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Wie umgehen mit dem überschüssigen Impfstoff?
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 12.02.2021.
abspielen. Laufzeit 04:12 Minuten.
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Corona-Impfung Was passiert mit überschüssigen Corona-Impfdosen?

In den beiden Basel haben sich Personen impfen lassen, obwohl sie keine Risikopatienten sind. Der Aufschrei war gross.

Marco Fischer, Direktor der Kinder-Uniklinik in Basel und Dominik Straumann, Präsident der SVP Baselland und Betreiber des Baselbieter Corona-Impfzentrums, haben eines gemeinsam: Beide sind bereits gegen Corona geimpft, obwohl sie weder zur Risikogruppe gehören noch 75-jährig oder älter sind.

Als bekannt wurde, dass die beiden geimpft wurden, gingen die Wogen in der Öffentlichkeit hoch. Im Fall von Marco Fischer war die Kritik derart laut, dass er sich sogar öffentlich entschuldigte.

Gerechtfertigte Kritik?

Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Kritik gerechtfertigt ist. Denn beide geben an, dass sie die Impfung nicht erschlichen hätten. Vielmehr sei es so gewesen, dass es am Ende eines Impftages geheissen habe, es sei noch etwas Impfstoff übrig. Da dieser – einmal angebrochen – nicht mehr transportiert werden kann und schnell verabreicht werden muss, hätten sie sich zur Impfung entschlossen, obwohl sie keine Risikopatienten seien.

Ich bin kein Impfdrängler.
Autor: Dominik StraumannPräsident SVP Baselland

Zuvor habe man das anwesende Spital- respektive Impfpersonal gefragt, ob sich jemand impfen lassen wolle. Dies sei aber nicht der Fall gewesen. Dominik Straumann sagt über sich: «Ich bin kein Impfdrängler.»

Unterschiedliches Vorgehen

In den beiden Basel betonen die Verantwortlichen, dass man mittlerweile genauer wisse, wie man mit den übriggebliebenen Impfdosen umgehen soll. Roman Häring, Sprecher des Kantonalen Krisenstabes: «Im Baselbieter Impfzentrum werden die übriggebliebenen Dosen dem Impfpersonal angeboten.»

Was tun mit dem Impfstoff, der am Abend übrig bleibt?
Legende: Was tun mit dem Impfstoff, der am Abend übrig bleibt? Keystone

In den Alters- und Pflegeheimen werden die übrigen Impfdosen zuerst den Bewohnerinnen und Bewohnern, die sich noch nicht angemeldet haben, angeboten. In zweiter Line käme das Pflegepersonal an die Reihe und erst am Schluss die Impfequipen, die quer durch den Kanton reisen, um die Impfungen in den Alters- und Pflegeheimen durchzuführen, so Häring.

Strengerer Kanton Basel-Stadt

In Basel-Stadt sind die Vorgaben etwas strenger. Im Basler Impfzentrum gebe es eine Liste mit Personen, die zu einer Risikogruppe gehören und die man kurzfristig aufbieten könne, sagt Esther Ammann, Leiterin des Basler Impfzentrums. «Da sind beispielsweise Leute aufgeführt, die vor einer Therapie mit einem Immunsuppressiva stehen und unbedingt vorher geimpft werden sollten.» Diese werden dann sehr kurzfristig abgeholt und ins Impfzentrum gebracht.

Die Regelung in den Alters- und Pflegeheimen ist ähnlich wie in Baselland. Auch in der Stadt soll nur jenes Personal eine übriggebliebene Impfdosis bekommen, das engen Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern hat.

Immer etwas zu viel Impfstoff

Dass es sowohl in den Impfzentren als auch in den Alters- und Pflegeheimen immer etwas zu viel Impfstoff hat, habe einen Grund, sagt der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen: «Impfstoff kann verschüttet werden. In diesem Fall müssten wir angemeldete Personen wieder abweisen. Das wollen wir verhindern, deshalb hat es immer ein bisschen mehr Impfstoff.»

Die Idee sei aber nicht, dass damit Kadermitarbeitende geimpft werden, sagt Steffen: «Darauf achten wir sehr, weil wir bemerkt haben, dass das die Öffentlichkeit als sehr ungerecht erleben kann.»

Regionaljournal Basel, 17:30;

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Die für die Impfung zugelassen können sich für einen Termin anmelden. Alle anderen nicht. Wenn dennoch unabsichtlich Impfstoffe übrig bleibt und man den Verimpft statt wegwirft ist das in Ordnung. Egal an wen man den Verimpft. Diese Aufregung ist einfach nur lächerlich...
  • Kommentar von Anna Mai  (Anna Mai)
    Wie Selbstlos eine Impfdosis zu nehmen, die sonst kaputt gegangen wäre. Daraus schliesse ich, dass er niemanden ü75 kennt, der noch nicht geimpft ist, und an diesem einen Tag bereit gewesen wäre, den Arm hinzuhalten. Das wirft Fragen auf.
    1. Antwort von Roman Wenger  (Rowe)
      Wir hatten bei uns in stationären Wohnen genau die gleiche Situation. Die Impfequipen sind pro Tagen an diversen Standorten tätig und haben nicht die Zeit, auf Personen zu warten, die extra herbei geholt werden müssen. Nach einer halben Stunde warten waren sie wieder weitergezogen.
      Soll man dann den Impfstoff lieber entsorgen?
    2. Antwort von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
      Nein Rowe: Aber 50 min. Warten. Wenn Heime im Voraus wissen, dass sie ev. noch jemanden einladen dürfen, haben die eine kleine Liste und es dauert sicher keine 50 min. bis jemand da ist.

      Es wird ja noch gar nicht versucht.
  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Einfach unglaublich diese Kritik. Es zeigt sich auch hier, wie die Coronamassnahmen Neid und Agression unter der Bevölkerung schürt. Sehr typisch ist ja auch, wie sich die Leute aufregen, die weder skifahren, noch schwimmen, noch in die Sauna gehen, wenn Skigebiete, Hallenbäder, Saunas, etc. geöffnet werden. Dies obwohl mit entsprechenden Schutzmassnahmen und strikten Obergrenzen es hier praktisch zu keinen Infektionen kommt und genau diese Einrichtungen die Abwehrkräfte enorm fördern.
    1. Antwort von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
      Viele gehen jetzt freiwillig nicht in offene Skigebiete, weil die Gefahr dort zu gross ist und verzichten mal für einige Wochen oder eine Saison.

      Ansteckungen betreffen alle. Deshalb geht es alle etwas an.

      Wegen offenen Sporteinrichtungen würden Kinder ev. doch ihre Schule noch verlieren. Etwas über die eigene Nasenspitze hinaus schauen bitte.

      Die Schutzmassnahmen sind oft reine Allibiübungen.
    2. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Genau das ist der Punkt, Frau Langenauer. Man macht Alibiübungen und schliesst Gesundheitseinrichtungen, wo es praktisch kaum zu kritischen Begegnungen kommt (länger 15 Min., näher als 2m), weil man diese ohne grosse Opposition schliessen kann und der Kollateralschaden nicht unmittelbar sichtbar wird, behält aber die Schulen offen, wo es zusammen mit dem familiären Umfeld zu zigtausend kritischen Begegnungen kommt, die das Virus verbreiten, auch wenn einige wenige Studien das verneinen wollen.