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Anzeichen: Lockert der Bundesrat die Quarantänefrist?
Aus HeuteMorgen vom 12.01.2022.
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Corona-Massnahmen Das erwarten zwei Gesundheitspolitiker vom Bundesrat

Maskentragen und Abstand halten sollen weiterhin gelten – die Quarantänedauer aber verkürzt werden.

Bei der heutigen Bundesratssitzung – der ersten ordentlichen Sitzung nach vier Wochen – steht einmal mehr die Pandemie im Vordergrund. Die Forderung steht im Raum, die Quarantänedauer nach einem Kontakt mit infizierten Personen weiter zu verkürzen – oder sogar ganz aufzuheben. Wirtschaftskreise und wirtschaftsnahe Politiker befürchten ansonsten Engpässe in Industrie und logistischer Versorgung.

Rückenwind erhalten die Forderungen durch die Tatsache, dass die Ansteckungswelle mit der Omikron-Variante des Coronavirus bisher nicht zu mehr Spitaleinweisungen geführt hat, obschon die Infektionszahlen durch die Decke gehen. Und: Sogar Taskforce-Präsidentin Tanja Stadler sprach sich am Dienstag für die Möglichkeit einer Verkürzung der Quarantänedauer von derzeit sieben auf fünf Tage aus.

Weniger Spitaleintritte trotz Omikron-Welle

Hinter der Forderung stehen auch Albert Rösti, SVP-Nationalrat und dort Präsident der Gesundheitskommission, sowie sein Kollege Erich Ettlin von der Mitte-Partei, der die ständerätliche Gesundheitskommission präsidiert. «Die einfachen Massnahmen – Maskentragen, Abstand halten und Händewaschen – muss man weiterführen. Die Quarantäne muss gelockert werden», sagt Rösti.

Quarantäne gleich ganz abschaffen?

Rösti hofft sogar, dass der Bundesrat die Quarantäne gleich ganz abschafft. «Es fehlen Arbeitskräfte – deshalb sollte man vermeiden, dass kerngesunde Leute zu Hause bleiben müssen», sagt der SVP-Nationalrat. Andernfalls entstünden in vielen Bereichen der Arbeitswelt schon bald massive Probleme.

Weil Omikron viel weniger schwere Krankheitsverläufe verursache, sollte man laut Rösti sogar über eine Abschaffung der Isolation für infizierte Personen ohne schwerwiegende Symptome sprechen.

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Albert Rösti möchte die Quarantäne ganz abschaffen
09:59 min, aus SRF 4 News aktuell vom 12.01.2022.
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Ausserdem erwartet Rösti, dass der Bundesrat jetzt eine Strategie zum Ausstieg aus den Corona-Massnahmen wie 2G in Restaurants und andernorts definiert. «Diese muss langfristig halten», betont Rösti. Dazu gehört für den SVP-Politiker auch ein Ausbau der Spitalkapazitäten. Denn man werde auch in Zukunft mit dem Coronavirus leben müssen, und es werde neue Krankheitswellen geben.

Auf die Spezialisten hören

Mitte-Ständerat Erich Ettlin seinerseits geht davon aus, dass der Bundesrat die Quarantänedauer am Mittwochnachmittag verkürzen, aber nicht ganz aufheben wird. «Ich hoffe, dass die Problematik der Arbeitsausfälle dadurch etwas reduziert wird.»

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Erich Ettlin ist für eine Verkürzung der Quarantänedauer
06:25 min, aus SRF 4 News aktuell vom 12.01.2022.
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Bei der Einschätzung der Situation müsse man sich auf die Spezialisten verlassen, so Ettlin. Und weil die Taskforce-Chefin gesagt habe, eine Verkürzung sei angesichts der meist milderen Verläufe mit Omikron auch aus wissenschaftlicher Sicht möglich, könne dieses Risiko wohl eingegangen werden.

Strategie der Durchseuchung?

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«Mir erscheint eine Durchseuchung eine zu gefährliche Strategie», sagt SVP-Nationalrat Albert Rösti. Es müsse nicht sein, dass Hunderttausende zugleich infiziert seien. Schliesslich gebe es die einfachen Massnahmen, welche auch beibehalten werden müssten. «Die hohen Ansteckungszahlen bedeuten nicht, dass sich die Nichtangesteckten nicht schützen sollen», betont Rösti. Vor allem Risikopatientinnen und -patienten müssten weiterhin möglichst gut geschützt werden.

Zum Thema Durchseuchung sagt Erich Ettlin, Ständerat der Mitte-Partei: «Die Ansteckungszahlen, welche die Taskforce in den kommenden Wochen erwartet, sind in der Tat eine Durchseuchung – es ist aber keine gesteuerte Durchseuchung.» Die aktuelle Situation sei vielmehr eine Konsequenz der extrem ansteckenden Omikron-Variante, so der Mitte-Ständerat.

Eine vollständige Abschaffung der Quarantäne hält Ettlin dagegen «zum jetzigen Zeitpunkt» für verfrüht. Denn man wisse derzeit nicht, wie stark die Ansteckungszahlen in den nächsten Wochen noch steigen werden. Falls diese nochmals massiv ansteigen im Vergleich zu heute, könne eine vollständige Abschaffung der Quarantäne den Anstieg nochmals verstärken, sagt Ettlin.

Schweiz macht das Richtige

Insgesamt beurteilt der Mitte-Politiker das Vorgehen der Schweiz in der Pandemie bislang als «richtig und angemessen» – «vor allem, wenn man die Situation in den Nachbarländern vergleicht, die trotz schärferen Massnahmen nicht überall eine bessere Situation haben».

Der Massstab bleibe die Auslastung der Spitäler, deshalb brauche es jetzt keine Verschärfungen, so Ettlin. Vielmehr solle die Schweiz ihren Weg fortsetzen.

SRF 4 News, 12.01.2022, 06:20 Uhr;

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