Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die Dos and Dont's in der Corona-Krise
Aus SRF 4 News aktuell vom 17.03.2020.
abspielen. Laufzeit 15:42 Minuten.
Inhalt

Die Schweiz fährt runter Darf ich überhaupt noch aus dem Haus gehen, Herr Koch?

Eine kleine Anleitung zum Leben in besonderen Zeiten: Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit erklärt, was wir dürfen – und was nicht.

Ab heute wird das Freizeitangebot in der Schweiz eingestellt. Restaurants, Bars, Coiffeur-Läden, Museen, Schwimmbäder: Alles bleibt bis am 19. April geschlossen. «Wir müssen uns zurücknehmen», ist das Mantra der Stunde. Doch was heisst das genau? Antworten von Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Koch und der Bundesrat.
Legende: Der Bundesrat hat die Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus noch einmal verschärft und eine «ausserordentliche Lage» ausgerufen. «Was der Bundesrat beschlossen hat, ist ein Alarmschrei», sagt Daniel Koch vom BAG. Keystone

Sollen wir uns zuhause verbarrikadieren?

Koch plädiert in dieser zentralen Frage für Augenmass. «Es wäre am besten, wenn sich die Leute nun zurücknehmen und zuhause bleiben würden.» Grundsätzlich soll man sich dort aufhalten, wo man die anderen – insbesondere gefährdete Personen – nicht ansteckt. Man könne aber nach draussen, versichert Koch: «Das soll man aber allein tun oder mit dem Angehörigen, mit dem man sowieso zusammen ist.» Die gemischte, generationenübergreifende Jogging-Gruppe soll also sistiert werden.

Auf ein Bier mit dem Kumpel?

Die Bar ist geschlossen, doch das Wetter ist prächtig und das Bier kalt. Da liegt es nahe, das Feierabendbier mit Freunden auf den Balkon oder in den Garten zu verlagern. Davon rät Koch ab. «Man soll die Kontakte zwischen den Familien und Generationen derzeit nicht fördern.» Die sozialen Kontakte ausserhalb des engsten Umfelds sollen für die nächste Zeit am Telefon oder über die sozialen Medien gepflegt werden.

Hausarrest für die Grossmutter?

Kochs klare Anweisung an ältere Menschen und andere Risikogruppen: «Auch sie dürfen aus dem Haus. Für sie gilt aber besonders: Abstand halten, Abstand halten, Abstand halten.» Das bedeutet für Betagte eine schmerzhafte Trennung von ihren Liebsten. Doch gerade in diesen Zeiten, da der physische Kontakt erschwert ist, plädiert der Krisenmanager für ein neues Miteinander: So könne etwa der Nachbar den Einkauf für eine gefährdete Person erledigen.

Darf mein Kind noch raus zum Spielen?

Auch viele Eltern sind verunsichert. Die Schulen sind geschlossen, und die Kinder wollen beschäftigt werden. Dürfen sie noch raus zum Spielen und sich mit den Gspänli treffen? «Selbstverständlich dürfen Kinder untereinander spielen. Sie sind ja auch nicht die Treiber dieser Epidemie», beschwichtigt Koch. Spielgruppen und dergleichen sollten aber nicht organisiert werden. Und vor allem: Die Eltern seien aufgerufen, den Kontakt untereinander auf ein Minimum zu beschränken.

Hamsterkäufe braucht es nicht

Hamsterkäufe braucht es nicht

Immer wieder betonen die Behörden: Hamsterkäufe sind nicht notwendig. Die Versorgung ist gewährleistet. Das bestätigt auch Experte Koch. Allerdings sind Lebensmittelläden einer der letzten öffentlichen Orte, wo viele fremde Menschen aufeinandertreffen. Lohnt es sich da nicht, sich für einen längeren Zeitraum mit dem nötigsten einzudecken? «Die Läden sind genug gross, damit man Abstand halten kann», sagt Koch. Wer die Regale leerfege, bereite nur dem Ladenpersonal Probleme – das in diesen Tagen ohnehin alle Hände voll zu tun hat.

Soll ich Parks und Spielplätze meiden?

Im Gegensatz zu anderen Ländern bleiben Spielplätze und Parks in der Schweiz offen. Koch stellt klar: Das Virus an sich warte nicht an bestimmten Orten. «Es sind die Menschen, die es untereinander weitergeben.» Also liegt es an uns, eine Ausbreitung zu verhindern. Deswegen gelte auch in Parks und auf Spielplätzen die einfache Devise: Distanz halten – was sich im öffentlichen Raum auch einfacher bewerkstelligen lässt als in geschlossenen Räumen.

Ausgangssperre für die Jugend?

Für Teenager dürfte der Shutdown zur Nervenprobe werden. Dem ist sich auch Krisenmanager Koch bewusst. «Jugendliche haben sehr viel Kontakt untereinander und sind sehr mobil. Sie stecken damit aber auch am ehesten andere Leute an.» Deswegen appelliert Koch an die Jugendlichen: Feste mit Freunden sollen erst einmal verschoben werden. Kochs Rat: zuhause bleiben und Gamen statt WG-Party.

Video
«Wir brauchen jetzt die Bevölkerung»
Aus SRF News vom 16.03.2020.
abspielen

SRF 4 News, 17.03.2020; 7:15 Uhr; imhm

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

116 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andreas Häni  (Erdbewohner)
    Es geht nicht darum die verfügten Massnahmen zu hinterfragen oder zu kritisieren. Es geht darum sie zu akzeptieren,ernst zu nehmen & sich daran zu halten ob man will oder nicht. Punkt!!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Nelly WEINMANN  (NeWei)
    Im "Der Bund" vom Mo 16 März. war eine Zusammenfassung, wie gross der Vorrat (vom Bund empfohlen) zuhause sein soll. Ist doch logisch, dass danach alle Lebensmittel Geschäfte leer sind. Der Bund sollte die Vorratsliste für die heutige Situation anpassen, für Wasser und Strom besteht ja kein Problem.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jörg Wombacher  (Dr. Fritz)
    Frage (und nicht mehr): Wenn in einer gewöhnlichen Grippesaison 7 bis 15% aller Influenzaviren Corona-Viren sind, und tatsächlich bei 7 bis 15% aller registrierten schweren respiratorischen Erkrankungen Coronaviren neben anderen Viren nachgewiesen werden, wie kann ich dann sicher sein, dass im Falle von Exitus auch das Coronavirus und nicht ein anderes Virus schuld war? Mache ich hier einen Denkfehler?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen