Zum Inhalt springen
Inhalt

Dank LED Lässt sich Beznau II wegsparen?

Den Stromverbrauch für Licht bis 2025 um die Hälfte reduzieren: Das will eine Gruppe von Verbänden und Unternehmen der Lichtbranche – darunter Minergie und IKEA. Ein zu ambitioniertes Ziel?

Legende: Audio Enormes Sparpotenzial bei der Beleuchtung abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
01:32 min, aus HeuteMorgen vom 14.09.2018.

Jetzt wo die Tage kürzer werden, brennt es wieder häufiger: das Licht. Rund ein Achtel des gesamten Stromverbrauchs geht in der Schweiz für die Beleuchtung drauf. Zu diesem Schluss kommt die Schweizer Lichtgesellschaft (SLG) und stützt sich dabei auf Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Den Anteil von zwölf Prozent drastisch zu reduzieren, das hat sich die Lichtbranche auf die Fahne geschrieben.

Ambitioniertes Ziel

Um nicht weniger als die Hälfte soll sich der hiesige Stromverbrauch für Licht bis 2025 reduzieren. Und das ohne Komfortverlust. Auf dieses Ziel haben sich zwölf Verbände und Unternehmen verpflichtet, auf Initiative der SLG. Unter den Zwölfen: der schwedische Möbelbauer IKEA und das Schweizer Gebäude-Label Minergie.

Andreas Meyer Primavesi ist Geschäftsleiter bei Minergie. Er beziffert das jährliche Sparpotenzial im Lichtbereich mit 3,5 Terawattstunden. Als Vergleich: Das Kernkraftwerk Beznau II hat 2017 rund 2,7 Terawattstunden Strom erzeugt. Sollte das Ziel erreicht werden, könnte Beznau II komplett eingespart werden. Dieses Ziel sei ambitioniert, aber machbar, sagt Meyer Primavesi.

Viel ungenutztes Potenzial

Das Licht, ein Aspekt, den auch Minergie erst vor kurzem entdeckt hat. Es eignet sich laut Meyer Primavesi besonders, um Strom zu sparen. Die Technologie ist im Beleuchtungsbereich sehr weit entwickelt. Besonders LED-Leuchten spielen hier eine Schlüsselrolle.

Nun gilt es das Potenzial zu nutzen. Gerade im Bereich der Beleuchtung ist die technologische Entwicklung sehr gut.
Autor: Andreas Meyer PrimavesiGeschäftsleiter von Minergie

Die neuen Leuchtmittel seien alle sparsam, sagt der Geschäftsleiter von Minergie. Es geht nun darum, dass Kunden ihre alten Birnen schneller ersetzen. Betreiber von grossen Gebäuden können mit Sensoren dafür sorgen, dass nur noch dann Licht brennt, wenn es gebraucht wird. Das Potenzial zum Strom sparen ist gegeben.

Übersicht über verschiedene Lampentypen (Quelle: EnergieSchweiz)


Halogenlampe
SparlampeLED-Lampe
Energieeffizienzniedrig
hoch
sehr hoch
Lebensdauergering
hoch
sehr hoch
Kaufpreis
2 CHF
ca. 10 CHF
10 - 50 CHF
Betriebskosten während 6000 Stunden
60 CHF
15 CHF
10 CHF

Soll der Staat nachhelfen?

Trotz steiler Zielvorgabe, Meyer Primavesi ist überzeugt, dass der Staat nicht nachhelfen muss. Im Gegenteil: Neue oder strengere gesetzliche Vorschriften, könnten sich kontraproduktiv auf das Stromspar-Vorhaben auswirken.

Es wäre jetzt kontraproduktiv, wenn der Staat plötzlich Gesetze einführen oder verschärfen würde.
Autor: Andreas Meyer PrimavesiGeschäftsleiter von Minergie

Die Wirtschaft soll Zeit haben, dieses ambitionierte Ziel selber zu erreichen. In zwei bis drei Jahren wollen die Unterzeichner der Lichtvereinbarung über die Bücher und ihre Anstrengungen – wenn nötig – intensivieren.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniel Ackermann (saskilte)
    Neue wissenschaftliche Erkenntnisse beweisen dass das blaue Licht der LED zur Makuladegeneration (Blindheit) führen kann. Wir haben keine Alternativen in Bildschirmen und mobilen Geräten, drum sehe ich nicht ein wieso ich mich noch zusätzlich blauem Licht aussetzen sollte in der Beleuchtung. Die einzige sinnvolle Alternative ist OLED dank ihrem tieferem Blaulichtanteil.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christoph Fischer (Christoph Fischer)
    Private energieerzeuger können nicht mit einer umsatzeinbusse in den nächsten jahren kalkulieren. Sorry frau leuthard, energieversorgung gehört dem volk, rabatte für grossabnehmer der vergangenheit an. Vollklimatisierte shoppingpaläste sind unhaltbar und völlig nutzlos. Bekleidungsgeschäfte mit 2kW licht pro m2 sind der normalfall.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Jaeger (jegerlein)
    Beznau lässt sich vor allem durch Tesla wegsparen. Jaja es soll ein Witz sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen