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«100er-Regel» für Gastrobranche in Nordwestschweizer Kantonen
Aus Schweiz aktuell vom 08.07.2020.
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Corona-Massnahmen Diese Kantone gehen weiter als der Bund

Verschiedene Kantone haben nach dem Anstieg der Fälle in den letzten Tagen ihre Massnahmen gegen das Virus verschärft.

AG, BL, BS und SO: Die vier Nordwestschweizer Kantone verschärfen die Corona-Massnahmen: In Restaurationsbetrieben und an Veranstaltungen sind nur noch 100 Gäste zugelassen, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können und keine Maskenpflicht vorgesehen ist. Diese Massnahmen sind seit dem 9. Juli in Kraft und gelten im Kanton Basel-Stadt bis Ende Jahr. In den Kantonen Solothurn und Basel-Landschaft dauern die Massnahmen bis Ende August – im Kanton Aargau bis zum 16. August.

Die regionale Senkung der Obergrenze von 300 auf 100 Gäste gilt für Restaurationsbetriebe und öffentliche sowie private Veranstaltungen, die sich lediglich auf das Erfassen von Kontaktdaten beschränken und bei denen weder die Abstandsregeln eingehalten werden können noch Schutzmassnahmen wie Masken oder Abschrankungen zur Anwendung kommen. Mehrere räumlich getrennte Gästebereiche mit je 100 Personen seien aber möglich.

TI: Auch der Kanton Tessin zieht die Schraube wieder an. Dort sind Menschenansammlungen von mehr als 30 Personen verboten. Ausgehlokale dürfen pro Abend maximal 100 Personen bewirten. Nicht nur Nachtclubs und Diskotheken müssen sich an die neue Obergrenze von maximal 100 Gästen halten, sondern alle Restaurationsbetriebe, die eine Konsumation im Stehen erlauben.

Von allen Gästen müssen zudem Name, Wohnort und Telefonnummer aufgenommen und überprüft werden. Die Betreiber der genannten Lokale seien verpflichtet, sich von den Besuchern die Identitätskarten zeigen zu lassen sowie die Richtigkeit der Telefonnummer mittels Anruf sicherzustellen. Die Tessiner Massnahmen gelten vorerst bis zum 19. Juli.

Nun hat der Kanton erneut seine Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus verschärft: Ab kommendem Montag, dem 20. Juli, gilt in Restaurants und Bars eine Maskenpflicht für all jene Mitarbeiter, die mit Kunden in Kontakt stehen. Die Massnahme gelte nur, falls die betreffenden Mitarbeiter nicht durch Plexiglas oder eine andere räumliche Abtrennung geschützt seien, schreibt die Regierung am Donnerstagmittag in einer Mitteilung.

Zudem hat der Kanton Tessin beschlossen, dass ab dem neuen Schuljahr die Lehrkräfte im Lehrerzimmer, in den Schulhausgängen sowie in anderen gemeinsam genutzten Räumen eine Maske tragen müssen. Im Schulzimmer bleibt das Tragen einer Schutzmaske für Lehrkräfte fakultativ, wie die Tessiner Regierung am Donnerstag mitteilte.

ZG: Im Kanton Zug sind in Clubs und Bars seit Montag, dem 13. Juli, im Innern nur noch 30 Gäste erlaubt. Generell gilt eine Obergrenze von 100 Personen. Bei Veranstaltungen ab 300 Personen sind zudem Masken oder der Sicherheitsabstand zwingend. Neu müssen die Namen der Gäste anhand eines Ausweises geprüft und kontrolliert werden, ob die angegebene Telefonnummer korrekt ist.

VS: Auch im Wallis dürfen in Bars und Diskotheken nicht mehr als 100 Personen gleichzeitig anwesend sein. Die Betreiber müssen die Kontaktdaten der Besucher sowie deren Ausweise erfassen und mit einem Kontrollanruf die Telefonnummer überprüfen.

FR: Betreiber von Bars und Diskotheken müssen auch im Kanton Freiburg von den Besuchern neu einen beglaubigten Ausweis und eine Mobiltelefonnummer verlangen. Die Kantonsregierung begrenzt zudem die Teilnehmerzahl an nicht politischen und nicht kommerziellen Anlässen auf 300. Ausnahmen können bei den Oberämtern beantragt werden. Religiöse Feiern – insbesondere Beerdigungen – müssen mit einem besonderen Schutzkonzept durchgeführt werden.

Die Universität Freiburg führt ab dem 1. August eine teilweise Maskenpflicht ein. Grundsätzlich soll jeder zweite Sitz in den Hörsälen und Seminarräumen frei bleiben, zudem auch die vorderste Sitzreihe, um die Dozenten zu schützen. Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden, gilt eine Maskenpflicht.

Masken in Geschäften, Schulen oder Unis

JU: Im Kanton Jura müssen seit Montag, 7. Juli, beim Einkaufen Schutzmasken getragen werden. Das Maskenobligatorium gilt vorerst für zwei Monate. Die Maskentragpflicht in Läden gilt auch für Kinder ab 12 Jahren.

VD: Auch der Kanton Waadt kennt seit dem 8. Juli eine Maskentragpflicht in Geschäften. Allerdings nur dort, wo sich mehr als zehn Personen gleichzeitig aufhalten.

GE: Genf folgt dem Beispiel der Kantone Waadt und Jura. Ab dem 28. Juli gilt eine Maskenpflicht in allen Geschäften des Kantons. Zudem müssen sich Kunden vor dem Betreten eines Geschäfts die Hände desinfizieren. Auch das Personal in Coiffeur- und Schönheitssalons muss neu eine Maske tragen. Weiter sind Bars und Diskotheken verpflichtet, die Kontaktdaten ihrer Kunden zu erfassen.

Einkaufen mit Schutzmasek
Legende: Schutzmaskenpflicht in diesem Einkaufsladen in Lausanne. Keystone

Ausweispflicht bei Clubs und Bars

ZH: Der Kanton Zürich führte als erster Kanton bei Clubs und Bars eine Ausweispflicht ein. Besucherinnen und Besucher müssen einen Ausweis vorzeigen und ihre Handynummer überprüfen lassen. Die Clubs werden zudem dazu verpflichtet, dem Kanton den verantwortlichen Betreiber sowie drei weitere Personen zu nennen, die Zugriff auf die Besucherlisten haben.

Unmittelbar danach hatten auch AG, BS und SO eine Ausweispflicht für Bars und Clubs eingeführt.

SH: Auch in Schaffhauser Bars und Clubs gilt eine Ausweiskontrolle bis vorerst 16. August. Die Betreiber werden verpflichtet, mit der Kontrolle eines amtlichen Ausweises die Richtigkeit der Kontaktdaten zu überprüfen.

LU: Ab dem neuen Schuljahr gilt für Luzerner Gymnasien und Berufsschulen Maskenpflicht. Dafür wird gleichzeitig wieder auf Präsenzunterricht gesetzt. Die Maskenpflicht wird auf dem ganzen Schulareal gelten.

Ab Freitag sind in Restaurants, Clubs und Bars noch maximal 100 Personen erlaubt. An öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit über 100 Besucherinnen und Besuchern, an denen das Einhalten der Schutzmassnahmen nicht möglich ist, muss eine Unterteilung in Sektoren mit maximal 100 Personen erfolgen. Die Kontaktdaten seien pro Sektor zu erheben, teilte das Luzerner Gesundheitsdepartement mit.

BE: Seit dem 10. Juli müssen sich auch im Kanton Bern Besucherinnen und Besucher anhand eines amtlichen Ausweises kontrollieren lassen. Der Regierungsrat verpflichtet die Club- und Barbetreiber zudem, die Handy-Nummern und E-Mail-Adressen der Gäste zu erheben.

Verschiedene Kantone behalten sich zudem weitere Einschränkungen vor, sollten die Fallzahlen wieder stark steigen.

Stand: 16.07.2020

SRF 4 News, 08.07.2020, 15 Uhr;

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Albert-F. Probst  (Whitepasser)
    Vielerorts besteht im Kanton Waadt in den Läden eine generelle Maskenpflicht, Kunden und Personal, da niemand damit Zeit verlieren will zu kontrollieren, ob wirklich 10 Personen anwesend sind.
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  • Kommentar von Remy Chevalier  (CheRemy)
    Wieso gibt es keine Reisesperre für Risikoländer die auf der Liste stehen??? Ich verstehe das nicht!!!
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  • Kommentar von Meinrad Jnglin  (HouliMouli)
    ich bin schwer enttäuscht von unserem bundesrat. obwohl es seit 2012 ein epidemie gesetz gibt und eine abteilung für die vorbereitung einer möglichen epidemie gebildet wurde, ist nichts vorbereitet. dann hat der bundesrat viel zu lange gewartet mit der grenzschliessung von italien und mit anderen wichtigen massnahmen. es gab nicht genug masken und andere wichtige gegenstände. der bundesrat hat einfach nur versagt, bei der ersten welle und bei der nun zweiten. ich bin sehr enttäuscht vom br.
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