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Schweizer Datenschützer interveniert
Aus HeuteMorgen vom 22.01.2020.
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Datenschützer rät davon ab Neue Fahndungs-App sammelt über drei Milliarden Internet-Fotos

In den USA wird zur Ermittlung von Straftätern eine App genutzt, die gesuchte Gesichter mit Fotos im Internet abgleicht. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte interveniert.

Straftäter auf den Bildern von Überwachungskameras innert Sekunden überführen: Das ermöglicht ein Unternehmen in den USA den Polizeibehörden mit einer App namens «Clearview». Sie gleicht die gesuchten Gesichter mit über drei Milliarden Fotos ab, die sie im Internet gesammelt hat.

Persönlichkeitsrechte verletzt?

Amerikanische Polizeibehörden würden mit «Clearview» bereits sensationelle Fahndungserfolge erzielen, hat die New York Times am Wochenende aufgedeckt. Über drei Milliarden Fotos, mit denen das Programm die Gesichter der Straftäter abgleiche, seien aus Millionen von Webseiten herausgefiltert worden.

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger wird hellhörig, «wenn Private praktisch das ganze Internet durchrechen, eine Vielzahl von biometrischen Daten erheben und zu einer privaten Datenbank machen». Sollte es darunter Fotos von Schweizerinnen und Schweizern haben, gehe er davon aus, dass deren Persönlichkeitsrechte verletzt seien.

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger.
Legende: Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger verlangt bei «Clearview» Auskunft. Keystone

«Es ist problematisch, weil natürlich ein grosser Teil dieser Gesichter aus sozialen Plattformen stammt», so Lobsiger weiter. Plattformen wie Facebook zum Beispiel, die klare Nutzungsbedingungen kennen. Er rate Schweizer Behörden davon ab, Daten von «Clearview» zu verwenden.

Verlinkung ausdrücklich untersagen

Nach Angaben des Unternehmens sei die App bisher nur in Nordamerika im Einsatz. Doch das will sich der Datenschützer von den Strafverfolgungsbehörden des Bundes bestätigen lassen. Stellvertretend für alle Betroffenen in der Schweiz werde er zudem bei «Clearview» Auskunft verlangen, ob auch Daten zu seiner Person gespeichert seien. «Ich werde dann gegebenenfalls das Gesuch stellen, dieses Bildmaterial zu löschen.»

Über die Behandlung des Gesuches werde er die Öffentlichkeit informieren, kündigt Lobsiger an. Er empfiehlt allen Userinnen und Usern von sozialen Netzwerken, die Verlinkung ihres Bildmaterials mit Suchmaschinen ausdrücklich zu untersagen. Bei den meisten Plattformen sei dies einfach möglich.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Maria Kaiser  (Klarsicht)
    Von jeder Person über 18 besteht ein Profil, das sich bis zum Sarg erstreckt. Gefährlich wird es nur, wenn Umsturz-Gruppen im Untergrund, die Profile ermitteln, die an den Schalthebeln aus zu schalten sind, um rasch an die Macht zu kommen. Einem Einzelnen nützen selbst Milliarden Profile nichts, weil er gar nicht die Zeit hat diese aus zu werten. Dieser Umstand der totalen Kontrolle erschwert es Einzelnen gesetzwidrig zu handeln, weil er sofort überführt wird-es erzwingt die Deliktfreie Welt.
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  • Kommentar von Moritz Wille  (Moritz Wille)
    Sibylle Berg greift genau solche Entwicklungen in ihrem Roman "GRM Brainfuck" auf. Er wird immer wieder als Dystopie bezeichnet. Erschütternd ist wieviel davon alleine in den letzten Monaten real wurde. Das beschriebene Szenario in dem sehr lesenswerten Werk ist eben nicht aus der Luft gegriffen, sondern wasserdicht recherchiert. Wir müssen alle aufwachen oder zumindest zuhause bleiben und GRM lesen.
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    1. Antwort von Joseph De Mol  (Molensepp)
      Frau Berg ist mit ihren Prophezeiungen "etwas" spät und m.E. nach auch komplett irrelevant. Lesen Sie doch mal bei Samjatin, Huxley oder Orwell nach. Samjatin hat viele dieser Entwicklungen schon absolut visionär anfangs des 20. Jahrhunderts prognostiziert, nicht im Detail, aber in den Grundzügen. Auch Huxley noch deutlich vor dem 2. WK. Aber die hatten auch Insider-Wissen, dass der Normalo nicht zur Verfügung hat.
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  • Kommentar von Thomas Brand  (tomcomm)
    0.1 Libra wird gutgeschrieben für jede biometrisch erfolreich erfasste Person. Amen.
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