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Corona-Massnahmen: Akzeptanz für Verschärfungen wächst
Aus HeuteMorgen vom 18.12.2020.
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Corona-Massnahmen Kommt es heute zum Shutdown?

Viele Schweizer Politiker haben ihre Meinung geändert: Jetzt fordern sie einen zweiten Shutdown – möglichst sofort.

Vor einer Woche schien noch alles anders. Damals wandte sich die Gesundheitskommission des Nationalrats mit eindeutigen Worten an den Bundesrat. Alles, bloss keine flächendeckenden Verschärfungen, lautete ihre schriftlich eingebrachte Bitte.

Inzwischen hat die Kommission ihre Meinung geändert, wie Ruth Humbel erklärte, CVP-Nationalrätin und Präsidentin der Kommission. «Mittlerweile ist die Erkenntnis gestiegen, dass wir vis-à-vis der überlasteten Spitäler und auch vis-à-vis des sich erhöhenden R-Werts die Verantwortung dem Bund und den Kantonen überlassen müssen. Die Kommission mischt sich da nicht ein.»

Schweiz kann sich Verschärfungen erlauben

Auch der Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker von der SVP ist überzeugt, dass jetzt Verschärfungen nötig seien. Stocker ist Präsident aller kantonalen Finanzdirektorinnen und -direktoren.

Die Schweiz könne sich das erlauben, ist er überzeugt: «Aufgrund der Pandemiesituation und insbesondere der Belegungen unserer Spitäler müssen wir weitere Massnahmen ergreifen. Das wird auch von einem Grossteil der Kantone befürwortet.»

Die Schweiz hat ein gewisses Potenzial, dass sie diese Schäden aushalten kann, solange sie nicht zu lange anhalten.
Autor: Ernst StockerPräsident der Finanzdirektorenkonferenz

Zwar brauche es einen Spagat zwischen der Gesundheit auf der einen und Wirtschaft und Finanzen auf der anderen Seite, doch die Gesundheit der Bevölkerung gehe momentan vor. «Die Schweiz hat ein gewisses Potenzial, dass sie diese Schäden aushalten kann, solange sie nicht zu lange anhalten.»

Gewerbeverband warnt vor Shutdown

Der Gewerbeverband hingegen warnt vor weiteren Verschärfungen. In einem offenen Brief bittet er den Bundesrat, auf einen erneuten Shutdown zu verzichten.

Verbandspräsident Fabio Regazzi betont allerdings, man sei kompromissbereit: «Wir können uns gewisse Verschärfungen vorstellen. Was ich befürchte, ist, dass wir Massnahmen treffen, ohne genau zu wissen, ob sie auch tatsächlich wirken.»

Steigende Fallzahlen bewirken Umdenken

Ganz anders klingt es dagegen vom Verband der Pflegefachleute. Er fordert vom Bundesrat einen harten Shutdown.

In einer Woche kann sich vieles ändern. Es scheint, als hätten die steigenden Fallzahlen und die Hilferufe aus den Spitälern ein Umdenken bewirkt.

HeuteMorgen, 18.12.2020, 06:00 Uhr

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233 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Frischknecht  (refrisch)
    @SRF, weshalb schreibt SRF von einem Shutdown, der Bundesrat sprach jedoch schon im Frühjahr von einem Lockdown? Weshalb unterschiedliche Begriffe?
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    1. Antwort von Ihr Kommentar (SRF)
      @Reto Frischknecht
      Guten Tag Herr Frischknecht
      Danke für Ihren Hinweis.
      Es ist offensichtlich: Das Wort «Lockdown» ist zum allgemeinen Sprachgebrauch geworden, auch von Behörden. Doch streng genommen ist es falsch: «Lockdown» oder «Teil-Lockdown» beschreibt einen Zustand, in dem die Bewegungsfreiheit der Bürger durch Zwangsmassnahmen eingeschränkt wird, also eine Ausgangssperre. Wir sprechen darum von einem Shutdown. Freundliche Grüsse, SRF News
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  • Kommentar von Daniel Ast  (kona2022)
    Wie viel Personal fehlt eigentlich in unseren Spitälern und seit wann genau? Welchen Auslastungsgrad sollen/wollen wir im Regelfall anstreben? Warum ist 80% = 100&? Gemäss aktuellen Daten sind noch 200 Intensivbetten und 5'500 Akutbetten frei. Wo ist das zugehörige Personal für diese Kapazitäten? Diese Umstände möchte ich verstehen - unabhängig der aktuellen Lage. Warum hört man nichts dazu?
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    1. Antwort von Nico Stäger  (Nico Stäger)
      Wenn asymptomatisch positiv Getestete in Isolation und Angehörige von positiv Getesteten in Quarantäne bleiben müssen, dann fehlt das Personal halt auf der Arbeit. Zudem ist klar: Gem. Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin SGI gab es 2008 total 810 zertifizierte IPS-Betten und heute gem. Icumonitoring total 865 (+0,57% pro Jahr). Bevölkerungswachstum CH gem. BfS seit Jahr 2000 = 20%. Und Altersgruppe '65+' hat 47%, also pro Jahr 2.35% zugenommen. Wir haben eine Systemkrise.
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  • Kommentar von Ralph Fischer  (Corona sinnvoll)
    Heute 7.17 Uhr von echten Fachleuten: Studie zeigt besonders effektive Massnahmen:

    Ein Versammlungsverbot für mehr als zehn Personen und die Schliessung von Schulen und Hochschulen waren von Januar bis Mai wohl die effektivsten Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie...

    Am Abend dann die Ernüchterung durch Schweizer Politiker: ein Lockdown für Restaurants.

    Ich glaube, die Schweizer Politiker können nicht lesen. Oder sind sie vielleicht schlauer wie Wissenschaftler?
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