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Tausende demonstrieren in Bern gegen AHV-Reform
Aus Tagesschau vom 18.09.2021.
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Bewilligte Kundgebung Tausende protestieren in Bern gegen Rentenabbau

  • Mehrere tausend Menschen haben am Nachmittag in Bern gegen eine AHV-Reform «auf Kosten der Frauen» demonstriert.
  • Laut der Nachrichtenagentur Keystone-SDA nahmen mehrere tausend Personen an der Demo teil, die Organisatoren sprachen von 15'000 Leuten.

Die bewilligte Kundgebung begann auf der Schützenmatte. Dann marschierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – mehrheitlich Frauen, aber auch viele Männer – in einem langen Zug durch die Berner Altstadt zum Bundesplatz.

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Die Bilder der Renten-Demo in Bern
Aus News-Clip vom 18.09.2021.
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Die Demonstration fand vor dem Hintergrund der in den eidgenössischen Räten immer noch laufenden Debatte zur AHV-Reform 21 statt. Organisiert wurde sie vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) und von Travail Suisse, einem Dachverband von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Auch einige Parteien sowie Frauenstreikkollektive hatten zur Kundgebung aufgerufen.

Legende: Demonstrierende protestierten an der Kundgebung in Bern gegen den Rentenabbau zulasten der Frauen. Keystone

Auf dem Bundesplatz sprachen bekannte Politikerinnen und Politiker wie SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer und SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard. Die Organisatoren schrieben im Aufruf zur Kundgebung, Frauen erhielten noch immer rund einen Drittel weniger Rente als Männer. Denn die Frauen leisteten den grössten Teil der Pflege- und Sorgearbeit. Das werde aber in der Rentenberechnung ungenügend berücksichtigt, weil diese Arbeit schlecht bezahlt oder unentgeltlich erbracht werde. Deshalb bezögen Frauen – obwohl auch sie ihr Leben lang arbeiteten – im Alter oft viel zu tiefe Renten.

Anstatt die zu tiefen Frauenrenten zu verbessern, plane das Parlament mit der Erhöhung des Frauenrentenalters das Gegenteil: einen Rentenabbau zulasten der Frauen. Auf Transparenten während des Umzugs waren Parolen zu lesen wie «Gleiche Arbeit, gleiche Löhne – erst dann gleiches Rentenalter!» und «AHV-21: Die Gleichstellung geht in Pension».

Nationalbank soll helfen

Mattea Meyer sagte in ihrer Rede, für sie sei klar, dass eines Tages die Arbeitsdauer von Frau und Mann gleich sein werde. Jetzt gehe es aber um «unsere Mütter, die lange gearbeitet haben und nun zurückstehen müssen». Rentenalter 65 sei nur ein Einfallstor für ein verlängertes Rentenalter für alle, so Meyer weiter. Pierre-Yves Maillard sagte, auf der Nationalbank lägen Reserven in Milliardenhöhe. Mit diesem Geld lasse sich die AHV-Reform finanzieren.

Über die AHV-Reform 21 beugte sich der Ständerat am letzten Dienstag. Im Vergleich mit dem Nationalrat will er mehr Frauen unterstützen, die nach dem Inkrafttreten der Reform zuerst in Pension gehen und von der Erhöhung des Rentenalters auf 65 Jahre am stärksten betroffen sind. Nun geht das Geschäft wieder in den Nationalrat. Bereits im Juni hatten die Räte beschlossen, das Rentenalter für Frauen auf 65 Jahre zu erhöhen.

SRF 4 News, 18.09.2021, 15:00 Uhr;

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Interessante Variante Herr Hardy. Fragen: Ist das Ersparte aufgebraucht, wird dann die Rente reaktiviert? Werden Pflegebedürftige in Alters- Pflegeheimen betreut? Wer kommt dann für die Kosten auf? Oder werden die Menschen eher zuhause von Verwandten gepflegt? Einer meiner Gedanken seit Jahren ist, die AHV Rente bei Vermögenden auf die Minimumrente zu reduzieren. Das gäbe sicher eine Ersparnis in Millionenhöhe, die würden es nicht einmal merken.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Die reale Macht der Demographie kümmert sich nicht um die An- und Einsichten dieser Demonstrierenden! Ausserdem ist es extrem unsolidarisch aufgrund der eigenen Nutzenoptimierung die nachfolgenden Generationen überproportional zur Kasse zu bitten!
    1. Antwort von Mark R. Koller  (Mareko)
      Wow! Ueli Lang, in wenigen Worten optimal erklärt, besten Dank!
  • Kommentar von Werner Gerber  (Emmentaler)
    es ist wieder demonstrationszeit für alles und gegen alles. warum immer in bern? der bundesplatz und bundeshaus hätten auch mal gerne mehr ruhe