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Bewegungs-Analyse Mobilität: Corona-Massnahmen bleiben ohne grosse Wirkung

Der Bundesrat möchte die Mobilität stark einschränken, doch die Massnahmen zeigen unmittelbar offenbar wenig Wirkung.

Die verschärften Corona-Massnahmen des Bundesrats von vergangenem Freitag mit Sperrstunde um 19 Uhr für Restaurants und Geschäfte sowie einem Veranstaltungs-Verbot haben das Mobilitätsverhalten der Schweizer offenbar noch nicht stark beeinflusst. Die Menschen in der Schweiz bewegten sich danach in ähnlichem Rahmen wie am Wochenende zuvor.

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Aus dem Archiv: Die Massnahmen des Bundesrats von letztem Freitag
Aus Tagesschau vom 11.12.2020.
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Die vorliegenden Zahlen zur Mobilität in der Schweiz beruhen auf dem Bewegungsverhalten von 2500 Freiwilligen im Alter zwischen 15 und 79 Jahren. Der in den untenstehenden Grafiken verwendete 7-Tagesschnitt eignet sich zwar eher für den langfristigen Vergleich, in der Tendenz sind aber auch Aussagen zu kurzfristigeren Verhaltensänderungen möglich.

Tagesdistanz: Die Zahlen suggerieren, dass sich am Wochenendverkehr nicht viel verändert hat. Die seit Anfang November vergleichsweise tiefen Werte haben nicht weiter abgenommen. Die Tagesdistanzen, also die Summe aller zurückgelegten Wege an einem Tag, hat am vergangenen Wochenende insgesamt sogar zugenommen.

Mobilitätszweck: Der Berufsverkehr nimmt seit Anfang Monat weiter ab. Diesen Trend hat die letzte Woche fortgesetzt. Die Freizeitbewegung nahm ebenfalls leicht ab, am vergangenen Wochenende gab es jedoch sogar die Tendenz zu mehr Bewegung. Trotz Ausfall der Sonntagsverkäufe blieb über das Wochenende auch das Einkaufen ein Treiber der Mobilität – die Zahlen sind vergleichbar mit den Bewegungsdaten des Vorwochenendes.

Alter: Im Altersvergleich zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Über-65-Jährigen schränken schon seit Längerem ihre Mobilität immer weiter ein. Dies ist zwar auch bei den Jüngeren der Fall, am vergangenen Wochenende waren sie jedoch laut den ausgewerteten Daten mobiler als am Wochenende zuvor. Dies gilt insbesondere für Personen im Alter unter 29 Jahren.

Sprachregion: Nachdem es Anfang Monat seine Mobilität deutlich eingeschränkt hat, zeigt das Tessin seit letzter Woche eine deutliche Trendwende. Tessinerinnen und Tessiner dürften sich auch am Wochenende wieder deutlich mehr bewegt haben. Auch in der Romandie gibt es eine ähnliche Tendenz. Die Deutschschweizer schränken sich kontinuierlich ein, mit einem kleinen Ausreisser nach oben am vergangenen Wochenende. Dies hat jedoch keine definitive statistische Relevanz.

Die Methodik der Mobilitätserfassung

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Das sogenannte «Mobilitäts-Monitoring Covid-19» wird von der Firma intervista AG im Auftrag der Swiss National COVID-19 Science Task Force, der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich und des Statistischen Amtes des Kantons Zürich durchgeführt. Während einer ersten Erhebungsphase gehörte auch das Bundesamt für Statistik (BFS) zu den Auftraggebern.

Das Monitoring stützt sich auf die Handy-Bewegungsdaten von mehr als 2500 Freiwilligen im Alter von 15 bis 79 Jahren. Die Bewegungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gemäss Bundesamt für Statistik im Rahmen eines Panels kontinuierlich erhoben, anonymisiert und anschliessend analysiert.

Die Ergebnisse liefern demnach laut BFS Tendenzen zum Verkehrsverhalten der Schweizer Bevölkerung, sie entsprechen jedoch hinsichtlich ihrer Präzision nicht den sonst üblichen Standards der Statistiker des Bundes.

SRF 4 News, 11.12.2020, 14.00 Uhr

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154 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Was von den zuständigen Aemtern, Experten und solchen die es besser wissen vorgesetzt worden ist, ist nicht immer kongruent gewesen und hat die Orientierung nicht erleichtert. Immer gleich geblieben ist jedoch die Regel: Distanz, Hygiene und (wenn nicht von Anfang an) Maske. Ich glaube dass wir primär diese drei Massnahmen einhalten müssen und weitere Einschränkungen nur dort Sinn machen, wo das nicht möglich ist. Wir haben es in der Hand. Gefragt ist nun vor allem unsere Disziplin.
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  • Kommentar von Jürg Roos  (Jueri)
    Wunderbar, in den Kantonen mit den niedrigsten Neuinfektionen dürfen Restaurants länger offenbleiben und Skigebiete sind voll im Betrieb. Da stellt sich mir die Frage, wo stecken sich die Leute an und wo bricht Corona aus? Meist sind ein paar Tage dazwischen und ich befürchte, man holt sich die Krankheit da wo man sich trifft, in Restaurants, an den Bahnen und beim Anstehen davor, dann geht man nach Hause und verteilt die Viren im Wohnkanton.
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    1. Antwort von Delmar Lose  (DeLo)
      Stellen sie sich wirklich noch Fragen?
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  • Kommentar von Christoph Coltellino  (coltellino)
    Nicht nur in Coronazeiten stosse ich mich an der allgemeinen Unvernunft und dem grenzenlosen Egoismus. Ich vermute, dass viele “Argumente”, die hier angeführt werden, von alternativen Fakten zu Kakophonie in den Medien,
    nur der Selbstüberzeugung dienen. Die meisten wissen, wie man sich vernünftig verhalten sollte, aber wollen halt etwas anderes. Also beginnt die Suche nach einer Rechtfertigung, warum man eben doch hedonistischen Grundsätzen folgt und den gesunden Menschenverstand ausschaltet.
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