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Verunsicherungen an den Schulen
Aus Rendez-vous vom 21.01.2021.
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Verunsicherung an Schulen Lehrkräfte fordern rasche Impfung – doch das wird schwierig

  • Neuerdings gibt es Hinweise aus Grossbritannien, dass Kinder doch Treiber des mutierten Virus sein könnten.
  • Lehrerverbände sorgen sich um die Gesundheit ihrer Mitglieder und fordern eine Priorisierung bei der Impfung.
  • Aufgrund des Impfstoffmangels wird es aber schwierig mit einer schnellen Impfung.

Der Kanton Aargau hat Gymnasien und Berufsschulen geschlossen. Im Kanton Zürich müssen ab Montag auch die Kinder der vierten Klasse Masken tragen, wie am Donnerstag kommuniziert wurde. In einem Zeitungsinterview sagt Bildungsdirektorin Silvia Steiner zudem auf die Frage, ob man Lehrpersonen beim Impfen priorisieren solle, dass dies im Kanton Zürich geprüft werde.

Genau das fordern auch die Lehrerverbände: Lehrerpersonen könnten zu den Schülerinnen und Schülern nicht immer genügend Abstand halten. Daher müssten sie beim Impfen bevorzugt werden.

Vielleicht komme es sogar so weit, meint Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen – aber sicher nicht im Moment: «Wir können uns gut vorstellen, dass wir auch die Lehrpersonen priorisieren. Aber erst nach den besonders gefährdeten Personen – aber vor allen anderen Erwachsenen, die sich einfach impfen lassen möchten.»

Schülerinnen mit Maske.
Legende: Am Mittwoch hat der Bundesrat darauf verzichtet, schweizweite Massnahmen für die Schulen zu verhängen. Jeder Kanton entscheidet also weiter für sich. Keystone

Aktuell hat es zu wenig Impfstoff, und so gilt noch immer die nationale Impfstrategie. Zuerst werden die Personen geimpft, die am meisten gefährdet sind – also die alten und diejenigen mit schweren Vorerkrankungen. «Sie werden prioritär geimpft, weil ihnen sonst schwere Komplikationen drohen und sie womöglich hospitalisiert werden müssen oder sterben», sagt Berger. Diese Krankheitslast müsse man prioritär verhindern.

Situation wird laufend evaluiert

In der Schweiz gehe man noch immer davon aus, dass Kinder keine Treiber der Pandemie sind, so Impfchef Berger weiter. «Wir haben im Rahmen der Ciao-Corona-Studie nicht gesehen, dass es in der Schule zu vielen Infektionsübertragungen kommt. Wir müssen das deshalb zuerst evaluieren.»

Evaluieren würde man zum Beispiel die Zahlen und Erfahrungen aus dem Ausland. In Grossbritannien etwa zeigte eine Studie auf der Ebene von drei lokalen Behörden, dass bis zu viermal mehr Lehrkräfte mit Covid-19 angesteckt wurden als der Durchschnitt der anderen Gemeindemitglieder.

Nicht nur Lehrkräfte, auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Berufsgruppen, die viel und direkt mit Menschen arbeiten, verlangen einen Vorrang beim Impfen. So die Angestellten der Spitex, Polizisten und weitere Angestellte im öffentlichen Dienst. Aber auch für sie gilt: Erst braucht es genügend Impfstoff. Danach wird die Situation neu beurteilt.

Rendez-vous, 21.01.2021, 12:30 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
    *Neuerdings gibt es Hinweise aus Grossbritannien, dass Kinder doch Treiber des mutierten Virus sein könnten.*
    Äxgüsi. Das ist nicht erst neuerdings bekannt....
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    M.Meier: Ja, nach den Ü80 und allen Risikopatienten, gehören zu diesen anderen Berufgruppen erst mal ganzes Pflegepersonal im Gesundheitswesen, Personal in Spitälern und Arztpraxen, Spitex und Familienhilfen, dann kommt das ganze Personal in Verkaufläden des täglichen Gebrauchs (Migros, COOP, ect), frühestens dann mögen Lehrer dran sein, gleichzeitig mit Personal des ÖV.
  • Kommentar von Martin H. Meier  (Mahame)
    Es gibt einige Berufsgruppen, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko (aktiv/passiv) ausgesetzt sind. Die Lehrpersonen gehören zweifellos dazu.
    Für die anderen heisst es: Charakter zeigen und hinten anstehen.