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Coronavirus – die Zusammenfassung
Aus Rendez-vous vom 25.03.2020.
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Covid-19-Risikopatienten Impfstoff gegen Lungenentzündung nicht mehr verfügbar

Wichtige Medikamente gegen Nebenerkrankungen von Covid-19 werden knapp oder sind nicht mehr verfügbar. Die Leidtragenden könnten Säuglinge sein.

Ärzte schlagen Alarm: Ein wichtiger Impfstoff zur Vorbeugung von Lungenentzündung ist in der Schweiz ab heute bis zum 31. August 2020 nicht mehr erhältlich. Es handelt sich um das Produkt Pneumovax-23 Injektionslösung der Firma Merck Sharp & Drohme. Dies hat das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) bekanntgegeben.

Der Impfstoff ist wichtig für die Vorbeugung pneumonaler Lungenentzündungen, die bei Risikopatienten als Begleiterkrankung auftreten kann. Dazu zählen beispielsweise Patienten mit Immundefekten und mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Auch Senioren können zur Risikogruppe zählen. Da Covid-19 die Lunge angreife, würden Pneumokokken-Impfungen den Patienten der Risikogruppe vorbeugend verabreicht, damit – sollten sie an Covid-19 erkranken – die geschädigte Lunge nicht noch mit einer Lungenentzündung zu kämpfen hat, sagt ein Arzt, der anonym bleiben will: «Die meisten Covid-19-Patienten sterben letztlich an einer Lungenentzündung.» Laut BWL ist für dieses Heilmittel keine andere Impfstoff-Empfehlung verfügbar.

BWL warnt vor Hamsterkäufen

«Virale Atemwegserkrankungen – so auch Covid-19 – erhöhen nachweislich das Risiko bakterieller Infektionen der Atemwege, einschliesslich Lungenentzündungen. Eine erhöhte Nachfrage ist deshalb auch beim Antibiotikum Metronizadol, das ebenso gegen Lungenentzündung eingesetzt wird, festzustellen», schreibt das BWL in einer Mitteilung und warnt deshalb vor Hamsterkäufen bei Metronizadol.

Vor allem für Säuglinge ein Problem

«In der Schweiz kommt es immer öfter zu Lieferengpässen bei Impfstoffen. Dies ist besonders bei Säuglings-Impfstoffen problematisch, da es oft keine Alternativen gibt, um die Säuglinge gegen teilweise lebensbedrohende Krankheiten zu schützen», schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Bei Säuglingen und Kleinkinder wird zur Vorbeugung den Pfizer-Impfstoff Prevenar 13 eingesetzt – aber offenbar kommt dieser auch als Ersatz von Pneumovax 23 bei Risikopatienten zum Einsatz. Jetzt wird dieser Impfstoff knapp. Das BWL bittet deshalb auch hier, von Hamsterkäufen abzusehen.

«In der Schweiz ist wegen der Pandemie ein erhöhter Bedarf am Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff Prevenar13 zu beobachten», schreibt das BWL. Das beruhe möglicherweise auf falschen Informationen, wonach die Pneumokokken-Impfung einen komplizierten oder schweren Verlauf einer Covid-19 verhindern könnte.

Hersteller von Nachfrage überrascht

«Als Folge der sich rasch entwickelnden Covid-19-Situation haben wir einen unerwarteten Anstieg der Nachfrage nach Pneumovax-23, unserem Impfstoff zur Vorbeugung von Pneumokokken-Erkrankungen, erlebt», schreibt der Hersteller Merck Sharp & Drohme auf Anfrage von SRF News. «Eine Vervielfachung der weltweiten Nachfrage in den letzten Tagen hat dazu geführt, dass Pneumovax derzeit nicht mehr lieferbar ist.»

Wann der Impfstoff wieder erhältlich sein wird, kann das Unternehmen nicht sagen. Es schreibt: «Wir arbeiten mit grosser Sorgfalt an der Bewertung unserer Kapazität, diese globale Nachfrage nach Pneumovax-23 zu erfüllen. Wir arbeiten hart daran, die Lieferungen wo immer möglich zu beschleunigen, und evaluieren das Potenzial, dieses Jahr zusätzliche Dosen zur Verfügung zu stellen. Unsere Fähigkeit, in kurzer Zeit zu reagieren, ist begrenzt.»

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Olivia Steiner  (Liv)
    „Der Impfstoff ist wichtig für die Bekämpfung der Lungenentzündung, die bei mit dem Coronavirus infizierten Menschen oft als Nebenerscheinung auftritt.“ - ein Impfstoff kann nur vorbeugen, nicht bekämpfen, und die von Sars-CoV-2 verursachte Lungenentzündung hat nichts mit einer Pneumokokkenpneumonie zu tun! Es kann natürlich Superinfektionen geben - aber Risikogruppen bezüglich dieser Art von Pneumonien sollten unabhängig von Corona bereits geimpft sein.
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    1. Antwort von Jonas Meury  (taigersuiss)
      "ein Impfstoff kann nur vorbeugen, nicht bekämpfen"
      Wie sieht es denn bei der Tollwut Impfung aus?
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  • Kommentar von Olivia Steiner  (Liv)
    Habe ich medizinisch etwas verpasst? Pneumovax und Prevenar werden zur Vorbeugung von Pneumokokken-Pneumonien bei Risikogruppen eingesetzt (z.B. Lungenkranke) - also VOR der Erkrankung, nach Impfschema verabreicht. Dieser Artikel impliziert doch, dass man diesen Impfstoff WÄHREND einer Corona-Erkrankung geben würde. Das macht aus meiner Sicht null Sinn, und ist eine reine Irreführung der Leser, die nun befürchten, dass ihnen eine Corona-Therapie abhanden kommt! Der Autor möge mich korrigieren...
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Jetzt bekommen alle jungen Mütter oder Schwangere Panik um ihren Nachwuchs. Ist es das, was mit diesem Beitrag beabsichtigt wird? Sehr konstruktiv in diesen Zeiten. Vielen Dank...
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