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Corona-Zone Schule: Die Angst der Eltern
Aus Rundschau vom 08.09.2021.
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Schutzmassnahmen Corona an Schulen: Der grosse Streit ums Wohl der Kinder

Kritiker und Befürworter streiten über den richtigen Schutz. Beide Seiten argumentieren mit dem Wohl ihrer Kinder.

Christine Hug gehört zu den Eltern, die sich gegen Maskenpflicht, Spucktests und andere aus ihrer Sicht «ausufernden Massnahmen» in den Schulen wehrt. Als Präsidentin des Vereins «Kinder atmen auf» unterstützt sie Familien dabei, Corona-Massnahmen vor Gericht anzufechten. «Die Massnahmen, so wie sie umgesetzt sind, sind nicht zum Schutz der Kinder, sondern schaden ihnen», ist Hug überzeugt. Es seien nicht nur die physischen Einschränkungen, sondern auch die psychischen. «Es ist ein Signal der Angst», sagt sie.

Es ist ein Signal der Angst.
Autor: Christine Hug

In so einer Umgebung sollten Kinder nicht aufwachsen müssen. Ihre Tochter (12) trägt keine Maske. «Ich werde weder testen, noch impfen, noch eine Maske anziehen», sagt Tochter Julia in der «Rundschau». Auch wenn sie während der geltenden Maskenpflicht an ihrer Schule die Einzige in der Klasse war, die ohne Maske zum Unterricht ging.

Forderung nach mehr Schutz

Anderen machen die steigenden Infektionszahlen an den Schulen Sorgen. «In der Schweiz gilt die Annahme, dass das Coronavirus den Kindern nichts machen kann», sagt Jonas Hostettler, Vater von zwei schulpflichtigen Kindern. «Doch das stimmt nicht mit der Realität überein.»

Das ist einfach keine Bagatelle.
Autor: Jonas Hostettler

Gewisse Kinder müssten ins Spital, andere mit Long Covid rechnen, auch bei einem milden Verlauf. «Das ist einfach keine Bagatelle», so Hostettler. Er findet es problematisch, dass die Kinder an vielen Schulen nicht gut genug geschützt seien. «Es braucht regelmässige Tests, viel Lüften, Luftfiltergeräte und eine Maskenpflicht.»

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Corona fordert die Schulen
Aus Schweiz aktuell vom 09.09.2021.
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Das sei zwar nicht lustig für die Kinder, für ihn aber die einzige Alternative, bis eine Impfung für Kinder zugelassen sei. Seine zwei Kinder tragen momentan als Einzige in der Schule Masken. Doch das sei nicht gut, wenn jede Familie sich diese Fragen stellen müsse. «Eigentlich sollten alle eine Maske tragen», so Hostettler. Er möchte, dass der Bund möglichst bald einheitlich starke Schutzmassnahmen beschliesst.

Kampfzone Schule

Zurzeit werden in jedem Kanton die Schutzmassnahmen unterschiedlich angewendet. Oft setzt sogar jede Schule die Weisungen von Bund und Kanton anders um.

Es hat niemand die Kinder gefragt, ob sie durchseucht werden wollen.
Autor: Chantal Galladé Schulpräsidentin

Als Beispiel: In Winterthur etwa versucht Schulpräsidentin Chantal Galladé (GLP) möglichst viele Schutzmassnahmen einzusetzen. Wöchentliche Spucktests, CO2-Messgeräte in den Schulzimmern, Maskentragen wird empfohlen. Galladé:  «Es hat niemand die Kinder gefragt, ob sie durchseucht werden wollen. Also schaue ich es als meine Verantwortung an, die Kinder zu schützen.»

Anders nur wenige Kilometer daneben, bei der Primarschule in Elgg, ebenfalls Kanton Zürich. Hier galt nach den Sommerferien während zwei Wochen Maskenpflicht. Jetzt gelten noch Hygienemassnahmen und Abstand.

Es ist Zeit, dass die Schüler wieder die volle Aufmerksamkeit bekommen.
Autor: Monika Brühwiler Präsidentin Primalschulpflege Elgg

Regelmässig testen will die Präsidentin der Primarschulpflege Elgg, Monika Brühwiler (SVP), nicht: «Wir haben entschieden, dass wir diese Energie, die wir ins Testen stecken, den Kindern zugutekommen lassen. Die mussten so lange auf vieles verzichten. Es ist Zeit, dass die Schüler wieder die volle Aufmerksamkeit bekommen.»

SRF Rundschau, 08.09.2021, 20:05 Uhr

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Sonja Nemeth  (Patschifig)
    Ich finde es verantwortungsls von Eltern, Lehrern, Schulleiter bei Maskenpflicht an der Schule zu dulden, dass Kinder ohne Dispens (Prüfung Schularzt) keine Maske tragen! Andere Kinder werden bestraft wenn sie mit Bauchfreiemshirt in die Schule kommen o.ä., aber ohne Maske ist OK? Soviel zu Thema Rechte und Pflichten und Gleichheit lernen die Kinder an unseren Schulen!
  • Kommentar von Anna Niederhauser  (AnNi)
    Schade, gibt es keinen Resetknopf bei uns......zurück an den Start.....wir versuchen es nochmal. Dann würden wir sehen, ob wir lernfähig sind oder immer und immer wieder in die gleichen Fettnäpfchen treten.

    Da wir das nich können - gäbe es die Alternative....ab sofort gemeinsam an einem Steick zu ziehen, positiv nach vorne zu schauen und uns gegenseitig respektvoll zu unterstützen.

    ....mein ganz grosser persönlicher Wunsch....
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die Unsicherheit der Erwachsenen, verantwortlichen Zuständigen untereinander betreffend der zukünftigen, Sinn machenden Massnahmen während der anhaltenden Pandemie, verunsichert logischerweise auch die Jungen!
    Zuerst untereinander abklären und dann Sinn machenderweise "gesamtschweizerische" Massnahmen ergreifen, erlassen! Zur Beruhigung, Stabilität in der Bevölkerung der Schweiz.