Hitze – alles andere als Kälte.» Und das, obschon die frühere Ärztin in Sachen Hitze sehr wohl weiss, dass es «eigentlich ein Riesenproblem» ist, eine «Anforderung für unseren Organismus, der das gar nicht gewöhnt ist».

Ich liebe Hitze.
Autor: Aude Einstein89-jährig

Ohnehin hätten ältere Menschen Mühe, Wasser zu trinken, sagt die 89-jährige Ärztin. Darum gelte umso mehr: genug trinken, am besten literweise. «Hahnenwasser tut es auch», sagt Einstein und schaut ins Freie. Sie bleibe zwar im Schatten, aber die Jalousie lasse sie nicht herunter, das komme nicht infrage. «Die Hitze kann die Wohnung durchfluten und ich bin glücklich.»

Hauptsache genug trinken

Draussen sagt Pflegedienstleiterin Engel, angesprochen auf den Hitzesommer 2018, die Elfenau-Senioren seien nicht so extrem bewegungsaktiv: «Sie müssen nicht noch Einkäufe tätigen oder körperlich extrem aktiv sein, wenn es so heiss ist.» Man habe diesbezüglich nicht gemerkt, dass die Bewohner unter der Hitze gelitten hätte, auch was die Todesfälle betreffe.

Beim Vorbeigehen fragt man noch schnell den 98-jährigen Ammann, ob er denn auch genügend Wasser getrunken habe. «Ich probiere es», lacht er, «jetzt gehe ich dann zum Mittagessen, zuerst trinke ich aber ein Bier.» Gesundheit, wünscht man.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von lena hubschmid  (lena)
    Tag zwei ist schon weniger cool, wie es wohl nach einer Woche aussieht? Ich bedanke mich bei SRF für die Ratschläge. Wer sie nicht befolgen will, muss sie ja schon gar nicht erst lesen.
    Und es gibt auch viele Kranke und ältere Menschen, die leben nicht in einer Residenz, für diese Mehrheit sind die Bedingungen nicht so super.
  • Kommentar von M. Jaeger  (jegerlein)
    Die Senioren reagieren gelassen und bleiben cool. Cool. Die Medien machen seit 3 Wochen heiße Panik. Es ist doch einfach Sommer und heiße Tage im Sommer haben wir seit Generationen schon ohne Bundesamt für Gesundheit- und Medien-warnungen überlebt. Übrigens; so ab November wird man mit bitterer Kälte rechnen müssen. Dann unbedingt Fenster schließen, Heizung anmachen und warme Socken anziehen
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @M. Jaeger: Bei der Hitzewelle 2003 starben leider mindestens 20'000 Menschen - einige Quellen sprechen sogar von 70'000. https://de.wikipedia.org/wiki/Hitzewelle_in_Europa_2003
    2. Antwort von M. Jaeger  (jegerlein)
      Danke liebes SRF dass ihr meinen Kommentar aufgeschaltet habt. Ist ja lobenswert dass Sie Leben retten möchten. Aber glaubt hier jemand dass diese 20000 bis 70000 glücklicher gestorben wären mit einer 3 wöchigen panikmachenden Vorwarnphase? Oder sogar noch leben würden? Wir sterben alle mal. Die Welt wird sich weiterdrehen. Mit oder ohne uns.
    3. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      jegerlein. Ein angepasstes Verhalten ist eben nicht jedem gegeben. So sind Warnungen und Ratschläge immer von Nutzen. Danke Bundesamt, Danke SRF.
  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Wir haben Ende Juni und dürfen uns nun auf den Sommer freuen und schon geht das Gejammer wieder los. Die älteren Menschen lieben die warmen Jahreszeiten genau so wie die jüngeren Menschen-
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Waren sie schon mal in einem Alters- und Pflegeheim?