Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Deutsche Lehrer zieht's in die Schweiz abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 20.08.2019.
Inhalt

Lehrermangel hüben wie drüben Deutschland leidet unter Attraktivität der Schweiz

Die nördlichen Nachbarn beschweren sich, die Schweiz werbe ihre Lehrer ab. Auch der Schweizer Lehrerverband findet: Das darf nicht sein.

Die Prognose ist krass: 35'000 Grundschullehrerinnen und -lehrer dürften Deutschland bis im Jahr 2025 fehlen. Schon heute leide Deutschland unter Lehrermangel, sagt Udo Beckmann, der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung.

Besonders von der Abwanderung betroffen sei das Bundesland Baden-Württemberg. «Dass viele Lehrkräfte in die Schweiz abwandern, ist für Baden-Württemberg ein grosses Problem, vor allem in den Grenzregionen, aber auch darüber hinaus», so Beckmann.

Die Schweiz sei für deutsche Lehrer attraktiv, weil die Bezahlung im Vergleich zu Deutschland deutlich besser sei. «Ausserdem sind die Schweizer Schulen teils besser ausgestattet», sagt Beckmann.

240 deutsche Lehrer in Baselland

Aktuelle Zahlen zur Zuwanderung von deutschen Lehrkräften kann momentan nur der Kanton Basel-Landschaft bieten: Hier stehen im neuen Schuljahr 240 Lehrpersonen aus Deutschland in den Klassenzimmern. Das entspricht rund 4 Prozent aller Lehrkräfte im Kanton.

Bei der Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren heisst es, man habe seit 2008 über 6000 ausländische Lehrdiplome anerkannt. Die Zahl sagt jedoch nicht aus, ob die betroffenen Personen noch hier unterrichten.

Schweizer Lehrer kritisieren Abhängigkeit

Gegen ausländische Lehrkräfte im Kollegium sei nichts einzuwenden, sagt Franziska Peterhans vom Dachverband der Schweizer Lehrkräfte LCH. Aber viele Schweizer Schulen würden ohne die ausländischen Kolleginnen und Kollegen gar nicht funktionieren, weil auch die Schweiz zu wenig eigene Lehrpersonen habe.

Das dürfe eigentlich nicht sein, so Peterhans. «Darum fordern wir immer wieder, dass die Schweiz selber dafür sorgt, dass genügend Lehrpersonen da sind.» Dafür brauche es gute Arbeitsbedingungen.

Auch in der Schweiz wird sich der Lehrermangel in den nächsten Jahren noch zuspitzen. Denn die Schülerzahlen steigen, und Tausende Lehrpersonen werden pensioniert – was auch den Lehrermangel in Baden-Württemberg weiter verschärfen könnte.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

42 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Deutschland beklagt sich über Abwanderung ihrer Lehrpersonals in die Schweiz. Deutschland widerum holt aus den Oststaaten sehr viele Krankenschwesten und Pflegepersonal, die mit höheren Löhnen beworben werden. Diese Fachkräfte fehlen in der Pflege und Altenheimen, worüber sich auch die Oststaaten beschweren. Die PFZ ist nicht nur Segen sondern auch Fluch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Die EU hat uns die PFZ unter Androhung von Sanktionen aufgezwungen. Jetzt müssen ihre Länder, allen voran DE, die Konsequenzen tragen. Wenigstens einen Vorteil wollen auch wir Schweizerinnen und Schweizer von dieser PFZ haben. Ihr Lieben rund um die Schweiz herum, hättet halt vorher überlegen sollen, was für Folgen diese PFZ für Euch haben könnte. Jetzt habt Ihr den Salat. Solange die Wirtshaft von DE schwächest, werden Arbeitskräfte in die lukrative Schweiz einreisen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Nichts ist gratis! Auch Migration hat Kosten. Die Einwanderungsländer müssen neue Infrastrukturen aufbauen und die Auswanderungsländer haben Infrastruktur, welche sie nicht mehr brauchen und welche dann vor sich hinrottet. Auch der Brain Drain und der Rückgang des nationalen Einkommens ist ein Problem, denn wer bezahlt am Ende die Renten der zurückgebliebenen Alten. Aus einer globalen und ökologischen Perspektive, wäre es das beste, die Menschen könnten sich an ihrem Geburtsort verwirklichen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen