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Bestatter: «So kann es nicht weitergehen»
Aus SRF News vom 16.11.2020.
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Corona-Tote Westschweizer Bestatter laufen am Limit

In Westschweizer Kantonen haben sich die Corona-Sterbe-Zahlen bei den Senioren über 65 teilweise verdoppelt. In Genf und Freiburg kommen die Städte mit dem Bestatten kaum mehr nach.

Schon wieder ein Sarg. Durch die Corona-Pandemie stösst ein Genfer Bestattungszentrum an seine Kapazitätsgrenze. Allein in diesem November werden hier bis zu 500 Verstorbene kremiert. Das sind doppelt so viele, wie in einem normalen Jahr. Um Schritt zu halten, mussten die zuständigen Behörden Personal einstellen und die Arbeitstage verlängern.

Christina Kitsos, Stadträtin in Genf, sagt dazu: «Wir arbeiten nun auch am Wochenende und unter der Woche haben wir jeden Tag Abdankungsfeiern. Täglich gibt es rund 18 Einäscherungen – so versuchen wir die Wartezeit für Familien zu reduzieren.»

Es tut mir leid, aber der Termin muss noch warten. Wir haben sehr viel zu tun.
Autor: Eric ConusDirektor eines Freiburger Bestattungsunternehmens

Auch Freiburger Bestatter haben alle Hände voll zu tun. Ein weiteres von vielen Covid-Opfern wird gebracht: ein 89-jähriger Mann. Eric Conus, Direktor eines Bestattungsunternehmens, erklärt: «Normalerweise organisieren wir 200 Beerdigungen pro Jahr. Doch wenn die Sterberate weiter so hoch bleibt, dann wären es innerhalb eines Jahres 800. Das muss wirklich ein Ende haben. So können wir nicht weiterarbeiten.»

Eislaufbahn wird zur Leichenhalle

Conus' Telefon klingelt. Ein weiterer Todesfall. «Es handelt sich um Ihre Grossmutter. Mein Beileid. Es tut mir leid, aber der Termin muss noch warten. Wir haben sehr viel zu tun.» Laut dem Direktor des Freiburger Bestattungsunternehmens hängt das gesamte System an einem seidenen Faden.

Sollte die Kapazität nicht mehr ausreichen, könnte der Kanton Freiburg als letztes Mittel eine der Eislaufbahnen in Saint-Léonard als Leichenhalle für die Lagerung der Särge nutzen. Ein Ausnahmefall? Mitnichten. Ähnliche Pläne gibt es im Wallis, in Neuenburg und in Genf.

Tagesschau, 16.11.2020, 12.45 Uhr;

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71 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Pfister  (Simon Pfister)
    Blick-Headline 2017: "Hochbetrieb in Schweizer Krematorien! Die Mitarbeiter des Krematoriums in Bern haben im Januar so viele Tote eingeäschert wie noch nie zuvor in einem Monat. Schuld daran ist die Grippe."
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  • Kommentar von Daniel Ast  (kona2022)
    Ja, Covid-19 kann tödlich sein für geschwächte Körper. Damit ist auch bei der bekannten "saisonalen" Grippe zu rechnen. Wir führen aktuell einen Kampf gegen einen anscheinend unbekannten Gegner. Das gesunde Immunsystem ohne bekannte Vorerkrankungen kann damit erfolgreich umgehen. Wir müssen diese Situation akzeptieren und lernen damit umzugehen. Das Kapazitätsmanagement muss in den Spitälern und den nachgelagerten Prozessen angepasst werden. Das war schon in früheren Jahren der Fall.
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    1. Antwort von Thomas Forster  (ForTom)
      Wohltuender sachlicher Kommetar.
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    2. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Herr Ast, Verharmlosungen sind gefährlich, weil sie die Leute in falsche Sicherheit wiegen und sie sich dadurch nicht mehr an die Regeln halten. Fakt ist, dass 20% der Schweizer Bevölkerung zur Risikogruppe gehört und für diese 1.7 Mio Menschen kann das Virus tödlich sein. Und auch die restlichen 6.9 Mio können an Covid schwer erkranken und irreparable Langzeitschäden davon tragen. Und nein, damit müssen wir uns nicht abfinden, weil man es vermeiden kann, wenn man will.
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    3. Antwort von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
      Kommentar aus warmer Stube geschrieben. Wenn es Sie treffen würde wáre der Kommentar der gleiche?
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    4. Antwort von Philipp Notter  (Phil1)
      Grüezi Herr Ast

      Bin Grundsätzlich Ihrer Meinung. Ein gesundes Immunsystem kommt mit den meisten Coronaviren klar und eine Übertragung wird unterbrochen. Ein starkes Immunsystem in der Bevölkerung wäre sicher die effizienteste Lösung.

      Nur: Das Immunsystem benötigt Training und Support (physisch wie psychisch). Welche Massnahmen fördern dies?
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    5. Antwort von Philipp Notter  (Phil1)
      Grüezi Herr Ast

      Bin Grundsätzlich Ihrer Meinung. Ein gesundes Immunsystem kommt mit den meisten Coronaviren klar und eine Übertragung wird unterbrochen. Ein starkes Immunsystem in der Bevölkerung wäre sicher die effizienteste Lösung.

      Nur: Das Immunsystem benötigt Training und Support (physisch wie psychisch). Welche Massnahmen fördern dies?
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  • Kommentar von Valentin Haller  (Projektionsfläche)
    Viele hier scheinen Schwierigkeiten mit dem Begriff der Übersterblichkeit zu haben und rechnen sich in Eigenregie irgendwelche Zahlen zusammen. Und wozu? Um eine wacklige Argumentation aufrecht zu erhalten. Dabei reicht ein Blick auf die diesbezügliche Webseite des BFS. Hier bitte: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/gesundheitszustand/sterblichkeit-todesursachen.html
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    1. Antwort von Roland Glättli  (R. Maier-G.)
      Und die Zahl der über 65 jährigen hat in den letzten 5 Jahren um über 120'000 Personen zugenommen! Ergo werden, auch ohne Corona, die Sterberaten steigen!
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    2. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      Na ja, ich empfehle die Statistik unter dem folgenden Link anzusehen: https://todesrate.com/. Da werden die Daten des Bundesamtes für Statiskik nach der ANOVA- oder Varianzanalyse ausgewertet. Da sieht man dann sehr schön, dass es im Vergleich mit den Vorjahren statistisch keinen signifikanter Unterschied zu den Vorjahren gibt. Man muss nebest den absoluten Todeszahlen auch das Bevölkerungswachstum berücksichtigen. Und dann bekommt man ein etwas differenzierteres Bild.
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