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Umgang mit Corona im Klassenzimmer sorgt für Zündstoff
Aus 10 vor 10 vom 21.09.2021.
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Corona-Massnahmen in Schulen Frust der Eltern trifft Schulleitungen mit voller Wucht

In einigen Schulen werden Tests gemacht und Masken getragen, in anderen nicht. Welche Massnahmen sollen die Kinder mittragen? Oft unterscheiden sich die Meinungen der Eltern. Diesen Frust zu spüren bekommen oftmals die Schulleitungen.

Das erlebt auch Stephan Peyer. Der Leiter der Sekundarschule Unteres Furttal in Zürich bekam auch schon Briefe mit Verschwörungstheorien. «In einem mehrseitigen Schreiben drohte man mir mit rechtlichen Schritten wegen des Verstosses gegen die Menschenrechtskonvention.» Der Grund für solche Aussagen sei die Ängste der Menschen, dass da etwas Falsches ablaufe, sagt Peyer.

Das bringt Schulleitungen an den Rand der Belastbarkeit. Auch ich fand eine Zeit lang: Jetzt mag ich bald nicht mehr.
Autor: Lisa Lehner Vizepräsidentin Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz

Diese Ängste der Eltern geben den Schulleitungen viel zu tun. Auch wenn es nur einzelne Beschwerden seien, sagt Lisa Lehner. Sie ist Vizepräsidentin der Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz und führt selbst eine Primarschule in Baden (AG).

«Wir nehmen diese Beschwerden ernst und das braucht viel Zeit.» Deshalb müssten Schulleitungen in der Pandemiezeit einen grossen Zusatzaufwand leisten. «Das bringt Schulleitungen an den Rand der Belastbarkeit. Auch ich fand eine Zeit lang: Jetzt mag ich bald nicht mehr», sagt Lehner.

Ebenfalls unzufrieden

Nicht mehr mögen auch die Eltern, die mehr Anstrengungen von den Schulen fordern, um Ansteckungen tief zu halten. Am Dienstag protestierten drei Elternorganisationen vor dem Bundeshaus. Sie fordern Luftfilter, CO2-Sensoren, Tests sowie eine Maskentragpflicht in den Schulzimmern. «Wir möchten, dass man alles dafür tut, dass Kinder nicht angesteckt werden, bevor sie geimpft werden können», sagt Jonas Hostettler.

Hostettler ist Vater von zwei Kindern und arbeitet als Chemielehrer in Winterthur. Wie er kürzlich der «Rundschau» sagte, seien die Kinder in der Schule zu wenig geschützt. Deshalb tragen seine Kinder dort momentan als einzige eine Maske. Genau das Gegenteil ist bei der Familie Hug aus Tscheppach in der Gemeinde Buchegg (SO) der Fall. Die 12-jährige Julia trägt als einzige in der Schule keine Maske.

Es wäre schön und wünschenswert, wenn sich die Kantone untereinander absprechen würden, was für Massnahmen die Schulen umsetzen sollen. Damit diese diskussionslos für alle gelten.
Autor: Lisa Lehner Vizepräsidentin Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz

Die Meinungen zu Maskenpflicht, wiederholtem Testen und allen anderen Massnahmen in den Schulen sind so unterschiedlich wie die Umsetzung in den einzelnen Kantonen. Darum fordert die Vizepräsidentin der Schulleiterinnen und Schulleiter der Schweiz einheitliche Regeln statt eines Flickenteppichs. Lisa Lehner: «Es wäre schön und wünschenswert, wenn sich die Kantone untereinander absprechen würden, was für Massnahmen die Schulen umsetzen sollen. Damit diese diskussionslos für alle gelten.»

Wie gefährlich ist die Schule für Kinder?

Möglichst wenige einschränkende Massnahmen will Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und -ärztinnen der Schweiz. Die Schule sei für Kinder nicht der gefährlichste Ort, um sich mit dem Coronavirus zu infizieren.

«Kinder werden häufiger von Erwachsenen angesteckt als umgekehrt. Massnahmen in den Schulen rechtfertigen sich deshalb vor allem aus epidemiologischen Überlegungen und nicht als individueller Schutz des einzelnen Kindes», begründet dies Hauri.

Schulleiterinnen und Schulleiter werden also vorerst weiterhin vermitteln müssen zwischen amtlichen Vorschriften und den betroffenen Eltern, welche diese Regeln hinterfragen.

10vor10, 21.09.2021, 21:50 Uhr

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55 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Leider gibt es weder im Artikel noch in den Kommentaren kaum einen Ansatz oder einen Gedanken wie das Problem konkret zu lösen wäre. Es geht entweder darum, die Schuld von sich zu weisen, das Problem zu verdrängen oder andere dafür verantwortlich zu machen.
    Hier wäre eigentlich das Schulpersonal gefragt IHR Problem einer Lösung zuzuführen. Hier wäre eine Plattform dazu. Wo sind sie denn nun, die Lehrer und Lehrerinnen mit IHREN konstruktiven Vorschlägen?
    1. Antwort von Dani Griesser  (PDQ)
      1. Wir Lehrer haben gar nichts zu melden. Entscheidungen werden auf Stufe Schulpflege oder noch höher getroffen. Lehrer setzen nur um.
      2. Wenn, dann diskutieren wir im Team und nicht in so einem Forum.
    2. Antwort von René Baron  (René Baron)
      @Griesser
      Wie schon in anderen Posts von Ihnen, bestätigen Sie leider ein weiteres Vorurteil:
      Wie kann es sein, dass ein Lehrkörper Anliegen der Eltern diskutiert ohne diese mit in die Diskussion einzubeziehen?
      Stellen sie sich eine Privatwirtschaft vor, die ihre Innovation auch heute noch im Stillen Kämmerlein austüftelt und glaubt, dass der Kunde ja eh keine Ahnung von nichts hat :-)
      Würden Sie dort immer noch so denken, wären sie ihre Job los - aber so was von garantiert!
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wie im "Gesundheits-Un-Wesen", ist es leider seit Jahren auch im "Bildungs-Un-Wesen", dass die effektiv wichtigen Personen (Pflege- und Lehr-Personen), welche an der "Front" arbeiten, gar nicht miteinbezogen werden!!
    Für den ganzen "Kantönligeist-Wirrwarr", sorgt die "Gesundheits-Drektoren-Konferenz und die Bildungs-Direktoren" der Schweiz!! "Zu viele Köche, verderben", verwirren, irritieren...!!
    "Gesamtschweizerisch" planen und umsetzen, was die "gesamte Bevölkerung" betrifft!!
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Umso unverständlicher ist mir der "Stress" bei der Schulleitung, wenn man doch einfach mit einem kurzen Telefon auf den Kanton verweisen könnte. Wieso wird auf Stufe der Schule überhaupt diskutiert?
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Pandemie -Mini-Schweiz = unsinniger, kontraproduktiver "Bildungs-Wirrwarr"!!
    Wann wird endlich "gesamtschweizerisch" (was die gesamte Bevölkerung betrifft) gedacht-geplant-umgesetzt und zwar im: "Bildungs-Gesundheits-Sozial,...Wesen"??
    Das würde viel Frustration, Unsicherheit, Ärger in der Bevölkerung verhindern!