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Mit speziellen Kampagnen die impfferne Bevölkerung animieren
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 29.06.2021.
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Covid-Impfungen So wollen die Kantone Impfmuffel und Migranten erreichen

Mit prominenten Ausländern, Impftagen auf dem Land und anderem sollen jene erreicht werden, die noch nicht geimpft sind.

Die Gesundheitsbehörden in den Kantonen sind beunruhigt: Zum einen verbreiteten sich aggressivere Cornona-Mutationen auch hierzulande stetig. In Portugal und Australien werden Teile des öffentlichen Lebens deshalb bereits wieder heruntergefahren.

Es gibt viele Leute, die sind nicht gegen das Impfen, es ist ihnen aber nicht so wichtig.
Autor: Thomas SteffenKantonsarzt Basel-Stadt

Auf der andern Seite macht sich auch hierzulande eine gewisse Impfmüdigkeit breit. Der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen sagt es so: «Es gibt Leute, die sind nicht gegen das Impfen, aber es steht bei ihnen nicht im Vordergrund. Dann haben wir eine stattliche Anzahl von Migranten, die sich aus Unwissenheit nicht impfen lässt.»

Gezielte Kampagnen für Impfmuffel und Migranten

Hier möchte der Kanton Basel-Stadt ansetzen. Er hat deshalb mit prominenten Vertreterinnen und Vertretern aus den verschiedenen Ausländergruppen Kontakt aufgenommen.

Migranten sind teilweise schlecht über das Impfen informiert.
Autor: Thomas SteffenKantonsarzt Basel-Stadt

Sie sollen ihre Landsleute mit gezielten WhatsApp-Nachrichten ansprechen und auf die Vorteile des Impfens hinweisen. «Migranten sind zum Teil sehr schlecht informiert», sagt Thomas Steffen weiter. Deshalb sei die Impfquote bei ihnen etwa halb so hoch wie bei den Einheimischen.

Die nächste Gruppe sind die «Impfmuffel», also jene Zeitgenossen, denen das Impfen nicht so wichtig ist.

Die Impfmuffel sitzen häufig in ländlichen Gemeinden.
Kantonaler Krisenstab Baselland

Hier soll eine Kampagne des Bundes schweizweit für den nötigen Schub sorgen.

Landbevölkerung steht abseits

In Baselland hat der Kantonale Krisenstab festgestellt, dass die Impfbereitschaft bei der ländlichen Bevölkerung nur etwa halb so hoch ist wie in der Agglomeration oder in den grossen Gemeinden.

«Die Impfmuffel sitzen häufig in ländlichen Gemeinden», heisst es. Deshalb schickt der Kanton Impfteams in die kleinen und abgelegenen Gemeinden. Bei ihnen können sich Interessierte ohne Voranmeldung impfen lassen.

Kanton Bern mit vielfältigem Angebot

Im Kanton Bern haben die Behörden schon vor Längerem eine erhöhte Impfabstinenz in den abgelegenen Gebieten festgestellt.

Deshalb kurvt seit einem Monat ein Impftruck durch die Gemeinden im Berner Oberland und im Berner Jura. Täglich können so 510 Impfdosen verabreicht werden.

Um besser an die sozial Schwachen heranzukommen - auch sie sind weit weniger geimpft als andere - werden sie via Sozialdienste kontaktiert. «So erreichen wir etwa 50 000 Personen», sagt ein Behördensprecher. Auch mit dem Imam in Bern oder einer angesehenen türkischstämmigen Ärztin stehe man in Kontakt, damit diese auf ihre Landsleute einwirken können. Und seit Kurzem kann man ohne Voranmeldung in die Berner Impfzentren einmarschieren.

Impfung in Aargauer Shopping-Zentren

Der Kanton Aargau will Impfungen im August und September auch in ausgewählte Shopping-Zentren von Coop und Migros anbieten. Zudem kann man im ganzen Aargau zu bestimmten Zeiten ohne Voranmeldung in die Impfzentren gehen. In Solothurn gab es beispielsweise auch einen Lehrerinnen- und Lehrerimpftag, ein Kinderimpftag ist geplant.

Impfen in Apotheken

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Impfen in Apotheken

Im Aargau und in Solothurn kann man sich in einzelnen Apotheken impfen, Link öffnet in einem neuen Fenster lassen. Andere Kantone sind zurückhaltender, da Apotheken nie wissen, wie viele Personen kommen werden. Angebrochene Impfdosen müssen nach wenigen Stunden vernichtet werden. Ein Pilotversuch im Aargau habe aber gezeigt, dass die Impfabgabe in Apotheken gut funktioniere, heisst es.

Zürich will Randständige besser erreichen

Die Stadt Zürich will Obdachlosen, Menschen mit Suchtproblemen oder Sans-Papiers eine Corona-Impfung ermöglichen. Seit einigen Tagen können sich Randständige im Ambulatorium Kanonengasse ohne viel Bürokratie impfen lassen. Eine erste Bilanz zeigt: Schon über 100 Menschen haben das Angebot genutzt.

Andere Kantone sind noch zurückhaltender

In vielen andern Kantonen hat es vereinzelte Impftage ohne Voranmeldung gegeben, Impftage in Firmen mit hohem Ausländeranteil oder spezielle Aufrufe.

Regionaljournal Basel, 26.06.2021, 17:30 Uhr;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Huber  ("Hu" goot au...!)
    Unser Land besteht demzufole aus Genesenen, Geimpften, Getesteten, Impfmuffeln und Migranten. Ok, ergänzt noch durch die Leute, die noch auf Ihre Impfung warten...
    Schönes Land.
    Bekenne mich nicht ohne Stolz als Schweizer Impfmuffel (ohne Migrationshintergrund ;-)
  • Kommentar von Thomas Huber  ("Hu" goot au...!)
    “Impfmuffel und Migranten". Als noch nicht impfüberzeuter Schweizer in der x+1ten Generation in unserem schönen Land zuhause respektiere ich die Problematik des erfolgreichen Erreichens und Überzeugens dieser zwei Gesellschaftsgruppen in unserem Land - und bin rat- und sprachlos.
    Was so alles auch mit Text und Sprache so ausgedrückt werden kann. Schon erstaunlich, wie klever die Wortwahl...!
  • Kommentar von Tobias Flückiger  (Töbu)
    Den Ansatz, Leute persönlich anzusprechen, sogar zu ihnen zu gehen, finde ich super. Hätte man bei den Vulnerablen so machen sollen, wo es um den Selbstschutz ging bzw. die Möglichkeiten, das zu bewerkstelligen. Bei der Impfung stört mich, dass schon die Allgemeinheit m. E. nicht genügend detaillierte Infos zu den Risiken und Nutzen (Risikoverminderung) erhält. Bleibt zu hoffen, bei den Migrantinnen und Skeptikern vom Lande macht man das jetzt besser.
    1. Antwort von Tobias Flückiger  (Töbu)
      Um nicht zu klagen: Jetzt, wo es ums Impfen geht, haben sie die guten Ideen! Wäre auch nur die App so gepusht worden! Und ehrlich, einen auf Nähe machen ist auch nicht das Richtige. Schade, wohne ich Agglo, sonst würde denen Hören und Sehen vergehen ab meinen Fragen! - Trotzdem besteht die Chance, dass bei einem persönlichen Gespräch mehr daraus wird. An solchen Kleinigkeiten halte ich mich fest.
    2. Antwort von Andreas Morello  (Andreas Morello)
      Ich gehöre zur Risikogruppe und wurde von meinem Hausarzt kontaktiert betreffend der Corona-Impfung. Ich fand es gut, dass im Kanton St. Gallen die Hausärzte schon früh miteinbezogen wurden.