Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Neue Sicherheitsmassnahmen im Labor Spiez abspielen. Laufzeit 01:36 Minuten.
01:36 min, aus HeuteMorgen vom 14.12.2018.
Inhalt

Chemielabor in Spiez Mehr Schutz vor Spionen und anderen Gefährdern

Die Bundesbehörde im Berner Oberland ist im Visier russischer Agenten. Die Sicherheitsvorkehrungen werden verstärkt.

Das Labor Spiez hat Giftgas-Proben aus dem Syrienkrieg untersucht. Es war zudem beteiligt an der Aufklärung des Giftanschlags auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal – und diesen Frühling flogen russische Spionagepläne gegen die Bundesbehörde im Berner Oberland auf.

Das Labor Spiez ist also zur Zielscheibe geworden. Und das hat Folgen: Verteidigungsminister Guy Parmelin hat zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen angeordnet.

Vorschriften erfüllt

Gesichert sei das Labor Spiez schon immer gewesen, die Vorschriften für besonders gefährdete Objekte seien erfüllt – das habe eine Routine-Überprüfung in diesem Jahr gezeigt, sagt Renato Kalbermatten vom Verteidigungsdepartement VBS.

Trotzdem habe man den Schutz weiter hochgefahren, bestätigt er gegenüber Radio SRF: «Im Nachgang zu den Ereignissen, die vorgekommen sind, hat man zusätzliche Massnahmen getroffen, um diese Sicherheitsstandards nochmals auszubauen.»

Bis Ende Jahr Sofortmassnahmen umsetzen

Spezialisten hätten eine Liste mit neuen Vorkehrungen erarbeitet – seit November würden diese umgesetzt, erklärt Kalbermatten. So sei in der IT «eine Verstärkung vorgenommen» worden. Ausserdem wurden bei der Besucherzugangsregulierung zusätzliche Massnahmen getroffen. Bis Ende Jahr will das VBS die Sofortmassnahmen umgesetzt haben.

Neue Regeln und Sicherheitsmassnahmen für Besucher – und mehr Schutz für die Informatik: das VBS reagiert damit auch auf russische Spionagemethoden, die dieses Jahr bekannt geworden sind.

Tickets für die Schweiz

Im Frühling nahmen die holländischen Behörden vier russische Geheimdienst-Mitarbeiter fest. Sie hatten in Den Haag ein Auto mit umfangreicher IT-Ausrüstung direkt vor das Gebäude der Organisation für ein Verbot chemischer Waffen gefahren – offenbar wollten sie sich vom Parkplatz aus ins interne Netz der Vereinigung hacken.

Die Männer hatten bereits Tickets in die Schweiz bei sich – und auf einem ihrer Laptops fanden sich Informationen zum Labor Spiez. Das Bundeslabor dürfte also zu ihren möglichen nächsten Zielen gezählt haben.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Auch wenn vorerst alles Vermutungen sind, so zeigt der Bericht doch wie gefährdet und anfällig IT Systeme sind. Und doch will der BR auf anderer Ebene die digitale ID einführen, erst noch mit Lizens für Privatunternemen und digitales Wählen und Abstimmen. Ich frage mich schon ob unsere Regierung wirklich so naiv ist wie es im Moment scheint.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jürg Häusermann (Ebenda)
      Die digitale ID hat sich in anderen Ländern bestens bewährt. Zudem stellt sie im Zusammenhang mit IT-Spionage überhaupt keine Gefahr dar.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      @Häusermann: Die digitale ID ist vielleicht nicht in Sachen Spionage gefährdet, aber die Identiät der Menschen ist gefährdet. Bei allen Systemen hiess und heisst es, sie hätten sich bewährt und seien sicher, und doch gibt es einen Zwischenfall nach den anderen.Ich denke das diese Sicherheitsbeschwören nur eine Propaganda und Werbemasche der IT Branche sind, immerhin ein Milliarden Markt. Die IT Entwicklung ist abgesehen davon kein natürlicher Evolutionsschritt. Er muss nicht beschritten werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Klaus Kreuter (KallePalle)
    Dieses Institut muss nach den allerbesten Möglichkeiten abgesichert werden. Da gibt es keine Alternative.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von David Neuhaus (Um Neutralität bemüht)
    Gratuliere SRF, ich finde es seht gut das im Artikel klar benannt ist das alles auf Vermutungen basiert. Mit Erklärungen wie man zu diesen Vermutungen gekommen ist. So ehrluch sollte Journalismus sein! PS Ich frage mich was wäre den der Sinn das Labor Spiez auszuspionieren? Wollten die Russen womöglich die Herkunft des Giftes selber herausfinden nachdem sich GB geweigert hat ihnen dafür ein Muster zu übergeben?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Stefan Renevey (weissdassichnichtsweiss)
      Mich würde es interessieren, was es an diesem Post abzulehnen gibt. Oder dann versteh ich etwas nicht daran.
      Krieg ich da Antworten? Danke!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Stefan Huwiler (huwist)
      @Renevey: an diesem Post kann man z.B. ablehnen, dass er sehr direkt unterstellt, dass gewöhnlich nicht klar benannt wird wenn etwas nur auf Vermutungen basiert.Ausserdem wird auch so getan als ob nicht klar wäre woher das Gift stammt und Russland daran gehindert wird bei der Wahrheitsfindung einen Betrag zu leisten. Schliesslich sind die Ausführenden längst bekannt, ihre Wege dokumentiert und eindeutig Russland zuzuordnen - auch wenn keine Videoaufnahme von Putin am Tatort existiert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Stefan Renevey (weissdassichnichtsweiss)
      @ huwist:Und das wissen Sie so genau? Beeindruckend!!
      Ich weiss nämlich gar nichts. Ich hab nur Informationen. Notabene nur von einer Seite. Das macht das Leben einfacher, dann muss ich mir keine Gedanken machen.
      Ich mach mir trotzdem welche...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen