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Verzögerungen auf ursprünglichen Impf-Terminplan
Aus Echo der Zeit vom 12.02.2021.
abspielen. Laufzeit 03:41 Minuten.
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Verzögerung bei Corona-Impfung Kantonsärzte fürchten: Es wird Herbst, bis alle geimpft sind

Wer sich gegen Covid-19 impfen lassen wolle, werde das bis spätestens Ende Juni tun können. Dieses Versprechen wiederholte der Bund seit Jahresbeginn immer wieder. Die Kantonsärzte glauben jetzt nicht mehr daran.

Die Bündner Kantonsärztin Marina Jamnicki sprach es als erste aus. Sie sagte gestern gegenüber Radio SRF: «Ich fürchte, bis wir dieses Ziel erreicht haben, wird es Herbst.» Sie ist nicht die einzige mit dieser Befürchtung. Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri, Präsident aller Kantonsärztinnen und -ärzte, der den Blick über die ganze Schweiz hat, sieht es gleich.

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Aus dem Archiv: Nora Kronig Anfang Jahr zum Sommer als Impfziel
Aus News-Clip vom 05.01.2021.
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Dieser «ambitiöse Plan», so Hauri, dass bis Anfang Sommer alle Impfwilligen und damit 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein würden, müsse wahrscheinlich aufgegeben werden. «Es könnte tatsächlich Herbst werden.» Und Hauri geht noch weiter. Auf die Frage, was denn Herbst genau bedeuten könnte, präzisiert er: «Tatsächlich könnte es Spätherbst werden». Das, weil es immer wieder an irgendeiner Stelle in diesem komplexen Prozess Verzögerungen geben könne.

Skepsis aus Erfahrung

Tatsächlich sind es die bisherigen Erfahrungen, welche die Verantwortlichen in den Kantonen skeptisch werden lassen. Angefangen bei den Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff von Pfizer/Biontech bis hin zur stockenden Zulassung des Produkts von Astra-Zeneca. Gerade mit letzterem hatten die Kantone besondere Hoffnungen verbunden. Dieser Impfstoff würde sich zum Impfen in Arztpraxen und Apotheken eignen, was die Impfkapazitäten markant erhöhen würde.

Im neusten Szenario der Armeeapotheke zur Impfstoff-Versorgung in den kommenden Monaten taucht Astra-Zeneca aber gar nicht mehr auf. Dafür sind auf dieser Lieferprognose zwei neue Impfstoffe aufgeführt, von denen der Bund zwar auch schon Dosen bestellt hat, die aber ebenfalls noch nicht zugelassen sind.

Optimistischer Bundesrat – vorsichtigeres BAG

Bundesrat Alain Berset gab sich noch letzte Woche optimistisch, das Versprechen «Ende Juni» halten zu können. Er meinte vor den Medien: «Dieses Ziel können wir gewährleisten – auch wegen der neuen Lieferverträge.» Angesprochen auf die Skepsis der Kantonsärzte äussert sich das Bundesamt für Gesundheit heute vorsichtiger. Es schreibt auf Anfrage: «Der Bund (…) geht davon aus, dass die Schweiz die vertraglich abgemachten Mengen Impfstoff pro Quartal erhalten wird. Das Ziel bleibt weiterhin, dass sich bis im Sommer alle impfen lassen können, die dies wollen.»

Kantonsärzte-Präsident Hauri ist aber selbst dann skeptisch, wenn bei den Zulassungen und den Lieferungen ab jetzt alles nach Plan laufen und im Mai und Juni sehr viel Impfstoff geliefert würde. Die Kantone hätten zwar grosse Kapazitäten bereitgestellt, aber irgendwann stosse man auch an Grenzen: «Wir können das Impfen nicht einfach beliebig beschleunigen.» Darum glaubt Hauri, dass sich der Rückstand auf die ursprüngliche Planung nicht mehr aufholen lässt.

Echo der Zeit, 12.2.2021, 18.00 Uhr

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82 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Das Ziel von Ende Juni können wir gewährleisten! Wie steht es jetzt mit dieser Aussage von Herrn Bundesrat Berset von vergangener Woche?
  • Kommentar von Paul Mongre  (paulmongre)
    Noch vor wenigen Monaten, als die Schweiz die ersten Kaufverträge unterschrieb, wurde in den Kommentaren hier beklagt, das sei alles Geldverschwendung und man müsse doch erst abwarten, ob die Impfstoffe überhaupt wirken. Jetzt zeigt sich, was schon damals abzusehen war: die Schweiz hätte noch viel mehr auf Risiko und mit höherer Priorität kaufen sollen. Das wäre teurer gewesen, aber UK und Israel konnten sich das auch leisten. Diese Länder werden im Sommer weitgehend durchgeimpft sein.
    1. Antwort von Philippe Hayoz  (Filhippos)
      Die genannten Länder haben es sich offenbar geleistet, einen sehr überhöhten Kaufpreis für das Serum zu bezahlen. Das ist Fakt und Verschwendung....
    2. Antwort von Paul Mongre  (paulmongre)
      Ja selbstverständlich haben die einen höheren Preis gezahlt, und warum wohl? Weil sie sich ausrechnen können, dass sich das lohnt. Sie werden ab 2021 weniger Kranke und Tote beklagen als wir und ihre Wirtschaft weitgehend wieder hochfahren können. Man wird in London schon wieder in Pubs sitzen, bevor hier die 40jährigen an die Reihe kommen.
    3. Antwort von Paul Dodd  (PaulD)
      @Filhippos Der UK bezahlt für die Astra-Zenica Impfstoff circa 5 CHf (selbst-kosten Preis), wie andere Nationen. Der Unterschied besteht in der Bewilligungs-geschwindigkeit. Ich glaube auch nicht an eine Vollständige Impfung der Impfwillige Population bis July; mit die jetzige Geschwindigkeit wird in Kanton Bern es bis circa August dauern, bis die alle in Kategorie der über 75-jahrige zwei Dosen erhalten haben.
  • Kommentar von Rok Humar  (Hurok)
    Könnte SRF, service publique, bitte recherchieren, warum der russische Impfstoff es so sagenhaft schwer hat in der Schweiz, theoretisch einem neutralen Staat, anzukommen, bei 92% Effizienz, während unser Staat bei Astra Zeneca bestellt, einem Impfstoff mit beglaubigt weit tieferer Effizienz?
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Rok Humar
      Guten Tag, vielen Dank für den Input. Wir nehmen den gerne auf. Liebe Grüsse, SRF News.
    2. Antwort von Paul Dodd  (PaulD)
      Die Wirkung der Russischen Impfstoff war zu wenig mit publik gemachte Daten untermauert, und mit unabhängig Studien-ergebnisse ausserhalb Russland.