Zum Inhalt springen

Header

Video
Das ganze Interview mit Alain Berset bei «Gredig direkt»
Aus Gredig direkt vom 20.05.2021.
abspielen
Inhalt

Bundesrat über Coronapolitik Berset: «Ich habe die Wissenschaft anfangs zu wenig hinterfragt»

Gesundheitsminister Alain Berset hat in einem Interview persönliche Fehler in der Bekämpfung der Pandemie eingeräumt. «Ich habe am Anfang die Wissenschaft zu wenig hinterfragt», sagte er am Donnerstagabend in einem Interview mit der SRF-Sendung «Gredig direkt».

Es sei im vergangenen Jahr zu Beginn der Pandemie «sehr angenehm gewesen», als der Bundesrat im Einzelnen einfach die Position der Wissenschaft angehört und diese umgesetzt habe. «Dies hat dazu geführt, dass wir behauptet haben, dass Masken sogar schädlich sein könnten», sagte der 49-jährige SP-Politiker.

Wir haben behauptet, dass Masken sogar schädlich sein könnten.
Autor: Alain BersetBundesrat

Die offizielle Position von vielen Experten aus der Wissenschaft habe damals gelautet, dass man in der Bevölkerung die korrekte Anwendung der Hygienemasken nicht einfach voraussetzen könne und eine falsche Handhabung sogar schädlich sein könnte. «Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich das mehr hätte hinterfragen müssen», sagte Berset.

«Nur die besten Impfungen für die Schweiz»

Der Minister verneinte allerdings, dass der Bund zunächst vom Tragen von Masken nur deshalb abgeraten habe, weil zu Beginn in der Schweiz zu wenig Exemplare für alle verfügbar waren. Wäre die Regierung damals der Überzeugung gewesen, dass Masken hilfreich seien, hätte man sich einfach mit dem vorhandenen Material arrangieren müssen, sagte Berset.

Dagegen pries Berset die Entscheide des Bundes in der Impfkampagne. In der Schweiz würden die besten Impfungen gegen das Coronavirus eingesetzt, die es weltweit gebe, sagte der Gesundheitsminister. Es würden nur modernste Impfungen mit der mRNA-Technologie verabreicht. Bis im Sommer könnten das nur sehr wenige Länder überhaupt tun.

Die Krise hat den Teamgeist im Bundesrat gestärkt.
Autor: Alain BersetBundesrat

Die Krise habe den Teamgeist im Bundesrat gestärkt, meinte Berset weiter. Die Situation sei zeitweise allerdings «physisch sehr brutal» gewesen für alle Mitglieder des Bundesrats. Er habe nicht gewusst, ob er «das aushalten kann», sagte Berset. Nach dem ersten Schock sei er Ende April und Mitte Mai 2020 richtig erschöpft gewesen. Er habe unter sehr starkem Druck gestanden. Schlafen habe er aber glücklicherweise immer sehr gut können.

Gredig direkt, 20.05.2021; 22:25 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

214 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Luciano Rousseau  (LLR)
    "Die offizielle Position von vielen Experten aus der Wissenschaft habe damals gelautet, dass man in der Bevölkerung die korrekte Anwendung der Hygienemasken nicht einfach voraussetzen könne und eine falsche Handhabung sogar schädlich sein könnte."
    Im nachhinein bestätigt sich das. Korrekte Anwendung ist nicht möglich in der breiten Bevölkerung, der Nutzen ist auch nicht gegeben und potenzielle Gefahr ist vorhanden, siehe bakterielle Infektionen.
    Hat Herr Berset seine Beobachtungsgabe verloren?
  • Kommentar von Willi Weibel  (Williw)
    Einfach nur zum schämen so eine Sendung, keine kritischen Fragen nichts..da ist das staatsfernsehen wieder einmal dem Auftrag der dritten macht zu Gunsten desBR nicht nachgekommen! Was für ein schwacher BR so ein „Bekenntnis „ und so durchschaubar, passt zu all den Aussagen auf den „Pressekonferenzen „ und den staatsmedien wo ist die unabhängige schweizerpresse geblieben?
    1. Antwort von Andreas Morello  (Andreas Morello)
      SRF ist ein öffentlich-rechtlicher Sender, der grösstenteils mittels einer Abgabe finanziert wird. Nicht aus Steuern oder einer anderen staatlichen Kasse. Die Regierung hat keine Weisungsbefugnis gegenüber SRF. Hier von einem Staatssender zu sprechen finde ich persönlich deplatziert.
  • Kommentar von Sisto Salera  (sisto_salera)
    Hier wird das Wort Wissenschaftler missbraucht. Ein Wissenschaftler ist per Definition in einer wissenschftlichen Einrichtung aktiv tätig. Es gibt unzählige die wissenschftlich studiert haben aber nie oder nicht mehr als Wissenschaftler tätig sind. Herr Koch z.B. war Beamter und nicht Wissenschaftler. Auch ein Arzt oder Dr. jur. in einer Praxis sind KEINE Wissenschaftler!
    1. Antwort von Fritz Jordi  (A.m.m.)
      Die wissenschaftlichen Grundlagen zur Verhältnismässigkeit eines Maskenzwangs für die gesunde Allgemeinheit, hatte der hochzitierte Seniorexperte Peter Jüni Ende März 2020 für die SRG vorgestellt.

      Die Physik hat sich seither nicht verändert. Geändert hat sich lediglich der politische Aktivismus und die Berichterstattung in den westlichen Massenmedien über die vermutete "zunehmende Evidenz" für einen epidemiologischen Nutzen eines Maskenzwangs.