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CO2-Gesetz im Nationalrat Zu wenig engagiert unterwegs?

Das Inlandziel bei den Treibhausgas-Emissionen sei ambitionslos: Das sagt eine neue Studie im Auftrag von Swisscleantech.

Legende: Audio Liegt bei der Reduktion der Treibhausgas-Emissionen mehr drin? abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
01:52 min, aus HeuteMorgen vom 03.12.2018.

Während im polnischen Kattowitz die jährliche Klimakonferenz beginnt, berät der Nationalrat heute das zentrale Instrument der Klimapolitik: das CO2-Gesetz. Der Bundesrat will damit die Treibhausgas-Emissionen bis ins Jahr 2030 um 50 Prozent reduzieren – 20 Prozent im Ausland und 30 Prozent in der Schweiz.

Dieses Inlandziel sei ambitionslos, insbesondere im Vergleich mit umliegenden Ländern, sagt nun eine neue Studie, die im Auftrag des Unternehmerverbands Swisscleantech erstellt wurde.

Christian Zeyer, Geschäftsführer von Swisscleantech
Legende: «Wir sind wenig ambitioniert unterwegs», sagt Christian Zeyer, Geschäftsführer von Swisscleantech. Keystone/Archiv

Minus 30 Prozent im Inland: Das Klimaziel sei erreichbar – und zwar ohne besondere Anstrengungen, stellt Christian Zeyer, der Geschäftsführer von Swisscleantech fest.

Wir haben zum Teil die einfacheren Aufgaben und sind da auch weniger engagiert unterwegs.
Autor: Christian ZeyerGeschäftsführer Swisscleantech

Die Studie, die sein Verband beim Beratungsunternehmen Econcept in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass viel mehr drin liegen würde, nämlich: «Dass wir eine Reduktion von 48 Prozent durchaus erreichen könnten, wenn wir ambitionierter vorgehen würden», sagt Zeyer.

FDP-Nationalrat Peter Schilliger
Legende: Die Schweiz solle sich nicht unnötig einengen, sagt FDP-Nationalrat Peter Schilliger. Keystone/Archiv

Die Studie hat zudem das Schweizer 30-Prozent-Ziel mit denjenigen anderer Länder verglichen. Das Resultat: «Wir sind wenig ambitioniert unterwegs», sagt Zeyer und konkretisiert: «Wir haben zum Teil die einfacheren Aufgaben und sind da auch weniger engagiert unterwegs. Das gilt für Schweden, Deutschland, die Niederlande etc.»

Die EU als solche löst ihre Problemstellungen auch, indem sie in den Nahost- und Südländern ihren Job macht und nicht explizit in Deutschland, Frankreich oder Spanien.
Autor: Peter SchilligerFDP-Nationalrat

Dieser Vergleich funktioniere nur beschränkt, meint FDP-Nationalrat Peter Schilliger. Man müsse auch die Treibhausgasreduktionen dazurechnen, die der Bundesrat im Ausland plant. «Die EU als solche löst ihre Problemstellungen auch, indem sie in den Nahost- und Südländern ihren Job macht und nicht explizit in Deutschland, Frankreich oder Spanien», sagt Schilliger. Die Schweiz solle sich da nicht unnötig einengen.

CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt
Legende: Inländische Massnahmen kämen dem Inland zugute, sagt CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt. Keystone/Archiv

CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt sieht das ganz anders. Er versteht nicht, warum sich Gewerbe und Industrie gegen ein höheres Inlandziel wehren. «Inländische Massnahmen kommen dem Inland zugute. Sie generieren Wertschöpfung in der Schweiz», sagt Müller-Altermatt.

Ich verstehe nicht, warum das Gewerbe sich hier dagegen sträubt.
Autor: Stefan Müller-AltermattCVP-Nationalrat

Die Mehrheit in der vorberatenden Kommission war klar gegen ambitioniertere Klimaziele. Ob sich das im Nationalrat nach dem Hitzesommer und dem alarmierenden jüngsten Bericht des Weltklimarats geändert hat, zeigt sich heute.

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63 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Hertig (phertig74)
    Hat jetzt schon jemand bewiesen, dass CO2 für den Klimawandel verantwortlich ist? Das Ganze hat nur einen Zweck, Abgaben und Steuern generieren. Ich glaube, dass es dem Klima egal ist was wir machen. Im Moment wird es wärmer, irgendwann wird es wieder kälter, das geht schon seit Millionen Jahren so, noch bevor es Menschen gegeben hat.
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  • Kommentar von N Zehner (ZeN)
    Zu wenig engagiert unterwegs? Ja, es ist auch in CH Zeit, sich Gilets Jaunes zuzulegen.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Mit erneuerbaren Energien können wir uns auch ohne zusätzliche Gilets warm halten.
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  • Kommentar von N. Schmid (Schmid)
    Jedes Jahr wird in der Schweiz 30 km^2 neu verbaut. Wenn 30 km^2 der bereits bestehenden Dachfläche jedes Jahr mit Photovoltaik belegt würde, dann kann damit in nur 10 Jahren doppelt so viel Strom produziert werden, wie mit sämtlichen CH-AKW. Da Photovoltaik kein Wasser benötigt, können damit auch Trockenperioden gut überbrückt werden. Mit der Österreichischen Windenergie würde bereits 12% des Schweizer Strombedarfs gedeckt. Man muss in erster Linie wollen anstatt warten, forschen und hoffen.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Diese installierte Kapazität (nach 10 Jahren) könnte an einem schönen Sommertag gegen 50TW Leistung erbringen. Ich glaube Sie sollten sich noch Gedanken machen wie Sie diese Leistung kanalisieren wollen. Es könnte doch sein, dass es für die bestehenden Verbraucher ein bisschen viel ist, oder?
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