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Legende: Video Tempo, Tempo bei 5G: Massiver Antennen-Ausbau verunsichert abspielen. Laufzeit 16:46 Minuten.
Aus Kassensturz vom 26.03.2019.
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Das bezahlen 5G-Anbieter 120'000 Franken für eine Antenne auf dem Dach

Swisscom, Sunrise und Salt drängen auf unsere Dächer. Mit viel Geld. Die Behörden lassen das Netz wuchern.

Die Mobilfunkanbieter stehen unter Druck. Sie wollen 5G möglichst schnell und flächendeckend senden. Hugo Lehmann, Leiter nicht-inionisierende Strahlung (NIS) von Swisscom: «Wir wollen Technologieführer sein.» Kunden sollen so schnell wie möglich davon profitieren können. Es geht um ein Milliardengeschäft.

120‘000 Franken auf die Hand für einen Antennenstandort

Weil viele bestehende Antennen bereits am Strahlungslimit senden, können diese nicht mit 5G aufgerüstet werden. Deshalb braucht es viele neue Antennenstandorte. Die Branche spricht von mindestens 15'000.

Die Anbieter sind bereit, viel hinzublättern. Wie viel genau, wollte bis anhin keiner sagen. Jetzt liegt «Kassensturz» erstmals ein Angebot von Sunrise vor. Für eine Antenne auf einem Mehrfamilienhaus im Kreis 4 der Stadt Zürich bietet Sunrise 120'000 Franken. Entweder als Einmalzahlung, oder in Raten über 15 Jahre.

Verunsicherte Anwohner

Doch die Hauseigentümerfamilie lehnt ab. Es gebe zu viele Unbekannte. «Wir wollen nicht auf Kosten von anderen etwas aufs Dach stellen, ohne zu wissen, ob es gesundheitsschädlich ist.»

Anderswo wird schon gebaut. «Plötzlich war das Baugespann ausgesteckt im letzten Sommer», sagt Christoph Schilling aus dem Zürcher Enge-Quartier. 20 Meter vor seinem Kinderzimmerfenster will Salt eine Mobilfunk-Antenne bauen.

Legende: Video Christoph Schilling ist als Betroffener besonders skeptisch abspielen. Laufzeit 00:07 Minuten.
Aus Kassensturz vom 26.03.2019.

Seither sind nicht nur er und seine Familie, sondern das ganze Quartier in Aufruhr. 450 Anwohner haben eine Petition an die Regierung unterzeichnet.

Einsprache bei jedem dritten Gesuch

Die Skepsis in der Bevölkerung aber ist gross. Swisscom bestätigt: Bei jedem dritten Baugesuch gibt es Einsprachen.

Klar ist: das neue Netz soll viel schneller, viel leistungsfähiger sein. Und es reagiert fast in Echtzeit. Das macht es interessant für die industrielle Anwendung.

Markus Durrer, Elektroingenieur und Mitglied der Vollzugsbegleitgruppe Mobilfunk des Bundesamtes für Umwelt kann die Verunsicherung in der Bevölkerung verstehen. Vieles sei unklar: Wie die Kontrollmessungen aussehen würden. Ob Strahlengrenzwerte erhöht würden.

Bafu: Standorte Sendeanlagen (ohne 5G)

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«Wir möchten keinen Wildwuchs»

Die Stadt Zürich stellt sich auf den Standpunkt, dass die Wahl der Antennenstandorte reine Sache zwischen den drei Anbietern und den privaten Hauseigentümern sei. Lucas Bally vom Hochbauamt der Stadt Zürich: «Wir greifen nicht ein in die Planung der Betreiber, weil dadurch unsere neutrale Stellung gefährdet wäre.»

Legende: Video Elektroingenieur Markus Durrer von der Vollzugsbegleitgruppe Mobilfunk Bafu abspielen. Laufzeit 00:36 Minuten.
Aus Kassensturz vom 26.03.2019.

Anders die Gemeinde Ostermundigen im Kanton Bern. Sie kennt ein Antennenreglement mit einem Zonenplan, der klar sagt, wo Antennen erwünscht sind und wo nicht. «Wir möchten keinen Wildwuchs. Wir haben ein Interesse, wie sich diese Gemeinde entwickelt und aussieht», sagt Maya Weber Hadorn, Hochbauvorsteherin von Ostermundigen.

Das ist auch die Meinung von Christoph Schilling vom Zürcher Enge-Quartier: «So wie man ein Strassennetz plant, sollte man auch Antennennetze planen.»

Legende: Video Studiogespräch mit Martin Röösli, Professor für Umweltepidemiologie abspielen. Laufzeit 06:39 Minuten.
Aus Kassensturz vom 26.03.2019.
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69 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Müller  (PeMu)
    Na, wenn sogar dieser Tennis-Spieler, wie hiess er noch gleich, über 5G derart «thrilled» ist, wie sollte man denn da noch irgend etwas dagegen haben!
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    1. Antwort von Maja Liew-Ehrbar  (M. L.)
      Irgendwie muss man doch sein "knappes" Familienbudget aufbessern . . .
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  • Kommentar von Hanspeter Humbel  (Hampe55)
    Alle wollen Handyempfang, aber nur ohne Antennen!! Dabei sind im Alltag viel mehr Strahlungen durch Geräte vorhanden, welche nichts mit der mobilen Telekommunikation zu tun haben. Auch die Angebote der Mobilfunkanbieter an die Hausbesitzer pro Standort bis zu 120'000.- ist nichts neues, das wurde schon vor 15 Jahren angeboten!! Der Kassensturz sollte nicht aufhetzen sondern fachliche Reportagen bringen.
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    1. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      100% Zustimmung! Mir ist auch schon bei diversen anderen Thema aufgefallen das der Kassensturz zum Teil die Themen überspitz darstellt. Gerade beim Mobilfunk, wo es in der Bevölkerung sehr viel Halbwissen und damit verbundene Ängste gibt, was man auch an den diversen Kommentaren hier sehen kann, würde ich vom SRF mehr Aufklärungsarbeit erwarten. 5G ist im Bezug auf Energieverbrauch und Strahlenbelastung besser als 2G, 3G und 4G. Die Leute machen sich bei dem Thema völlig unnötig verrückt.
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  • Kommentar von Reto Capeder  (Reto Capeder)
    DAB+ wurde in den letzten 2 Jahren CH-weit massiv ausgebaut. In der Ostschweiz um Faktor 6-8. Die Signalform ist digital und das Signal hat (als einziges weitreichendes Signal) einen 10.4 Hz Takt. Diese Signale werden von den Rundfunktürmen in der Schweiz gesendet. Da tiefe Frequenz (200 MHz), geht das Signal durch alle Gebäude (auch durch Beton). Kann deshalb seit 2 Jahren nicht mehr in meinem Haus schlafen.
    Nun soll auch noch 5G kommen. Muss ich wegen Mob.Funk und Rundfunk wirkl. auswandern?
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    1. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      1. DAB+ sendet deutlich schwächer als UKW. 2. Das Funksignal ist wie jedes andere Sinusförmig und analog. Die übertragenen Daten sind zwar digital, was abgesehen von teureren Endgeräten nur Vorteile hat. Die Musik kann dadurch komprimiert werden, wodurch deutlich weniger gesendet werden muss als beim vollständig analogen UKW. 3. Woher haben sie das mit dem 10.4 Hz Takt??? 4. UKW verwendet Frequenzen um 100 MHz was noch besser durch die Wände kommt. --> Da kann ich nur den Kopf schütteln.
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    2. Antwort von Beno Trütsch  (benotruetsch)
      Auswandern? Fast auf der ganzen Welt gelten höhere Grenzwerte. Zudem, egal wo sie sich auf der Erde befinden wird die gesamte natürliche Strahlung ein Vielfaches sein, als das was durch Radio/Mobilfunk dazu kommt.
      Was sie machen könnten, ist die Physik hinter der Elektromagnetischen Strahlung zu studieren, um zu verstehen, wie unwahrscheinlich es ist, dass ihre Schlafstörung einen Zusammenhang damit hat. Anders ist es schwierig ein Fehlschluss zu erkennen, da man meist nur nach bestätigt sucht.
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