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Corona-Grafik des Bundes Das sind die Phasen der Epidemieentwicklung

Diese Grafik skizziert, wie die Corona-Epidemie in der Schweiz weiter verläuft, wenn die Massnahmen greifen.

Heute Donnerstag gibt der Bundesrat bekannt, welche Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in den nächsten Wochen gelockert werden können. Denkbar wäre etwa, dass zunächst nur personenbezogene Dienstleister, sowie Gärtnereien und Gartencenter wieder öffnen dürfen, zwei Wochen später dann ein Teil der Schulen, nochmals vier Wochen später dann Bars und Restaurants. «Nun werden wir in eine Transitionsphase übergehen», sagte Innen- und Gesundheitsminister Alain Berset am Dienstag. Doch was meint er damit?

Aufschluss darüber gibt eine Grafik, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bereits letzte Woche veröffentlicht hat und die einen Fahrplan zur Entwicklung in der Corona-Epidemie skizziert. Sie lässt zwar keine Schlüsse auf konkrete Massnahmen zu, zeigt aber in etwa auf, wo wir uns befinden.

Quelle: BAG, 08.04.2020 Epidemieentwicklungin der SchweizMitigationPeakMassnahmenab 16. MärzFallzahl jeden Tag geringer als VortagR<1Fallzahl jeden Tag höher als VortagR>1SchutzRisiko-gruppenTransitionZeitFall-zahlenRigorosesContainment SelbstisolierungSocial Distancing

Zu Beginn der Verbreitung des Coronavirus in der Schweiz ab dem 25. Februar stand das sogenannte Containment, also der Versuch, das Virus einzudämmen. Als die Fallzahlen noch nicht so hoch waren, war man bemüht, mithilfe von Tests Infektionsketten zu identifizieren und Infizierte und deren Kontaktpersonen zu isolieren. Zusätzlich beschloss der Bundesrat in dieser Phase Massnahmen wie das Social Distancing und rief zum Schutz besonders gefährdeter Risikogruppen auf.

Phase der Mitigation

Massnahmenab 16. März

Da die Phase der Eindämmung nicht den gewünschten Erfolg brachte, beschloss der Bundesrat am 16. März weitergehende Massnahmen. Die Phase der Mitigation, also der Schadensbegrenzung begann. Die Fallzahlen waren inzwischen zu hoch, um Infiziertenketten nachzuverfolgen, weitere Hygiene- und Isolationsmassnahmen sollten dazu beitragen, den Epidemieverlauf abzuschwächen.

Das Hauptziel dabei: den sogenannten R0 -Wert unter den Wert 1 zu bekommen, denn dann ist der Peak, der Höhepunkt der Epidemie, überschritten. Der R0 -Wert steht für die sogenannte Basisreproduktionsrate – also für die durchschnittliche Anzahl an Personen, die ein mit dem Coronavirus Infizierter ansteckt. Ohne jegliche Massnahmen würde dieser Wert bei 2 bis 3 liegen.

Mittlerweile liegt dieser Wert in der Schweiz aber wohl unter 1, wie vergangene Woche auch der Epidemiologe Christian Althaus von der Universität Bern schätzte.

Althaus' Berechnungen zufolge liegt die Basisreproduktionsrate bereits deutlich unter 1.

Phase der Transition

MitigationFallzahl jeden Tag geringer als VortagR<1TransitionRigorosesContainment

Bleibt dieser R0 -Wert unter 1, könnte langsam begonnen werden, in die Containment-Phase zurückzukehren. Zwischen der Mitigations- und der Containmentphase liegt die Transitionsphase (orange Ellipse) – also eben diese Übergangsphase, an deren Anfang wir laut Gesundheitsminister Berset momentan stehen.

Wie genau dieser Übergang aussieht, also welche Massnahmen gelockert und welche beibehalten werden, wird heute vom Bundesrat bekanntgegeben.

Zweite Containment-Phase

Rigoroses Containment ZeitContainment

Wichtig ist in der zweiten Containment-Phase auf jeden Fall, dass der R0 -Wert nicht wieder ansteigt, also ein Mensch mehrere Personen ansteckt. Das bedeutet: es bedarf weiter der rigorosen Social-Distancing-Massnahmen, um eine zweite Ansteckungswelle zu vermeiden. Tests, Händewaschen und Disziplin beim Abstandhalten werden also vermutlich weiter Teil des Alltags bleiben. Anderenfalls dürften die Massnahmen vom Bundesrat wieder verschärft werden.

Video
Aus dem Archiv: Bersets Zwischenbilanz: «Es ist gut gegangen»
Aus News-Clip vom 14.04.2020.
abspielen

SRF 4 News, 16.04.2020, 07.00 Uhr

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Erinnern wir uns mal kurz an die hier publizierten drei Szenarien eines Experten. Zwei der drei Szenarien, das Mittlere und Grössere schätzen 10000ende ja 100000ende Todesfälle. Obwohl zu diesem Zeitpunkt die Todesfallquote bereits wieder am Sinken war. Könnte es sein, dass die Experten ziemlich daneben lagen, in ihren Schätzungen und wir eher zur Dramatisierung neigen, denn zur realistischen Einschätzung der Situation? Die Auswertung der Belegung der Intensivbetten führt zum gleichen Schluss.
  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Die Voraussetzungen, die es bräuchte, um kontrolliert die Massnahmen zu lockern (Tests, Masken, Tracking-App, Zahl der Neuinfizierten unter 100) sind noch nicht erfüllt. Darauf sollte man warten, das bisschen Geduld wird man wohl noch aufbringen? Es kann doch nicht im Interesse der Ungeduldigen sein, wenn es erneut zum Lockdown käme.
  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Ich bin sehr froh, dass in dieser Krise besonnene, vernünftige Menschen die Verantwortung über das Vorgehen tragen. Wenn man die Kommentare hier auf SRF news liest und in manche anderen Länder schaut, deren Entscheidungsträger sehr verantwortungslos agieren, dann kann man nur froh und dankbar sein. Ein Virus, von dem man noch wenig weiss (Immunität? Spätfolgen?) und das immerhin ein Drittel unserer Mitmenschen schwer bedroht, wer das nicht ernst nimmt, der ist verantwortungslos.
    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Wie kommen Sie auf 1/3 wo die Sterblichkeitsrate um die 1,6 pro Mille zu liegen scheint, Frau Werle?
      Wollen Sie jeden Virus, der da ist oder wegen der Menschen Rücksichtslosigkeiten gegenüber den Nonhumans noch auf uns 'zukomen' wird, einen Notstand ausrufen? Haben Sie sich schon überlegt, was mit dem menschlichen Immunsystem passiert? Es braucht Luft, Tageslicht, Bewegung, Zuversicht und Freude...
    2. Antwort von Eva Werle  (Eva Werle)
      Ca. ein Drittel der Bevölkerung gehört zur Risikogruppe.
      Die Sterblichkeitsrate kennt man noch nicht.
      Luft, Tageslicht, Bewegung, Zuversicht und Freude bleiben Ihnen unbelassen.