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Stress auf Rädern: SBB am Anschlag
Aus HeuteMorgen vom 28.06.2019.
abspielen. Laufzeit 01:15 Minuten.
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Die Bahn und der Eventsommer SBB rollt auf der letzten Rille

  • Der zunehmende Einsatz von Lokführern bei Sondereinsätzen bringt die SBB in die Bredouille.
  • Zudem werde der Fahrplan immer dichter und der Personalengpass werde zum Dauerzustand, beklagt der Lokführerverband.
  • Vertreter der Bahnkunden fordern vor diesem Hintergrund eine Rückbesinnung auf das Kerngeschäft der SBB – abseits der Event-Einsätze.

Sondereinsätze für 2500 Lokführer und Zugbegleiterinnen. Nichts Neues für Hubert Giger, Präsident vom Schweizer Lokführerverband. Dieser Zustand daure bereits seit dem Frühling an, und jetzt erst komme die intensivste Zeit: «Die Motivation für Extra-Leistungen war schon grösser. Und wir sind gespannt, wie wir das mit der SBB zusammen bewältigen können.»

Ruhigere Zeiten für Lokführer – Fehlanzeige

Die SBB verspricht, dass das Personal in ruhigeren Zeiten die Überstunden kompensieren könne. Diese ruhigeren Zeiten gebe es vorerst nicht mehr, entgegnet Lokführerpräsident Giger. Die Gründe: ein immer dichterer Fahrplan und ein andauernder Personalengpass.

Kritik gibt es auch von Kundenseite. Karin Blättler vom Fahrgastverband Pro Bahn findet es zwar grundsätzlich gut, dass die SBB Extrazüge für Grossevents einsetzt, es dürfe aber nicht zulasten des regulären Verkehrs gehen: «Es ist natürlich schon so, dass schon Züge nicht fahren konnten, Angebote nicht erbracht werden konnten, weil zu wenig Lokführer verfügbar waren. Und das darf nicht zulasten vom Normalbetrieb gehen, dass nachher schlichtweg das Personal fehlt.»

Mängel auch beim Rollmaterial

Blättler spricht die S-Bahnausfälle in der Region Zürich kurz vor Auffahrt an. Das sei ein Planungsfehler gewesen, dieser dürfe sich nicht mehr wiederholen, betont SBB-Sprecher Reto Schärli.

Jedes verfügbare Rad, das wir haben, das ist am Rollen in diesem Eventsommer.
Autor: Reto SchärliSprecher SBB

Aber nicht nur beim Personal herrscht Mangel, auch beim Rollmaterial. So sind von den neuen Bombardier-Fernverkehrszügen derzeit erst 16 von insgesamt 62 im Einsatz. Das bedeute für SBB-Fahrgäste Komforteinbussen, da auch viele alte Waggons im Einsatz seien, gibt SBB-Sprecher Reto Schärli zu: «Wir haben im Sommer natürlich auch diesen Nachteil, dass älteres Rollmaterial nicht durchgehend klimatisiert ist. Jedes verfügbare Rad, das wir haben, das ist am Rollen in diesem Eventsommer.»

«Wieder auf das Kerngeschäft fokussieren»

Blättler fragt sich, ob die SBB in der jetzigen Situation all diese Zusatzangebote wirklich leisten müsse und könne: «Es ist einfach sehr auffällig, dass das Bahnsystem instabiler geworden ist, dass es unzuverlässiger geworden ist. Da müssen sie wirklich schauen, dass sie das hinkriegen. Und vielleicht sich wieder auf das Kerngeschäft fokussieren.»

Man müsse das anbieten, sagt SBB-Sprecher Schärli. Der Fahrgast habe den Anspruch, dass diese Festivitäten mit dem ÖV erreicht werden könnten. Wie bequem und pünktlich man dann ankommt, das ist eine andere Frage.

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58 Kommentare

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  • Kommentar von A. Zuckermann  (azu)
    Tja, Leute! ein kleiner Schuss vor den Bug. Nun sehen wir wie es uns in Zukunft ergehen wird. Und da laut DER PARTEI die Wirtschaft nicht "stranguliert", das heisst auf Deutsch, das die Wirtschaft ihren Anteil nicht bezahlen will, muss wohl das Volk die Kosten für den Klimawandel übernehmen. Gestern haben jedenfalls wir Bahnfahrer schon mal mit einem 1-3 Stunden verkürzten Feierabend "bezahlt". Danke!
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  • Kommentar von Bruno Hagen  (brunohagen)
    Mir scheint auch schon länger, dass die SBB mittlerweile irgendwie mehr hip, cool, lässig, digital und kommerziell sein wollen, als einfach so wie früher ein zuverlässiges und vorbildliches Transportunternehmen, auf das die Schweiz stolz war. Das dürfen dann die, die die eigentliche Arbeit machen, bezahlen.
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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Wachstum, Wachstum, Wachstum......weiter bis zum Untergang!
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