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Legende: Audio «Wir wissen nicht, wie wir die Stellen mit ausgebildeten Lehrern besetzen sollen» abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 20.08.2019.
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Deutsche Lehrer in der Schweiz «Der Lohn in Deutschland muss deutlich besser werden»

Es mangelt an Lehrkräften in der Schweiz, aber auch in Deutschland. Weil der Lohn hierzulande attraktiver ist, arbeiten viele deutsche Lehrpersonen in der Schweiz. Ein grosses Problem, sagt der deutsche Gewerkschafter Udo Beckmann.

Udo Beckmann

Udo Beckmann

Gewerkschafter

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Beckmann ist seit 1979 beim Verband Bildung und Erziehung (VBE). Seit 2009 ist er Bundesvorsitzender des VBE.

SRF News: Wie gross ist der Lehrermangel in Deutschland?

Udo Beckmann: Sehr gross. Wir wissen nicht, wie wir die offenen Stellen mit originär ausgebildeten Lehrkräften besetzen sollen. Daher ist es ein grosses Problem, wenn von den vorhandenen Lehrkräften noch welche in andere Länder abwandern. Sie hinterlassen so zusätzliche Lücken, die in Deutschland nicht abgedeckt werden können.

Müssen deutsche Schulen nun ebenfalls auf ausländische Lehrpersonen zurückgreifen?

Wir helfen uns damit, dass wir Personen, die nicht originär ausgebildete Lehrkräfte sind, einstellen. Diese müssen erst noch auf ihre neue Aufgabe vorbereitet werden. Das kann natürlich nur eine Notlösung sein. Diese greift zurzeit aber immer weiter um sich, weil der Anteil freier Stellen regional zum Teil sehr hoch ist.

Wo ist das Problem am grössten?

In der Primarstufe, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen oder Sachsen. Auch in Baden-Württemberg haben wir bei der Besetzung Probleme.

Grundschullehrkräfte verdienen im Schnitt 500 Euro weniger als ein Gymnasiallehrer beim Berufseinstieg.

Wie wollen Sie als Vertreter den Lehrermangel bekämpfen?

Der Verband Bildung und Erziehung streitet dafür, dass die Bezahlung der Lehrkräfte – insbesondere die der Grundschullehrkräfte – deutlich besser wird. Grundschullehrkräfte verdienen im Schnitt 500 Euro weniger als ein Gymnasiallehrer beim Berufseinstieg.

Legende: Video Der Lehrermangel in der Schweiz erklärt abspielen. Laufzeit 00:33 Minuten.
Aus 10vor10 vom 31.05.2019.

Das heisst, Ihre Probleme sind identisch mit der Schweiz – nur auf einer anderen Stufe.

Genau. Für unsere Lehrkräfte, die in der Nähe der Schweiz wohnen, ist es natürlich attraktiv über die Grenze zu gehen, weil Lohn und Ausstattung besser sind. Wenn wir es nicht schaffen, dass Schulen mit besserer Bezahlung und Ausstattung gegensteuern, werden wir das Problem noch auf lange Sicht haben.

Das Gespräch führte Andrea Jaggi.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich Zimmermann  (Heinrich Zimmermann)
    Für das was ein Lehrer/in in Deutschland und auch in der Schweiz verdient, würde ich persönlich meinen Hintern nicht aus dem Bett heben. Es braucht schon eine Portion Idealismus in der heutigen Zeit diesen Beruf aus zu üben.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger  (jolanda)
      Eine solche Arroganz wird offensichtlich von der Redaktion problemlos aufgeschaltet! Herr Zimmermann, sind wir froh, dass die meisten Menschen in unserem rohstofflosen Land Schweiz am Morgen aufstehen und einer Arbeit (einem Beruf) nachgehen!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Die Schweiz spart kräftig mit diesem System. DE bleibt auf den Ausbildungs- und Einarbeitungskosten sitzen, CH spart die staatliche Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Es sind Unsummen. Oben drauf bereichert sich die Schweiz noch mit den horrenden Gebühren der Diplomanerkennung, wo 1 ECTS ca. 450 CHF bedeutet. Nota bene: Das Schulsystem ist so anders, wenn ein DE-Lehrer schon im Fach Franz. auf Primar nicht ausgebildet ist, zahlt er Tausende für die Anerkennung. Lehrermangel? Come on...
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    1. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Dafür muss die Schweiz wegen der Einwanderung enorm in die Infrastruktur investieren, die Sozialleistungen sind von 1990 von 15 % des BIP's auf 27 % gestiegen, die Bildungskosten innerhalb 10 Jahren um 70 % gestiegen - obwohl die Schülerzahlen nur 10 % höher sind.
      Wenn Sie eine Erfolgsrechnung machen müssen die Ausgaben auch verrechnet werden.
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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Nichts ist gratis! Auch Migration hat Kosten. Die Einwanderungsländer müssen neue Infrastrukturen aufbauen und die Auswanderungsländer haben Infrastruktur, welche sie nicht mehr brauchen und welche dann vor sich hinrottet. Auch der Brain Drain und der Rückgang des nationalen Einkommens ist ein Problem, denn wer bezahlt am Ende die Renten der zurückgebliebenen Alten. Aus einer globalen und ökologischen Perspektive, wäre es das beste, die Menschen könnten sich an ihrem Geburtsort verwirklichen.
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