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Schnelltest für Angestellte in Heimen
Aus Tagesschau vom 26.11.2020.
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Coronavirus Bund prüft Schnelltests in Alters- und Pflegeheimen

Corona ist für ältere Menschen und das Personal in Heimen gleichermassen höchst riskant. In den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft testen erste Institutionen im Schnellverfahren. Nun steht eine nationale Ausweitung zur Diskussion.

Bereits haben 12 von 30 Alters- und Pflegeheimen im Baselbiet Schnelltests eingeführt. Zuvor wurden Pflegefachleute im kantonalen Testzentrum geschult. Zwölf Stunden nach dem Abstrich weiss Reto Wolf von der «Obesunne» in Arlesheim, ob jemand der Bewohnerinnen und Bewohner von Corona infiziert ist. Der Heimleiter zieht eine erste Bilanz: «Bisher mussten wir das mobile Team des kantonsärztlichen Dienstes aufbieten. Dies hat, je nach Auslastung, lange gedauert. Nun können wir sofort testen und schneller reagieren, wenn der Befund positiv ausfällt.»

Bereits nach einer Viertelstunde wissen Angestellte eines Heims in der Stadt Basel Bescheid. Vor einigen Tagen startete hier ein Pilotprojekt. Vor Arbeitsbeginn können sich Mitarbeitende im Nu auf Corona testen lassen. Kantonsarzt Thomas Steffen ist überzeugt, die Pandemie so effektiver bekämpfen zu können. Die ersten Erfahrungen hätten ihn erstaunt. «Wir hatten nach den ersten rund 30 Tests vier positive Ergebnisse – wohlverstanden bei Mitarbeitenden, die keine Symptome hatten».

Hier ist die Ansteckungsgefahr besonders gross

Statistiken zeigen, dass rund die Hälfte aller Corona-Todesfälle in Alters- und Pflegeheimen auftreten. Denn nirgendwo sonst sind so viele verletzliche Personen an einem Ort versammelt, sie sind alt, oft schwach, teilweise krank. Hinzu kommt, dass die Ansteckungsgefahr beim medizinischen Personal überdurchschnittlich gross ist, handelt es sich doch um Berufe, wo körperliche Nähe und der Kontakt mit Krankheiten zum Alltag gehören.

BAG prüft Empfehlung

Bisher liegt noch keine offizielle Empfehlung vor, die Schnelltests schweizweit einzuführen. Bis dato wenden sie erst vereinzelte Einrichtungen in einem halben Dutzend Kantonen an. Daniel Höchlin, Direktor von Curaviva, des Verbands Heime und Institutionen, will nicht selber Empfehlungen abgeben, sondern auf den Bund warten. Seine Zurückhaltung beruht auf kritischen Beobachtungen von Epidemiologen. «Es gibt unterschiedliche Meinungen und Vorbehalte, weil diese Tests zwar schnell, aber nicht so genau sind.» Schnelltests könnten ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Derzeit sei der Bund daran, den Nutzen abzuklären, sagt Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). «Wir müssen Kriterien festlegen und uns einigen, wie wir die Resultate interpretieren und welche Massnahmen zu treffen sind», erklärt die Leiterin der Sektion Infektionskontrolle im BAG) an einer Medienkonferenz. Bis die offizielle Empfehlung spruchreif ist, dürfte es noch «einige Tage» dauern.

Tagesschau, 26.11.20, 19:30 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Monika Güntensperger-Steinberg  (Mona)
    Da ich als Pfleger auch Überträger sein kann, würde ich diese Tests sehr begrüssen. In Deutschland ist es normal, dass man alle 2 Wochen getestet wird! Es gibt allen mehr Schutz und Sicherheit! Gerade im häuslichen Pflegebereich.
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  • Kommentar von Cindy Müller  (cogitoergosum)
    Wäre ich in einem Altersheim, welches ich aller Voraussicht nach eh nicht lebend verlasse, würde ich gerne selbst entscheiden dürfen ob ich das Risiko einer Ansteckung in Kauf nehmen will, um meine Liebsten vielleicht ein letztes mal zu sehen.
    Warum nicht Schnelltests in Kombination mit buchbaren Besuchszimmer (die dann zwischendurch entsprechend gereinigt werden)? Hat denn keiner Ideen gesammelt im Sommer? Was hier manchen Gesellschaftsschichten angetan wird geht schon Richtung Folter.
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  • Kommentar von Leandro Irarragorri  (teonorchobitcia2)
    1000 Todesfälle zu spät.
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