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Schweiz Bundesrat kürzt Kontingente für Fachkräfte aus Drittstaaten

Die Höchstzahlen für gut qualifizierte Arbeitskräfte aus Ländern ausserhalb der EU oder Efta werden gekürzt. Dies hat der Bundesrat in einer Teilrevision der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) verabschiedet. Die Revision tritt am 1. Januar 2015 in Kraft.

Mann an einer Maschine.
Legende: Künftig dürfen weniger gut qualifizierte Fachkräfte aus dem EU-Efta-Raum in die Schweiz kommen. Keystone

Nächstes Jahr können Schweizer Unternehmen weniger Fachkräfte aus Ländern ausserhalb der EU und Efta rekrutieren als im laufenden Jahr. Der Bundesrat hat entschieden, die Höchstzahlen für 2015 gegenüber dem Niveau von 2014 deutlich zu senken.

  • Nächstes Jahr können Schweizer Unternehmen nur noch 6500 Spezialisten aus Drittstaaten rekrutieren. Der Bundesrat bewilligte 2500 Aufenthaltsbewilligungen (B-Ausweis) und 4000 Kurzaufenthaltsbewilligungen (L-Ausweis). Damit werden die Kontingente für die Bewilligungen um je 1000 Einheiten gekürzt.
  • Die eine Hälfte der jeweiligen Kontingente wird laut dem Bundesrat auf die Kantone verteilt, die andere Hälfte bleibt in einer Bundesreserve.
  • Auch die Höchstzahlen für Dienstleistungserbringer aus EU/Efta-Staaten mit einer Einsatzdauer von über 90 respektive 120 Tagen pro Jahr werden herabgesetzt. Der Bundesrat bewilligte nur noch 2000 Einheiten für Kurzaufenthalter und 250 Einheiten für Aufenthalter. Im laufenden Jahr betrugen die Kontingente 3000 Einheiten für Kurzaufenthalter und 500 Einheiten für Aufenthalter. Die Höchstzahlen gelten für Dienstleistungserbringer, die sich nicht auf das Freizügigkeitsabkommen berufen können.

Erste Anpassung seit vier Jahren

Festgelegt werden die Zahlen in der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE). Diese tritt am 1. Januar 2015 in Kraft. Der Bundesrat hat in der Verordnung auch den Datenaustausch zwischen der Arbeitslosenversicherung und den Migrationsbehörden geregelt.

Der Datenaustausch soll dabei helfen, missbräuchliche Sozialleistungsbezüge zu verhindern. Er ist Teil eines Massnahmenpakets zur Personenfreizügigkeit.

Durch die Reduktion will der Bundesrat auch einen Anreiz für Schweizer Unternehmen setzen, dass sie das im Inland vorhandene Arbeitskräftepotenzial noch effektiver ausschöpfen und fördern, wie er schreibt.

Es ist das erste Mal seit vier Jahren, dass die Regierung die Kontingente anpasst. Für 2011 erhöhte sie die Kontingente für Fachkräfte aus Drittstaaten von 7000 auf die heute geltenden 8000 Einheiten.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Da BR Sommaruga der Partei, welche sich den EU-Beitritt auf ihre Fahne geschrieben hat angehört, ist es ja offensichtlich, dass sie die EU nicht verärgern will. Sowieso nicht, weil sie ja sehr Kanzlerin Merkel nacheifert. Also versucht sie jetzt noch mit einer winzig kleinen "Versöhnungs"- Geste ein Ja für Ecopop in letzter Sekunde ab zuwenden. Frau BR Sommaruga: "Sie sind durchschaut! Sie sollten das Schweizer Volk nicht für dumm verkaufen wollen!"
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Das ist unterschwellig doch reiner "EU-Rassismus" der da über's Kürzen der 3.Staaten-Kontingente betrieben wird. - Dieser Entscheid ist meiner Meinung nach falsch und darf man getrost als der Schweiz "unwürdig" bezeichnen. Die Herkunft der Migranten allein, darf nie eine Rolle spielen. Für mich ist das da, was der BR macht, nur eine "neue Form einer typischen Gauleiter-Verordnung".
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  • Kommentar von Renato Boffi, Brig
    Ob die Schreiber die sich über das Kontingent freuen die fehlenden Fachkräfte ersetzen können, wage ich stark zu bezweifeln.
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