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Neues Parlament, neue Zusammensetzung der Berufsgruppen
Aus Tagesschau vom 05.11.2019.
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Die Jobs der Neugewählten Im neuen Nationalrat sitzen noch mehr Berufspolitiker

Die grosse Kammer ist künftig nicht nur grüner, jünger und weiblicher. Auch die Berufsgruppen haben sich geändert, mehr Mitglieder sind faktische Berufspolitiker. Ist das Milizparlament bald Geschichte?

Der neue Nationalrat hat einen pädagogischeren Hintergrund als der alte. Die Zahl der Dozierenden und Lehrer ist angestiegen. So wird auch Primarlehrer Simon Stadler aus dem Kanton Uri im Dezember zum ersten Mal für die CVP im Nationalrat sitzen. Lehrerinnen und Lehrer seien gute Politiker, findet Stadler, «sie sind nahe bei den Eltern und den Kindern, spüren so den Puls der Bevölkerung».

Die Zunahme der Lehrer im Nationalrat erklärt sich Stadler mit dem Linksrutsch, «Lehrer sind vor allem Mitte-Links anzusiedeln», analysiert der neugewählte Nationalrat aus dem Kanton Uri.

Mehrere Berufsgruppen sind im neuen Nationalrat auch weniger gut vertreten: So ist die Zahl der Unternehmer zurückgegangen. Und auch die Juristen sind weniger zahlreich.

Berufspolitiker auf dem Vormarsch

Zugenommen hat die Zahl der faktischen Berufspolitiker. Auch Corina Gredig, neugewählte Nationalrätin der Grünliberalen aus dem Kanton Zürich, ist faktisch eine Berufspolitikerin, trotz ihrer jungen 32 Jahren: Sie war im Kantonsparlament, ist Co-Präsidentin der Grünliberalen des Kantons Zürich. Angestellt ist sie in der Denkfabrik der Partei.

Berufspolitikerin ist für Gredig aber kein Schimpfwort. Zumal sei es als junge Mutter von zwei Kindern auch nicht möglich, neben dem Nationalratsmandat und der Arbeit in der Parteileitung noch einem weiteren Beruf nachzugehen, gibt Gredig zu bedenken.

Kein Milizparlament mehr

Von einem Milizparlament kann man laut dem Politologen Lukas Golder nicht mehr sprechen: «Es ist weitgehend ein Berufsparlament, aber mit Politikern, die sich auch noch in privatwirtschaftlichen oder gemeinnützigen Kreisen bewegen.»Denn: Der Aufwand für einen Politiker sei gestiegen, namentlich auf der Bundesstufe werde die Politik immer komplexer, vernetzter, das Geschäft der Politik immer schneller.

Infos zur Datenerhebung

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Quelle für die Berufserhebung ist die Nationalrats-Mitgliederliste der Parlamentsdienste. Die Gewählten geben dort ihre Berufe und Mandate selber an. Die SRF Bundeshausredaktion überprüfte diese Angaben stichprobenweise auf ihre Richtigkeit und teilte die Nationalrätinnen und Nationalräte danach in Berufskategorien ein.

Bei mehreren Parlamentariern wurde festgestellt, dass sie nicht mehr im angegeben Beruf arbeiten, sondern faktische Berufspolitiker sind: Berufspolitiker haben neben der parlamentarischen Tätigkeit vielfach Mandate, sei es in einem Verband, Verein oder in einem Verwaltungsrat.

CVP-Nationalrat und Lehrer Simon Stadler im Kanton Uri will nicht zum Berufspolitiker werden. Aber er wird auch deutlich reduzieren müssen, seine Primarklasse muss er abgeben. Er werde noch Stellvertretungen machen und als Teilzeit-Lehrer arbeiten. Das schmerze, sagt Stadler, aber der Lehrerberuf lasse sich nur schlecht vereinbaren mit der Arbeit als Parlamentarier in Bern.

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Hat das System Milizparlament ausgedient?
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29 Kommentare

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  • Kommentar von Toni Koller  (Tonik)
    Es ist erschütternd, wie viel Ablehnung und Misstrauen in diesem Forum den Politikern und Politikerinnen entgegenschlägt. Immerhin sind sie die gewählten Vertreter des Volks, die es fürs Funktionieren von Staat & Demokratie braucht. Ob sie dies haupt- oder nebenamtlich tun, ist nicht entscheidend.
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  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    Interessanter Job für einige Parlamentarier/innen mit diesem grosszügigen Verdienst ohne viel zu leisten. Da ist keine Chef und die Leistung kann vom Volk nicht kontrolliert werden.
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  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    GLP Neo-Nationalrätin Gredig bringt es auf den Punkt.
    Vollzeit Berufspolitikerin, ohne Bezug zur echten Arbeitswelt. Weit verbreitet bei den Linken. Weniger Unternehmer, dafür mehr Junge, die nie wirklich einem Beruf nachgegangen sind. Das wird eine verlorene Legislatur, die viel Schaden anrichten wird.
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    1. Antwort von Elisabeth Frehner-Isenring  (Denia)
      Was ist denn für Sie eine echte Arbeitswelt? Die Wirtschaft kann ohne Staat und Gesellschaft nicht funktionieren. Es braucht ein Miteinander. Die liebe Arbeitswelt in der sogen. Wirtschaft macht schon sehr viel kaputt, was die Gesellschaft ausbügeln muss. Aber wer hat wirklich nie Geld verdient von denen, die Sie Berufspolitiker nennen? Es gibt solche, die können Erfahrungen in kurzer Zeit machen, andere brauchen wieder mehr Zeit dafür. In der Vielfalt liegt die Würze. (bin eher Mitte rechts).
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