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Ackermann: «Können den R-Wert nicht direkt messen»
Aus News-Clip vom 29.12.2020.
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Corona-Fallzahlen Reproduktionswert bleibt wichtiger Indikator – trotz der Kritik

Einer der wichtigen Begriffe in dieser Pandemie ist der R-Wert: die Reproduktionszahl. Er gibt an, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Ihn zieht der Bundesrat heran, um Massnahmen zu verschärfen oder zu lockern.

Wenn er bei 1 liegt, steckt jeder Infizierte im Schnitt einen anderen Menschen an. Somit bleibt die Zahl der Infizierten konstant. Bei einem Wert unter 1 wird die Ausbreitung eingedämmt. Doch der R-Wert ist eine Schätzung, die auf Fallzahlen beruht.

Die Reproduktionszahl ist ein elementarer Aspekt einer Epidemie.
Autor: Martin AckermannPräsident wissenschaftliche Covid-19-Taskforce

Trotzdem ist er ein wichtiger Indikator für das Infektionsgeschehen, sagte Martin Ackermann, Leiter der Taskforce, an der BAG-Medienkonferenz vom Dienstag. «Die Reproduktionszahl ist ein elementarer Aspekt einer Epidemie. Sie beschreibt, wie viele Neuinfektionen pro infizierter Mensch stattfinden. Das ist etwas, dass es tatsächlich gibt, aber das wir nicht direkt messen können. Wir können das abschätzen, zum Beispiel aufgrund der positiven Tests, die gemeldet werden.»

«Kein Automatismus»

Im Dezember ging die Taskforce von einem R-Wert von 1.13 aus – gemessen am 3. Dezember – und forderte Massnahmen. Heute liegt der R-Wert für denselben Tag jedoch bei 1.04. Der Wert wird also regelmässig angepasst. Deshalb stellt sich die Frage: Hat der R-Wert nicht zu viel Gewicht, wenn es um Massnahmen wie Restaurant-Schliessungen geht?

«Wir begrüssen es natürlich, wenn quantitative Aspekte berücksichtigt werden bei Entscheidungen», so Ackermann. «Aber aus unserer Sicht ist es ganz wichtig, dass man solche Werte, zum Beispiel die Reproduktionszahl, nie in Automatismen für Entscheide beizieht.»

Das Fazit: Der R-Wert bleibt ein wichtiger Wert, trotz nachträglicher Anpassungen. Klar ist aber auch, dass die Zahl der Neuansteckungen oder die Auslastung in Spitälern eine ebenso wichtige Rolle spielen, wenn es um neue Massnahmen geht.

SRF 4 News, 29.12.2020, 15.00 Uhr;

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Michel  (9malklug)
    Wenn sogar die Taskforce bei den Infizierten von einer Dunkelziffer von 80-90% ausgeht - wie um alles in der Welt will man da "berechnen", wie viele Menschen von ebendiesen Infizierten angesteckt werden? Um Antwort wird gebeten. Dass wir da kantönliweise im Zehntel- und Hundertstelbereich herumdiskutieren, ist lächerlich. Apropos Dunkelziffer: Bis jetzt gibt es hierzulande über 400'000 "laborbestätigte Fälle" - haben also 2 bis 4 Millionen Schweizer COVID-19 bereits durchgemacht? Uawg ...
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Im Moment haben wir ja nicht mal mehr eine Datenbasis die mit anderen Tagen oder Wochen verglichen werden kann. Es wurde weniger getestet, weniger gemessen und der Shoppingwahnsinn vor Weihnachten schlägt sich auch noch nicht in Infektions- und schon gar nicht in den Totenzahlen nieder...
    Zudem informieren die Medien immer weniger über Corona und bringen News über Dinge die uns nicht tangieren. Damit suggerieren Medien eine Normalität die so noch nicht gegeben ist...
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    1. Antwort von Max Hess  (MAH)
      "Zudem informieren die Medien immer weniger über Corona und bringen News über Dinge die uns nicht tangieren".
      Endlich, den es gibt noch viele andere Probleme auf dieser Welt.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Mindestens so wichtig, wäre die intensive Forschung/Abklärung der Herkunft - Ursache - Verursachung des aktuellen VIRUS und nun auch dessen Mutationen...!? Wodurch entstanden diese überhaupt?
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    1. Antwort von Cornelia Hahnas  (hansi1)
      Weil Viren eben nur mal die Eigenschaft besitzen zu mutieren. Das tun die einfach so ohne das man da vorher sehen kann
      Ganz schön gemein, dass die nicht dazu sagen können. Leider gibt es auch hier nicht die eine richtige schnelle Antwort.
      Nicht verzagen...Liebe Frau Casagrande
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