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Corona-Tests und Impfungen Auf Druck von Berset: Kantone wollen Kapazitäten erhöhen

Lieferschwierigkeiten, Verteilungsprobleme, IT-Abstürze: Die Schweizer Impfaktion startete harzig. Nun setzen sich Bund und Kantone ambitionierte Ziele.

Gesundheitsminister Alain Berset wählte am Donnerstagabend nach einem Treffen mit Vertreterinnen und Vertreter der Kantone deutliche Worte: «Die Kantone müssen bei den Impfungen und Corona-Tests vorwärtsmachen.» An Altersheimen und an Schulen müsse mehr getestet werden, insbesondere auch Menschen ohne Symptome.

«Dass dies wichtig ist, zeigt sich an der Positivitätsrate der Tests, die immer noch bei durchschnittlich zehn Prozent liegt», sagte Berset. Das sei nach wie vor zu hoch, um die Situation unter Kontrolle zu haben.

Täglich 525 Dosen pro 100'000 Einwohner

Ab Februar werde die Schweiz «mehr bis viel mehr» Impfdosen erhalten, versprach der Gesundheitsminister. Dementsprechend müsse auch die Zahl der Impfungen erhöht werden. Das Ziel ist ambitioniert: Ab Februar sollen in allen Kantonen täglich 525 Dosen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner verabreicht werden, dies an sieben Tagen pro Woche. Im Juni müsse die Impfkapazität dann dreimal höher sein, also täglich rund 1550 Dosen pro 100'000 Einwohner betragen.

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Berset: «Ab Februar sollen die Kantone pro Tag 525 Dosen pro 100'000 Einwohner impfen»
Aus News-Clip vom 21.01.2021.
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Nach mehrmaliger Verschiebung des Termins versprach Berset zudem, dass ab Freitag zweimal wöchentlich über die Impfzahlen in allen Kantonen informiert werde. Die aufgeschaltete Statistik soll Aufschluss geben, wie viele Impfungen die Kantone bisher durchgeführt haben, wie viele Impfdosen verabreicht und wie viele Personen bereits geimpft wurden.

Berset erwähnte zudem die Lieferengpässe bei Pfizer/Biontech. Mit solchen Verzögerungen habe immer gerechnet werden müssen, trotzdem seien sie herausfordernd. Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) räumte ein, dass die erste Zulassung des Pfizer/Biontech-Impfstoffs früher kam als ursprünglich erwartet.

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Engelberger: «Die erste Impfstoff-Zulassung kam früher als wir erwartet hatten»
Aus News-Clip vom 21.01.2021.
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Engelberger zeigte sich vor den Bundeshausmedien entsprechend selbstkritisch. «Es war in der Anfangszeit schwierig, Fahrt aufzunehmen. Wir wären gerne weiter im Prozess.»

Er habe Verständnis für die wachsende Ungeduld bei Menschen, die zur Risikogruppe gehören, und sich noch nicht haben impfen lassen können. «Die Kantone geben ihr Bestes», versicherte er. Die Impfaktion sei ein Mammutprojekt, das es im schweizerischen Gesundheitswesen seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben habe. Dem stimmte auch Alain Berset zu: «Das ist die grösste Impfaktion, die unser Land je gesehen hat.»

Kein Festtags-Effekt in den Fallzahlen

Lukas Engelberger betonte an der Medienkonferenz, dass die Lagebeurteilung der Kantone entsprechend vorsichtig sei. Es gebe aber keinen Festtags-Effekt in den Fallzahlen mehr, und diese seien nicht explodiert. «Die Menschen haben sich um die Weihnachtszeit sehr diszipliniert verhalten. Das schlägt sich in sinkenden Zahlen nieder.»

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Engelberger: «Die Verhaltensregeln bleiben wichtig»
Aus News-Clip vom 21.01.2021.
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Es sei nun umso wichtiger, die geltenden Massnahmen weiterhin einzuhalten, so Engelberger. Die Reproduktionszahl liege gesamtschweizerisch unter 1. Die Auslastung der Intensivpflegeplätze bleibe zwar sehr hoch, jedoch nehme die Zahl der Covid-Patienten kontinuierlich ab. Erste Spitäler nutzen die frei werdenden Kapazitäten wieder, um verschobene Operationen nachzuholen.

COVID-19ImpfstoffCOVID-19-ImpfungZielgruppenAnzahl Personen(Schätzungen)(Eine Person kann in mehreren Gruppen gleichzeitig sein)Total Zielgruppen 1 bis 4: 7 bis 8 Mio. Impfdosen notwendigca. 3.5 bis 4 Mio. Personen

SRF 4 News, 21.01.2021, 18:000 Uhr;

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Dodd  (PaulD)
    Das Populations-Zahl scheint mir etwas zu hoch zu sein (Gruppe 1-4: 4m; Gruppe 5 5.6m = bis 9.6 Million) Nach der Bundesamt für Statistik wär es 8.6 Million. Zudem hätte ich gedacht, es gibt noch keine zugelassene Impfungen für unter 16-jährige.
    1. Antwort von Patrick Roth  (Ff79)
      Pro 100'000 Einwohner würde auch die unter 16 Jährigen einschließen. Also wäre das mal 8.6, da aber 3x525 neuerdings 1550 ergibt, bezweifle ich langsam ob einer im BAG Rechnen kann. Oder war das ein Tipfehler? @srf
    2. Antwort von Ihr Kommentar editor
      @Patrick Roth Guten Abend Herr Roth, besten Dank für Ihren Hinweis. Wir haben die Stelle korrigiert. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Ronny Nemetz  (RonnyRonson)
    Jetzt sind wieder alle überrascht das die Impfstoffe so schnell zugelassen wurden. Ja was ist denn das für eine Arbeitsweise? Wenn ich so arbeiten würde erhalte ich die Fristlose. Das ist ein dummes Geschwätz und zeigt die Unfähigkeit auf
  • Kommentar von Wolfgang Paul  (Wfpaul3322)
    Warum soll man sich anstrengen, wenn das Ziel schon ganz und gar nicht ambitioniert ist?
    Ausserdem nochmal: Man hatte wirklich genügend Zeit, die Impfungen aufzusetzen.