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Thomas Steffen: «Es erhöht das Sicherheitsgefühl auf allen Seiten.»
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 24.11.2020.
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Pilotprojekt in Basel «Mehr Sicherheit»: Basler Altersheim testet Mitarbeitende täglich

Zwei Wochen lang läuft die Pilotphase. Thomas Steffen ist Kantonsarzt von Basel-Stadt. Er sagt, was das bringen soll.

In Alters- und Pflegeheimen fürchtet man sich besonders vor einer Ausbreitung des Coronavirus. Dies, weil die Bewohnerinnen und Bewohner besonders gefährdet sind. In Basel lässt das Gesundheitsdepartement erstmals Mitarbeitende eines Alters- und Pflegeheims täglich auf Corona testen. Die Pilotphase dauere rund zwei Wochen, danach könnten die Schnelltests auf weitere Institutionen ausgeweitet werden, sagt der Kantonsarzt Thomas Steffen im Interview.

Thomas Steffen

Thomas Steffen

Kantonsarzt Basel-Stadt

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Thomas Steffen ist Leiter des Kantonsärztlichen Dienstes in Basel-Stadt. Als Kantonsarzt ist er auch Teil der Krisenorganisation. Er hat sich auch intensiv mit Pandemiegeschichte beschäftigt.

SRF News: Was sind die Gründe, dass Sie nun dieses Pilotprojekt durchführen?

Thomas Steffen: Die Idee ist, dass man mehr Sicherheit in das Alters- und Pflegeheim hereinbringen kann. Davon profitieren beide Seiten: Einerseits die Mitarbeitenden, die dann Gewissheit haben, ob sie ansteckend sind oder nicht. Andererseits die Leitung, die auf diese Weise viel besser die aktuelle Pandemie-Situation im Alters- und Pflegeheim einschätzen kann.

Wie genau läuft das tägliche Testen am Morgen ab?

Eine Ärztin hat die Pflegerinnen und Pfleger zuerst angeleitet. Danach aber ist die Handhabung ziemlich unkompliziert. Eigentlich ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest. Die Pflegenden können den Test selber auswerten.

Müssen alle Mitarbeitenden einen Corona-Test machen?

Die Hürden, einen medizinischen Corona-Test obligatorisch machen zu müssen, sind zu Recht sehr hoch. Wir merken, dass dies auch gar nicht nötig ist. Wenn wir den Mitarbeitenden die Gründe gut erklären können, dann ist die Akzeptanz für diese Massnahme da.

Der Pilotversuch läuft seit Anfang der Woche. Was sind Ihre ersten Erkenntnisse?

Wir haben bereits über 30 Tests durchgeführt. Vier davon fielen positiv aus, was uns selbst sehr überrascht hat. Denn die betroffenen Mitarbeitenden haben keine Symptome gezeigt.

Pflegheime mit Demenz-Kranken sind stärker betroffen vom Virus, weil es dort schwieriger ist, die Schutzmassnahmen einzuhalten.
Autor: Thomas SteffenKantonsarzt Basel-Stadt

In welchem Altersheim lassen Sie die Mitarbeitenden nun täglich einen Corona-Test machen?

Welches Alters- und Pflegeheim das ist, kommunizieren wir nicht. Ich kann aber sagen, dass es sich um ein Heim handelt, das relativ stark von Corona betroffen ist, und wir uns deshalb für dieses entschieden haben. Rund ein Viertel der Bewohnerinnen und Bewohner wurde bereits mit Corona infiziert und auch schon etliche Mitarbeitende. In einer solchen Situation ist das Bedürfnis nach mehr Sicherheit besonders gross.

Warum ist ausgerechnet dieses Alters- und Pflegeheim so stark betroffen?

Bei den Gründen spielt immer auch der Zufall eine Rolle. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass Alters- und Pflegeheime mit dementen Menschen stärker betroffen sind als andere, weil es dort schwieriger ist, die Schutzmassnahmen einzuhalten.

Wie geht es nach der Pilotphase weiter?

Im Moment wollen wir diese Testphase während zwei Wochen durchführen, und dann evaluieren wir erst einmal. Je nachdem entscheiden wir dann, ob wir die Schnelltests breiter einsetzen möchten und in welchen Situationen das Sinn macht.

Das Interview führte Georg Halter.

Regionaljournal Basel, 24.11.2020, 17.30 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Juerg Wyss  (Juerg Wyss)
    Die Tests auf diese Art zu machen bringt gar nix, da mit den Tests nur verhindert werden soll, dass die Insassen nicht infiziert werden. Das Altersheim muss nicht die Insassen schützen, es muss mithelfen, dass sich ausserhalb des Altersheimes weniger Leute anstecken. Durch den Sonderstatus der Risikogruppen wird vergessen, dass wir alle (die gesamte Menscheit) DIE Risikogruppe sind. Jeder kann Träger sein und jeder kann Virenträger werden. Auch negativ Getestete. Und jeder könnte dran sterben.
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    1. Antwort von Bernhard Haeuser  (Bernie H)
      Nein, die Mortalität ist konzentriert auf Ü70. Somit macht diese Massnahmen Sinn und nein, junge, gesunde Personen sollten ihr Leben Leben können. Es kann nicht jeder in einen permanenten Lockdown gehen. Dazu wird diese Pandemie zu lange dauern.
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  • Kommentar von marc ruf  (rmc)
    ich teile die meinung, dass obligatorische tests im betrieb problematisch sind, genauso wie auch ein staatliches impfobligatorium oder eine covid-app. wir sollten aber daran denken, dass der zwang von ganz anderer seite kommen wird: quantas wird nicht die einzige fluggesellschaft bleiben, die einen covid-impfausweis verlangt. und das wird weitere kreise ziehen! wer ins ausland reisen will, wird sich auf einiges gefasst machen müssen.
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    1. Antwort von Martin H. Meier  (Mahame)
      Verschiedene Kulturen lösen Probleme auf unterschiedliche Weise. Wenn man sein Heimatland verlässt gelten andere Gesetze, auch ungeschriebene.
      Als Anregung: in Singapur starben bisher 28 Leute (!) an/mit Corona, Einwohnerzahl 5.6 mio.
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    2. Antwort von Marco Gerber  (Sphex)
      Das gilt es so früh wie möglich zu verhindern! Es kann nicht sein, dass Menschen von vielen Dienstleistungen ausgeschlossen werden, nur weil sie nicht als Versuchskaninchen herhalten wollen.
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    3. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      @Sphex. Wie soll die Schweiz verhindern können, wenn ein Land für die Einreise die Coronaimpfung verlangen würde? Jedes Land ist souverän und muss selber abwägen was für es am besten ist. Als Gegenmassnahme könnten wir einfach nicht in das Land reisen und möglichst keine Ware von dem Land kaufen. Nicht was ich dies unterstütze, aber es könnte s kommen.
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    4. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Herr Gerber, eine Fluggesellschaft ist frei im Entscheid, wen sie befördern will und wen nicht. Drauf haben wir zum Glück keinen Einfluss.
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    5. Antwort von Marco Gerber  (Sphex)
      @Meuri und Santiago: Ich habe mich womöglich etwas ungenau ausgedrückt. Natürlich kann jedes Land seine eigene Entscheidungen treffen, das ist auch gut so. Mir geht es eher darum, dass wir hier in der Schweiz solche Zwänge verhindern.
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  • Kommentar von Hans Meuri  (hmeuri)
    Frau Holzhammer, haben Sie zur Abwechslung auch mal einen konstruktiven Vorschlag, wie man die Gesundheit und das Leben der Heimbewohner wirksam schützen soll?
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    1. Antwort von Juerg Wyss  (Juerg Wyss)
      Herr Meuri haben Sie auch mal eine Frage, die Sinn macht? Man kann weder die Gesundheit schützen noch das Leben. Die Gesundheit ist das Ergebnis aus Lebenswandel und Anfälligkeit, beeinflusst durch Krankheit und Unfall... Das Leben muss man nur schützen, wenn es in Gefahr ist, nicht wenn es gefährlich sein könnte.
      nebenbei, das Leben ist ein zeitlich begrenzter Zustand, der mit dem Tod endet. Dies gilt für alle Lebensformen.
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