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Der Bundesrat wünscht sich eine breite Diskussion über die Organspende
Aus HeuteMorgen vom 23.12.2019.
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Debatte zur Widerspruchslösung Bundesrat will breite Debatte über Organspende

Alle sollen potenzielle Organspender werden. Der Bundesrat will eine breite Diskussion in der Bevölkerung.

Der Bundesrat will, dass die Organspende zum Normalfall wird – falls der oder die Betroffene zu Lebzeiten nichts Gegenteiliges kundgetan hat. Das erstaunt. Denn noch vor wenigen Jahren lehnte die Landesregierung die sogenannte Widerspruchslösung aus ethischen Gründen strikt ab.

Die damaligen Bedenken des Bundesrats – es gehe zu weit, wenn alle erwachsenen Personen als mögliche Organspender gälten, ausserdem sei das ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte – seien nicht einfach verschwunden, sagt Susanne Nyffeler vom Bundesamt für Gesundheit. Doch die Regierung suche jetzt bewusst die öffentliche Debatte, «damit ein informierter Entscheid darüber getroffen werden kann.»

Ob die Schweiz ihre Organspende-Politik grundsätzlich ändern soll, wurde zuletzt 2013 debattiert. Damals war eine Widerspruchslösung weder beim Bundesrat noch im Parlament mehrheitsfähig. Einerseits wurden ethische Gründe vorgebracht, andererseits hiess es, das Schweizer Gesundheitswesen sei noch nicht bereit für einen Systemwechsel.

Das Gesundheitswesen ist jetzt bereit

Inzwischen habe man dank eines Aktionsplans bei den Voraussetzungen im Gesundheitswesen aber aufgeholt, sagt Nyffeler. So wurden zum Beispiel die Abläufe vereinheitlicht oder die Ausbildung der medizinischen Fachpersonen verbessert. Allerdings hat der Aktionsplan nicht genug gebracht. So ist die Spenderrate, die sich der Bund zum Ziel gesetzt hatte – die Zahl der Spenden pro Einwohner – bislang nicht erreicht worden.

Nun also zündet der Bund die nächste Stufe und zieht einen Systemwechsel doch in Betracht. Er hofft, dass dadurch Betroffene weniger lang auf ein Spenderorgan warten müssen.

Diskussion um Widerspruchslösung

Diskussion um Widerspruchslösung

Im Frühling 2019 wurde die Initiative «Organspende fördern – Leben retten» eingereicht. Sie fordert die Einführung der Widerspruchslösung. Der Bundesrat lenkte ein und präsentierte einen indirekten Gegenvorschlag, der ebenfalls die Widerspruchslösung vorsieht, jedoch unter Einbezug der Angehörigen. Die Vernehmlassung zum Gegenvorschlag ging soeben zu Ende. Die CVP ist gegen Initiative und Gegenvorschlag, SVP und FDP sind eher für den Gegenvorschlag, die SP gibt keine Empfehlung ab.

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Toni Herrmann  (Toni H.)
    Organe von Toten können nicht erfolgreich transplantiert werden weil sie tot sind. Daher braucht man einen hirntoten Patienten, hirntot = das Hirn ist nicht vollfunktionsfähig und der Patient wird künstlich am Leben gehalten. Das heisst die Organe müssen einem noch lebendem Körper entnommen werden. Seltsamerweise werden vor der Organentnahme Schmerzmittel stärker als Morphium verabreicht. Das ist in der Schweiz sogar Vorschrift. Frohe Weihnachten!
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  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Also wenn ich hier die Kommentare durchlese bekomme ich grosse Lust meinen Organspendeausweis in den Müll zu entsorgen....
    An einem der wichtigsten christlichen Feiertage strotzen die Kommentare hier vor blankem Egoismus....
    Es verdeutlicht sich hier die Haltung vieler, de Foifr und s'Weggli bitte! Keinen Organspendeausweis haben, keine Organe spenden wollen aber im Bedarfsfall bitte ganz weit oben auf die Dringlichkeitsliste!....
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    1. Antwort von Eva Werle  (Eva Werle)
      wer sagt ihnen, dass jemand, der kein organ spenden will, selbst eines in anspruch nehmen möchte? und ihre entscheidung für organspende in ehren, aber andere menschen haben das recht auf eine andere meinung. vielleicht haben sie mit dem procedere der organentnahme mehr mühe als sie oder stehen transplantationen grundsätzlich kritisch gegenüber. das tun übrigens auch viele ärzte. ich wünsche ihnen von herzen, dass sie eine gute entscheidung getroffen haben. muss sber jeder für sich entscheiden
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    2. Antwort von Eva Werle  (Eva Werle)
      ps: ich hatte immer einen organspendeausweis, habe ihn aber aus ganz andern gründen entsorgt, nämlich weil ich weder offen, noch ehrlich, noch umfänglich über pro und contra der organspende informiert wurde - wie ich das leider häufig in der medizin erleben musste. eine freie entscheidung ist aber nur bei umfassender information möglich. sonst ist es manipulatiion....
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    3. Antwort von Philipp Moreno  (HOC)
      Sehr geehrte Frau Werle, ich bedanke mich für die Antwort. Gleichzeitig muss ich Ihnen auch teilweise zustimmen. Es ist eine individuelle Entscheidung und jeder Mensch soll auch für sich entscheiden.
      Aber Frau Werle, leider ist es so, dass wir zwar von Nächstenliebe reden, am Ende sind sich die meisten selber am nächsten und im Angesicht des Todes fliegen moralische Grundsätze schnell über Bord.
      Weiter gibt es Ihren Kriterien folgend nirgends freie Entscheidungen sondern nur Manipulation....
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  • Kommentar von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
    Eine Spende – auch eine Organspende – ist immer freiwillig!!! Werden aber die Organe entnommen, ohne dass der Spender zu Lebzeiten eine schriftliche Einwilligung unterschrieb, ist es doch keine Spende mehr, sondern Raub! Ist das so schwierig zu verstehen?
    Genau das strebt die Initiative an! Jeder wird automatisch zum Spender, ausser er oder sie spricht sich zu Lebzeiten explizit dagegen aus! Das ist doch nicht in Ordnung! Es lohnt sich über die Weihnachtstage darüber nachzudenken!
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