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Aus dem Archiv: Welche Rolle spielen KInder in der Pandemie?
Aus Puls vom 16.11.2020.
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Covid-19 bei Kindern «Für steigende Zahlen bei Kindern gibt es mehrere Gründe»

Die Corona-Fallzahlen steigen bei Kindern in den letzten Tagen und Wochen an – vor allem in Deutschland, aber auch in der Schweiz. Liegt es an den Virus-Mutationen? Für SRF-Wissenschaftsjournalistin Katrin Zöfel können mehrere Faktoren solche Entwicklungen hervorrufen.

Katrin Zöfel

Katrin Zöfel

Wissenschaftsjournalistin

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Katrin Zöfel ist Wissenschaftsredaktorin bei SRF. Sie ist Biologin und versucht zu verstehen, wie die Wissenschaft helfen kann, Antworten auf gesellschaftlich wichtige Fragen zu finden.

SRF News: Gerade bei Kindern steigen die Corona-Zahlen stark, bei den Jüngsten bald stärker als in der zweiten Welle. Worin liegen die Gründe?

Katrin Zöfel: Hinter solchen Entwicklungen können immer mehrere Faktoren stecken und oft ist es schwer, diese Faktoren auseinander zu halten. Die Befürchtung, dass die britische Variante B117, die insgesamt um etwa 50 Prozent ansteckender ist, zu mehr Fällen unter Kindern führen könnte, gab es unter Forschern schon im Dezember 2020.

Einzelne Studien sehen für B117 eine bessere Übertragbarkeit unter Kindern, andere nicht – das Bild ist uneinheitlich.

Inzwischen gibt es auch die Beobachtung, dass in den USA, in Israel, aber auch in Deutschland und der Schweiz die Infektionen unter Kindern und Jugendlichen steigen. Ob das wegen der britischen Variante passiert oder nicht, ist damit aber noch nicht bewiesen. Einzelne Studien sehen für B117 eine bessere Übertragbarkeit unter Kindern, andere nicht – das Bild ist uneinheitlich. Auch kann es sein, dass die vermehrten Tests in Schulen bisher unentdeckte Fälle aufdecken, allerdings ist fraglich, wie sehr das ins Gewicht fällt.

Welche Kinder sind gefährdeter: Kleinkinder oder solche, die in die Primar- oder Mittelstufe zur Schule gehen?

Das hat für die neue Variante B117 bis noch niemand wirklich gut untersucht. Grundsätzlich gilt bisher bei Corona, dass die Anfälligkeit mit dem Alter zunimmt. Das kann daran liegen, dass bei Kindern die Immunabwehr durch Corona-ähnliche Viren, die bei Kindern ja laufend Erkältungen auslösen, ohnehin gut auf Corona-Abwehr eingestellt ist. Ein Effekt, der mit zunehmendem Alter nachlässt.

Ansteckungen kann man mit Kita- und Schulschliessungen natürlich gut verhindern, aber der Preis ist hoch.

Was können breite Tests bewirken?

Je mehr getestet wird, umso mehr Fälle werden früh erkannt, also rechtzeitig bevor sie lange Infektionsketten in Gang setzen können. Das heisst: konsequentes, breites Testen senkt effektiv die Zahl von Infektionen, das gilt für alte und neue Virusvarianten gleichermassen.

Welche Testvarianten eignen sich am besten für Schulen?

Es gibt für Kinder geeignete Schnelltests, bei denen es nur einen Nasenabstrich im vorderen Nasenbereich braucht. Deren Ergebnis kann man direkt nach 15 Minuten auf dem Teststreifen ablesen. Eine Alternative sind Spucktests. Sie sind sensitiver, das heisst man übersieht mit ihnen weniger Infektionen. Allerdings müssen diese Tests im Labor ausgewertet werden, es dauert also länger bis das Ergebnis da ist.

Würden Kita- und Schulschliessungen mehr Erfolg bringen?

Kita- und Schulschliessungen sind ein ziemlich radikales Mittel. Ansteckungen kann man so natürlich gut verhindern, aber der Preis ist hoch. Ob B117 unter Kindern und Jugendlichen soviel ansteckender ist, dass Schliessungen oder vermehrt Wechselunterricht nötig werden, kann man jetzt noch kaum abschätzen.

Das Interview führte Alexandros Koulouris.

SRF 4 News, 24.3.2021, 07:00 Uhr;

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84 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Baumann  (Stephan Baumann75)
    Lange wurden Kinder kaum getestet, viele Kinderärzte rieten davon ab, man wurde bei Wunsch ein Kind zu testen eher abgewimmelt. Nun testet bspw. Graubünden 95% der Schulkinder wöchentlich symptomfrei. Logisch dass da viel mehr Fälle gefunden werden, was ja auch das Ziel ist, so können die Schulen offen bleiben und Infektionsketten unterbrochen werden. Die positiven Tests fliessen in die Zählung ein, die negativen werden als Massentests nicht mitgezählt. Ihre Grafik ist dadurch verzerrt.
  • Kommentar von Laura Sp  (LSP)
    Ein Grund wurde nicht erwähnt: die Erwachsenen schränken sich im Moment mehr ein als die Kinder was Kontakte angeht (Homeoffice vs Präsenzunterricht und auch das Freizeitangebot ist nicht so stark eingeschränkt). Das hat natürlich einen guten Grund, nämlich dass die Bildung, die kognitive und soziale Entwicklung der Kinder einen hohen Stellenwert hat und deshalb priorisiert wird. Das ist gut so, aber es könnte auch dazu beitragen, dass wir im Moment vergleichsweise viele Fälle bei Kindern sehen.
  • Kommentar von Michael Mauerhofer  (mmhofer)
    Bitte lasst die Kinder aus dem Spiel !!
    Ich finde es unsäglich, dass 10jährigen vermittelt wird, sie seien eine Gefahr für die (alten) Menschen, darum müssten sie getestet werden, Abstand halten und, wenn sie noch etwas älter sind, dann eine Maske tragen ..
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Das Virus bestimmt, wer betroffen ist. Und Kinder altersgerecht mit der Realität zu konfrontieren gehört zu einer guten Erziehung.
    2. Antwort von Tobias Haas  (ToHa)
      genau meine Meinung. Was bringt es mit immensem Aufwand symptomlose Kinder aufzuspüren um dann 1000e Leute sinnlos in Quarantäne zu stecken? Die Kinder sollen sich Entwickeln, dazu gehören auch Kontakte zu anderen Kindern und damit verbunden die Entwicklung eines funktionierenden Immunsystems. Den Kindern einzureden sie seien schuld wenn jemand stirbt und eine Gefahr für die Menschheit ist schlichtweg eine Frechheit.
    3. Antwort von Michael Mauerhofer  (mmhofer)
      Herr Meuri. Das ist für mich nicht mehr Erziehung. Mit 10 Jahren war in der Schule, während den Pausen, eine meiner liebsten Beschäftigungen mit anderen interessierten Buben meine Kräfte zu messen. Am Boden und im Schwitzkasten. Altersgrecht, mit zielich körperlicher Nähe und ohne Maske ((-;