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Noch mehr Verzögerungen beim Impfen
Aus Info 3 vom 20.04.2021.
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Corona-Impfstoffe Lieferkürzungen bringen Juli-Impfziel ins Wanken

Impfwillige müssen mit Verzögerungen rechnen, denn Lieferkürzungen bringen die Impfplanung auch im Mai aus dem Takt.

Bei der Schweizer Impfkampagne gegen das Coronavirus ist definitiv der Wurm drin. Die massive Kürzung bei der Lieferung des Impfstoffs von Moderna vom Wochenende wird kein Einzelfall bleiben, wie Recherchen von Radio SRF zeigen.

In diesen Tagen haben die Kantone erfahren, dass auch die geplanten Liefermengen für den kommenden Monat Mai nicht eingehalten werden können.

Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte der Schweiz, bestätigt: «Wir haben im Rahmen unserer Planung und des regelmässigen Austausches mit dem Bund und dem BAG tatsächlich davon gehört, dass es weniger Lieferungen gibt als ursprünglich in Aussicht gestellt.»

Es ist nicht so, dass es nur ganz wenige Dosen weniger wären.
Autor: Rudolf HauriPräsident Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte der Schweiz

Dabei gehe es offenbar um bedeutende Lieferkürzungen, die Auswirkungen auf die Impfplanung der Kantone hätten, sagt Hauri. Das Ausmass sei zumindest so, dass es für die Planung der Impfungen relevant sei und diese überarbeitet werden müsse. «Es ist nicht so, dass es nur ganz wenige Dosen weniger wären.»

Impftermine werden verschoben

Konkret bedeutet dies, dass alles länger dauert als geplant. In einzelnen Kantonen würden bestimmte Impfgruppen später an die Reihe kommen, in anderen Kantonen werde man Impftermine verschieben müssen, sagt Hauri.

Entscheidend sei auch die Grösse des jeweiligen Kantons, was die Verschiebungen bei den Gruppen angeht. «Es kann aber auch Verschiebungen bei Einzelpersonen geben – entweder innerhalb einer Gruppe oder – wenn schon mehrere Gruppen geöffnet sind – über die Gruppen hinausgehend. Da gibt es jede Variante, die man sich vorstellen kann.»

Ursprünglich hatte der Bund versprochen, bis Ende Juni würden alle, die sich impfen lassen wollen, eine Impfung erhalten. Vor einem Monat korrigierte man dann auf Ende Juli. Nun kommt auch dieser Termin ins Wackeln.

Es gibt auch eine Grenze bei der Kapazitätssteigerung.
Autor: Rudolf HauriPräsident Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte der Schweiz

Denn selbst wenn die jetzt angekündigten Kürzungen für den Mai im Juni ausgeglichen würden, könne man die Impfkapazitäten in den Kantonen nicht beliebig erhöhen, gibt Hauri zu bedenken: «Es gibt auch eine Grenze bei der Kapazitätssteigerung.»

Dies habe beispielsweise mit dem Fachpersonal zu tun. Zudem müsse eine Impfung sicher sein. Hier gebe es einen definierten Ablauf, den man nicht beliebig abkürzen könne.

Schwankungen laut BAG möglich

BAG-Vizedirektorin Nora Kronig bestätigte am Nachmittag vor den Medien, dass es auch im Mai zu weiteren Kürzungen und Verzögerungen bei den Impfstofflieferungen kommen könne.

Kronig wies darauf hin, dass die Verträge und die Lieferkalender quartalsweise gesetzt seien und stellte fest: «Wir sind im zweiten Quartal 2021 somit weiterhin auf Kurs.»

Klare Gründe wurden uns aber noch keine genannt.
Autor: Nora KronigVizedirektorin, Bundesamt für Gesundheit

Die Lieferverzögerungen könnten unterschiedliche Gründe haben, denn die Produktionskette eines Impfstoffs sei hochkomplex: «Es kommt natürlich unter Umständen zu Schwankungen, weil es irgendwo in der Kette einen Fehler gab. Klare Gründe wurden uns aber noch keine genannt», sagte Kronig. Man sei aber zuversichtlich, dass das Ziel erreicht werden könne. Dazu brauche es aber auch die Impfbereitschaft der Bevölkerung.

SRF 4 News, 20.04.2021, 12:00 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Aurel Specker  (Auspec)
    Eigentlich ist die Schweiz dem Impfziel NÄHER als vor einer Woche!
    Wieso?
    Zwar haben sich 200 000 Dosen von Mai auf Juni geschoben, was eigentlich immernoch in der Linie der Planung ist (anstatt zweimal 3mio, ist es jetzt halt 2.8 und 3.2mio. ). Was maximal eine Verzögerung von ZWEI! Tagen nach sich zieht.

    Auf der anderen Seite wurde die Strategie angepasst, und 600k Genesene werden nur noch einmal geimpft. D.h. bei 50% Impfquote, brauchen wir gerade 300k Impfdosen weniger!
  • Kommentar von Mark Keller  (mkel)
    Eine zugegeben grobe Suche ergab, dass in Nachbarländern wie DE oder Ö derzeit nicht über Lieferverzögerungen oder gar Kürzungen von Moderna berichtet wird. Weiss da jemand mehr? Betrifft das wirklich nur die Schweiz? Wenn ja, weshalb? Die Kapazitäten für die Herstellung sind natürlich voll ausgelastet und die Knappheit logisch. Aber explizit von Verzögerungen und gekürzten Lieferungen lese ich gerade nur bezüglich der Schweiz. Wäre u.U. interessant, wenn ihr dem nachgehen würdet @SRF.
    1. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      Nachtrag: Die Suche war wirklich grob. Inzwischen habe ich von ähnlichen Problemen beispielsweise in GB oder Kanada gelesen.
  • Kommentar von Christoph Blaser  (Monti)
    Juli-Impfziel? Da habe ich wohl etwas verpasst?! Ich habe leidglich vor einiger Zeit das kleinlaute Zurückbuchstabieren von BR Berset mitbekommen, dass es per Ende Juni wohl nur für die Erstimpfung für alle Impfwilligen reichen würde. Wann wurde aus Juni Juli? An der heutigen Pressekonferenz sprach auch Nora Kronig noch vom Mitte-Jahr-Ziel, hat auch sie etwas verpasst? Soll das Juni-Ziel nun so ganz langsam und ohne es ganz so explizit auszusprechen aus unserem Bewusstsein verdrängt werden?
    1. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Juli Impfziel ist inkl zweite Impfung. Sie haben also den aktuellen Stand im Kopf.