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Pink Cross sieht starkes Signal für «Ehe für alle»
Aus SRF 4 News aktuell vom 06.01.2020.
abspielen. Laufzeit 04:25 Minuten.
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CVP-Plan gegen «Heiratsstrafe» «Die ‹Ehe für alle› rückt näher»

Die am Wochenende von CVP-Chef Gerhard Pfister angekündigte neue Initiative gegen die Heiratsstrafe ohne Diskriminierung von Lesben und Schwulen kommt ohne die umstrittene Definition «Ehe = Mann + Frau» aus. Die Zeit sei damit reif für eine rasche Einführung der «Ehe für alle», sagt Roman Heggli vom Schwulendachverband Pink Cross.

Roman Heggli

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Heggli ist Geschäftsleiter des Schweizer Dachverbands Pink Cross, der die Interessen von homo- und bisexuellen Männern vertritt.

SRF News: Statt einer Wiederholung der Abstimmung zur Abschaffung der Heiratsstrafe soll es nun eine neue Initiative geben. Ist das in Ihrem Sinn?

Roman Heggli: Wir sind sehr erfreut und sehr erleichtert über diesen Entscheid. Es ist ein Entscheid mit Zukunft und zeigt eben auch, dass die CVP die «Ehe für alle» inzwischen unterstützt.

Welches Echo hat der Entscheid in der Schwulenszene ausgelöst?

Der Entscheid wurde sehr positiv aufgenommen. Ich habe extrem positive Rückmeldungen bekommen. Es löst die Unsicherheit der letzten Monate und alle sind sehr froh, dass man nicht nochmals durch einen Abstimmungskampf muss.

Rückt mit den CVP-Plänen die gleichgeschlechtliche Ehe tatsächlich näher?

Ja, sie rückt näher. Zumindest müssen wir nicht nochmals darüber abstimmen, ob wir in der Verfassung eine Ehe-Definition einbringen wollen, welche die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Wir können vielmehr in Zukunft darüber abstimmen, ob wir eine Gesetzesänderung wollen und die «Ehe für alle» tatsächlich einführen wollen.

Die CVP nimmt nun selbst Abschied von der klassischen Ehe-Definition. Das wäre wohl vor wenigen Jahren noch nicht denkbar gewesen. Stimmt Sie das zuversichtlich?

Tatsächlich fand ein sehr grosses Umdenken innerhalb der CVP statt. Eine grosse Mehrheit unterstützt inzwischen die «Ehe für alle». Das zeigte sich auch inden konstruktiven Gesprächen in den letzten Monaten, die wir mit der CVP führen durften.

Sie haben Gespräche mit der CVP geführt. Man hat also auf sie zurückgegriffen. Hatten Sie auch Einfluss auf den neuen Entscheid?

Wir konnten mit diversen Vertretern Gespräche führen und haben diverse Möglichkeiten diskutiert. Das war eine davon. Wir sind nun sehr froh und sehr erleichtert, dass das jetzt so herauskam.

Ehe für alle.
Legende: Kartenaktion zur Öffnung der Ehe am 14. Februar 2019 auf den Bärenplatz in Bern: LGBT-Organisationen werben für die «Ehe fuer alle». Keystone/Archiv

Deutet das auf einen generellen tiefgreifenden Wandel in der Gesellschaft in Bezug auf homosexuelle Paare hin?

Die «Ehe für alle» geniesst inzwischen eine sehr grosse Zustimmung in der Bevölkerung. Laut verschiedenen Umfragen sind es über 70 Prozent. Das zeigt, dass die Gesellschaft bereit ist und dass die Politik gefordert ist, rasch zu handeln und die «Ehe für alle» einzuführen.

Was müsste in einer neuen Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe in Steuerangelegenheiten zwingend drinstehen?

Uns ist wichtig, dass wir genau gleich behandelt werden. Dass wir also die gleichen Rechte und Pflichten haben. Was genau in dieser Initiative steht, ist uns weniger wichtig. Es ist ein steuerpolitische Anliegen, zu dem wir keine konkrete Position haben. Uns ist wichtig, dass die Ehe-Definition raus ist und wir getrennt über die Heiratsstrafe abstimmen können.

Das Gespräch führte Claudia Weber.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Die Institution der heterosexuellen Ehe war und ist eine patriarchale Form der Zugangssicherung zum weiblichen Körper. Der Mann, hat sich zum Oberhaupt erkoren und unterstand der Macht Gottes, ein er, und dem Staat. Frau, Kinder, Vieh und Sklaven unterstanden dem Herren des Hauses...
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    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Eine ziemlich vergangenheitsorientierte Meinung wie ich finde. Ich konnte meine Schwester zum Altar führen. Eines der schönsten Erlebnisse in meinem bisherigen Leben. Ihr jetziger Mann ist kein altmodischer Patriarch. Ein gemeinsamses Kind gab es weil Beide wollten und nicht nur weil Er es wollte.
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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Jeder soll heiraten könne wenn er liebt ob es nun Mann und Frau sind oder Gleichgeschlechtige sollte egal sein. Auch Kinder sollen Alle haben können. Das gleiche Geschlecht zu lieben ist keine Krankheit sondern schlicht und einfach eine andere Art zu lieben.
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  • Kommentar von Adrian Müller  (Adrian Müller)
    «Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung.» Sinn und Zweck des Grundgesetzes ist es, Ehe und Familie als die biologischen und sozialen Grundlagen von Staat und Gesellschaft zu sichern. Aus diesem Grunde dürfen Ehe und Familie auch nicht dem immer wieder wechselnden Zeitgeist unterworfen sein. Denn der Mensch ist als Mann und Frau geschaffen. Beide sind einander zugeordnet. Sie ergänzen sich. Keine andere Gemeinschaft kann unser Zukunft sichern.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Und wie lange gibt es denn, die kleinbürgerliche, heterosexuelle Normehe und Normfamilie, Herr Müller? UND wie lange gibt es menschliche Gesellschaften? DER Mensch ist in seiner Vielfalt geschaffen. Die gesellschaftlichen Normierungen sind auf Mann und Frau reduziert, weil die herrschende Logik abendländisch patriarchal ist. Aber auch dies ist nicht überall und zu allen Zeiten gleich.
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    2. Antwort von Adrian Müller  (Adrian Müller)
      A.Kunz
      Einfach zur Erinnerung. Haben sie auch einen Vater und eine Mutter? Wer sichert die nächste Generation? Nur Vater und Mutter niemand anders. Die Welt besteht nur weil es Vater und Mutter gibt.
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