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«10vor10-Serie: Was bleibt nach Corona?» Teil 2: Online-Shopping
Aus 10vor10 vom 13.05.2020.
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Die Schweiz zuhause Ein Schub für den Onlinehandel in der Krise

In der Coronakrise boomt der Online-Handel. Dieses Jahr wird mit 30 Prozent Wachstum gerechnet.

Im April hat die Post so viele Pakete befördert wie nie zuvor in ihrer Geschichte: Gegen 900‘000 Pakete täglich gingen durch die Hände des Sortierpersonals. Geschlossene Geschäfte und Angst vor dem Virus führten dazu, dass die Menschen weniger mobil sind und mehr online einkaufen: Güter des täglichen Bedarfs, aber neuerdings auch grössere Gegenstände wie Sofas oder Gartenartikel.

Nicht nur die Generation der «digital natives» kauft vermehrt online ein, auch ältere Menschen entdecken in der Krise den Online-Einkauf. Vor wenigen Wochen hat die 73-jährige Beatrice Fröhlicher ihre erste Kreditkarte beantragt. Seither kauft sie die benötigten Lebensmittel auf ihrem Handy online ein. So will sie sich vor Ansteckung schützen.

Die Krise als Chance

Laut einer Umfrage des Verbands der Versandhändler stieg der Umsatz mit Lebensmitteln über den Online-Kanal um 65 Prozent im März gegenüber dem Vorjahr. Führende Lebensmittel-Onlinehändler wie Coop@home oder Farmy.ch melden sogar eine Verdoppelung ihres Umsatzes während der Zeit, in der die Geschäfte geschlossen waren.

Grafik Chancen
Legende: SRF

Das junge Unternehmen Earlybird liefert täglich an rund 100 Haushalte rund um Zürich Frischprodukte, vor allem Gemüse und Früchte. Noch bis Mitte März kochte Earlybird Mahlzeiten speziell für Büroangestellte und Geschäfte. Als die meisten Unternehmen auf Homeoffice umstellten, stellte Earlybird kurzum auf Hauslieferungen an Private um. Mitgründer Thomas Bösch glaubt trotz Wiedereröffnung der Läden an sein Angebot: «Das hat damit zu tun, dass ganz viele verschiedene Generationen jetzt Lebensmittel online bestellen und sich nach Hause liefern lassen. Das wird sicher ein anhaltender Trend sein, den wir als kleiner Player spüren.»

Risiken für Stationäre

Von der Coronakrise besonders betroffen sind die Kleiderläden. Einerseits, weil die Läden zwei Wochen schliessen mussten. Andererseits, weil sich die Konsumenten nur zögerlich zurück in die Läden wagen und vermehrt Kleider online einkaufen. Die CS schätzt, dass der Modehandel über ein Fünftel der Umsätze einbüssen wird. Zwar macht der Online-Handel erst rund 20 Prozent des gesamten Textilbereichs aus. Er wächst aber stark, mit Folgen für den Modehandel, so Patrick Kessler, Präsident des Schweizerischen Versandhandel-Verbands: «Der Online-Kleiderhandel wird sich mit der Krise beschleunigen. Jeder Händler muss sich damit vertieft auseinandersetzen.»

Grafik Risiken
Legende: SRF

Potenzial aus der Coronakrise

Während des Lockdowns schwoll das Paketvolumen der Post an. Die Internet-Einkäufe würden zunehmend grösser, sagt Marc Bolliger, Geschäftsführer von Pickwings, einer Plattform, die Lieferkapazitäten vermittelt und Teile des Sperrgut-Transports von der Post übernommen hat. Über die digitale Lösung von Pickwings können Firmen Transportkapazitäten anbieten, wenn sie freie Lager oder unbenutzte Lastwagen haben.

Die Credit Suisse erwartet, dass der Online-Anteil am Gesamtumsatz bis Ende Jahr auf 15 Prozent – ein Plus von 3 Milliarden Franken – zulegen wird. Patrick Kessler spricht von einem Gewöhnungseffekt, den die Coronakrise ausgelöst habe: «Viele Kunden haben die Bequemlichkeit, die Verfügbarkeit der Waren über den Online-Kanal schätzen gelernt.» Er geht davon aus, dass sich die Menschen weniger bewegen, weil sie vermehrt im Homeoffice arbeiten und deshalb mehr online einkaufen werden.

Grafik Potenzial
Legende: SRF

10vor10, 21:50 Uhr, 13.5.2020

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