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SKOS: Bis jetzt hält das Netz – doch die Aussichten sind trüb
Aus Rendez-vous vom 07.01.2021.
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Corona-Pandemie Sozialversicherungen: Das Netz hält – bis jetzt

Wenn die Corona-Hilfsmassnahmen auslaufen, befürchtet die Skos einen Anstieg der Anträge auf Sozialhilfe.

Das Schweizer Hilfsnetz ist gut gewoben, dicht und es trägt in vielen Fällen, und auch in der Coronakrise. Der Geschäftsführer der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos), Markus Kaufmann, sagt: «Generell können wir feststellen, dass das Netz der sozialen Sicherheit in den letzten Monaten funktioniert. Wir haben keinen generellen Anstieg bei der Sozialhilfe.»

Taugliches Versicherungssystem

So haben die Sozialämter, abgesehen von Luzern und Genf, keinen signifikanten Anstieg der Gesuche festgestellt. Skos-Präsident, der liberale Nationalrat Christoph Eymann, sagt dazu: «Die Unterstützungen der vorgelagerten Sozialversicherungen sind tauglich für einen grossen Teil der Betroffenen.»

Arbeitslosenversicherung, Erwerbsersatz oder sonstige Hilfsprogramme springen ein und helfen, dass die Betroffenen nicht in der Sozialhilfe landen. Trotzdem hatten die Sozialhilfeämter viel zu tun im Krisenjahr.

Sie wurden zur Erstanlaufstelle für viele Menschen ohne soziale Kontakte oder mit Zukunftsängsten. Skos-Geschäftsführer Markus Kaufmann: «Es gibt auch ganz viele Personen, die sich an die Sozialhilfe wenden und Fragen haben. Dies sind Fragen zu anderen Sozialversicherungen, Fragen, wie sie die Zukunft meistern können.»

Aus Angst keine Hilfe gesucht

Hilfe gesucht haben viele. Einige wenige, die eigentlich Anrecht hätten, hingegen nicht. Sie meldeten sich nicht aus Angst vor Stigmatisierung oder, dass sie das bezogene Geld wieder zurückzahlen müssten. Oder gar, weil sie fürchteten, vielleicht die Schweiz verlassen zu müssen.

«Jetzt haben wir Situationen, dass Leute, die 15 oder 20 Jahre in der Schweiz sind und hier gearbeitet haben und in eine Notsituation kommen, Angst haben, dass sie ihre Niederlassungsbewilligung verlieren», sagt Kaufmann. Ausländerinnen und Ausländer, die Sozialhilfe beziehen, könnten gemäss Ausländer- und Integrationsgesetz ihre Aufenthalts- Niederlassungsbewilligung verlieren.

Wer in diesem Fall auf Sozialhilfe verzichte, gehe das Risiko ein, sich zu verschulden. Er oder sie könnte die Wohnung verlieren. Im schlimmsten Fall landeten diese Personen auf der Strasse oder leiden Hunger, warnt die Sozialhilfe-Konferenz.

Aussichten sind nicht gut

Auch wenn die Fallzahlen nicht gestiegen sind, die Aussichten seien trübe. Sobald die Hilfsmassnahmen ausliefen und die Langarbeitslosen ausgesteuert werden, dann stiegen die Fallzahlen.

Die Gemeinden und Kantone müssten in zwei Jahren mit einer zusätzlichen Belastung zwischen einer halben und einer ganzen Milliarde rechnen. Zurzeit kostet die Sozialhilfe 2.8 Milliarden Franken jährlich.

Eine zusätzliche Belastung sei die auslaufende Unterstützung des Bundes für Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene. Skos-Präsident Christoph Eymann: «Wenn es eine zu grosse Belastung wird, dann wird es wieder ein Thema, dass der Bund gebeten werden soll, zusätzliche Gelder für diese Kategorien für Sozialhilfebeziehende zu sprechen.»

Politisch fordert die Skos, ein Zusammenschluss der Kantone, Gemeinden und privaten Hilfsorganisationen, der Bund müsse die bereits beschlossenen Hilfsmassnahmen weiterführen, bis die Pandemie zu Ende sei. An die eigenen Mitglieder gerichtet ist der Appell, innerhalb der Kantone einen Lastenausgleich einzuführen. Sodass zukünftig stärker betroffene Gemeinden finanziell nicht übermässig belastet würden.

Video
Archiv: Neue Armut. Sozialhilfe steht vor Herausforderungen
Aus ECO vom 18.05.2020.
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Rendez-vous, 07.01.2021, 12:30 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Es könnte sich für die Leute, die in den Branchen der Wahlbedarfsdeckung arbeiten, lohnen, sich eine Stelle in Branchen der Grundbedarfsdeckung zu suchen. Da sind einmal jene Berufe, wo man sich die Hände schmutzig machen muss (Handwerk, Bau, Autogewerbe, Landwirtschaft, etc.) oder wegen Kundenkontakten oder Arbeitszeiten (Gesundheitswesen, Detailhandel, Polizei, Transport, Post, etc.) unbeliebt sind.Dann gibt es aber auch offene Stellen in kundenfernen Branchen(Online, Call-Center, Informatik)
  • Kommentar von Roy McMoshi  (Roy's Meinung)
    Ist es bei diesen Aussichten: ansteigende Sozialkosten und mindere Steuereinnahmen; noch richtig neue Flieger mit Kosten von 18 bis 24 Milliarden Franken (inkl. Unterhalt) zu kaufen?
    1. Antwort von Adrian Steinemann  (steinead)
      Einzig wir sind dafür verantwortlich, da wir ja uns gewohnt sind in den Abstimmungen schön brav zu nicken. Wir glauben immer wieder der Angstmacherei von KMU und Arbeitsplätzen. Eigentlich hätten wir do vieles in der Hand, nützen aber unsere Möglichkeiten nur sehr bescheiden. Was ist in den lezten Jahren nur mit uns passiert?
    2. Antwort von Damian Derungs  (Domino)
      Ist es richtig der der eu miliardeb zu zahlen für gar nichts? Ist es richtig für asylsuchende geld auszugeben, die sowieso abgeleht und nicjt ausgeschaft werden können, statt endlich unsere renten auch in zukunft zu sichern? Ganz stark ansichtssache mein freund. Nicht alles sind linke sozis und das ist auch gut so, oder hast du nichts aus der Geschichte gelernt?
    3. Antwort von Willi Geissbühler  (WG)
      Wir haben darüber abgestimmt und die Abstimmung ist durch. Man muss halt demokratisch solche Entscheide akzeptieren. Die Grünen und Linken müssen das noch lernen.
  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    Hoffentlich gibt der Bund auch den Sozialschwachen noch Geld, welches sie nicht zurückzahlen müssen. Aber ich könnte mir denke das der Bund da sagt das diese nicht Systemrelevant sind wie gross firmen.