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Fünf Fakten zur Schweizer Contact-Tracing-App
Aus SRF News vom 22.05.2020.
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Die Testphase beginnt Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Tracing-App

Die App, die zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in der Schweiz beitragen soll, geht in die Testphase.

Die Swiss-PT-App befindet sich aktuell in der Testphase und kann nun von vom Bund ausgewählten Personen und Institutionen benutzt werden. In seiner nächsten Sitzung am 20. Mai will der Bundesrat dann die gesetzliche Grundlage für den ordentlichen Betrieb der App verabschieden.

Im Juni soll das Parlament über die Botschaft beraten und sie verabschieden. Mit der breiten Lancierung der App ist somit frühestens im Juli zu rechnen. Hier werden schon mal die wichtigsten Fragen zur Swiss-PT-App geklärt.

Was macht die App? Die App schaut nicht nur, ob Begegnungen mit infizierten Personen stattfanden, sondern auch wie lange und wie nahe sich die Personen kamen. Erst wenn man sich innerhalb eines Tages über insgesamt fünfzehn Minuten in weniger als zwei Metern Abstand von infizierten Personen aufgehalten hat, ist der Verdacht auf eine mögliche Ansteckung genügend gross – und die Personen werden informiert.

Muss man die App informieren, wenn man infiziert ist? Der Covid-Code, den man bei einem positiven Test erhält, ist nach der Generierung durch das Personal für 24 Stunden gültig. Ob und wann dieser in die App eingegeben wird, entscheidet der Benutzer bzw. die Benutzerin selbst. Es besteht keinerlei Zwang dazu. Die Eingabe oder Nicht-Eingabe ist anonym, niemand kann also hinterher feststellen, ob der Patient den Covid-Code eingegeben hat oder nicht.

Die Swiss-PT-App

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Auf der Seite des Bundes, Link öffnet in einem neuen Fenster finden Sie weiter wichtige Informationen etwa zum Persönlichkeitsschutz, der Funktionsweise, zum richtigen Verhalten sowie zu den Kosten. Auch zeigt der Bund einige Fallbeispiele auf.

Was ist zu tun, wenn die App «Alarm schlägt»? Personen, die von der App über einen Kontakt mit einer infizierten Person benachrichtigt werden, können frei entscheiden, wie sie reagieren. Über eine Infoline erhält man in so einem Fall mehr Informationen.

Warum sollte man die App nutzen, wenn sie das sagt, was man sowieso schon weiss: Rufe einen Arzt an, wenn du Symptome hast? Die App macht klar, dass sich jemand einem Risiko ausgesetzt hat. Die Person kann während den kommenden Tagen auf Symptome achten und diese auch besser einordnen. Zudem kann das Umfeld geschützt werden, indem man zehn Tagen nach der Begegnung unnötige Kontakte vermeidet.

Mann hält Smartphone mit App.
Legende: Gemäss einer Studie aus Oxford sollten 55 bis 65 Prozent der Bevölkerung bei den Quarantäne-Massnahmen innerhalb der Eindämmungsphase mitmachen, damit die Epidemie eingedämmt werden kann. Keystone

Kann die App feststellen, ob es – zum Beispiel im Restaurant – eine Schutzwand zwischen Personen hat? Wände können die Übertragung des Bluetooth-Signals bis zu einem gewissen Grad blockieren, sodass nur sehr wenige Fehlalarme in diesem Kontext auftreten sollten. Allerdings können Plexiglasscheiben nicht erkannt werden. Ebenso wenig kann das Mobiltelefon registrieren, ob die Personen Masken tragen.

Was passiert, wenn das Gerät in der Nähe eines anderen Geräts aufgeladen wird, die Besitzer der Telefone aber keinen Kontakt zueinander hatten? Wenn zwei Mobiltelefone mit installierter App näher als zwei Meter voneinander entfernt sind, wird das als Kontakt registriert. Die App kann nicht unterscheiden, ob das Mobiltelefon in der Nähe des Besitzers ist oder nicht.

Ist die Datensicherheit gewährleistet? Die Anwendungsschnittstelle (API) von Apple/Google ist keine App auf den Mobiltelefonen. Es handelt sich um einen von Apple/Google vorgeschlagenen Standard zur genaueren Schätzung des Abstands zwischen zwei Mobiltelefonen via Bluetooth und zur Senkung des Stromverbrauchs durch Bluetooth Low Energy. Die Datensicherheit bleibt gemäss dem Bund gewährleistet.

Welche Daten sammelt die App? Die App sammelt nur Kontakt-Ereignisse, bei denen sich der Benutzer für kurze Zeit mit weniger als zwei Meter Abstand in der Nähe von anderen App-Benutzern aufgehalten hat. Es werden somit keine persönlichen Daten, Standorte und Informationen zum verwendeten Gerät ausgetauscht.

Tracing-App auf dem Smartphone.
Legende: Die finalen Kosten der App können noch nicht beziffert werden. Die initialen Kosten der Konzeption und des Prototyping wurden durch Forschungsgelder der EPFL/ETHZ getragen. Die Weiterentwicklung und der Betrieb werden durch den Bund finanziert. Keystone

SRF 1, Tagesschau; 14. Mai 2020, 19:30 Uhr;

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101 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Keller  (kellerpm)
    Umständlich erklärt und trotzdem nicht klar. Dabei wäre doch schnell erklärt: Jede App hat einen anonymen Code. Sie sammelt alle Codes von anderen Apps in der Nähe und speichert diese Codes lokal im Handy, d.h. auf keinem Server. Wenn eine Person Covid-19 hat, meldet sie das der App, die den eigenen Code an einen Server sendet, der ihn an alle anderen Apps verteilt. Diese schauen in ihrer Liste nach, ob der verteilte Code darin enthalten ist. Falls ja: Mögliche Infizierung, bitte in Quarantäne.
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    1. Antwort von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
      Wichtige Ergänzung: Sammelt Kontakte, die pro Tag mindestens 3 mal 5 Minuten näher als grobe 2 Meter waren - unabhängig davon ob diese hinter einer Schutzscheibe waren oder ein Maske trugen. Schmier- und Aerosolübertraguungen werden nicht erkannt. Eine Warnung via App berechtigt nicht zu einem Test und zu einer Quarantäne mit Lohnfortzahlung. Hotspots können - wegen Datenschutz - nicht erkannt werden.
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  • Kommentar von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
    Die von Apple und Google zur Verfügung gestellte Schnittstelle (API) ist nur ein erstes - relativ rasch - realisiertes Provisorium. Beide arbeiten bereits an einer Erweiterung auf Betriebssytem-Ebene, welche viel besser sei. Diese bessere Lösung beinhaltet das Sammeln von Kontakten und das Alarmieren auch ohne App mit dem Betriebssystem allein. Siehe "Exposure Notification Frequently Asked Questions" May 2020, Google. Wozu braucht es dann überhaupt noch eine App?
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    1. Antwort von Timon Zielonka  (zukunft.com)
      Um unabhängig zu sein. Auf meinem Handy werden die Betriebssytemerweiterungen vorläufig nicht drauf sein, aber die App läuft bereits recht gut. Ausserdem ist die App schon da, die Betriebssytemerweiterung aber offenbar noch nicht.
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    2. Antwort von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
      @zukunft.com: Was ich weiss ist, dass ältere Versionen der App noch ohne diese API laufen. Die aktuelle Version wurde umgestellt, um diese API zu benutzen. Die nächste Umstellung ist dann nötig, wenn Apple und Google die "definitive" Lösung auf Betriebssystem-Ebene ausrollen. Frage ist, was dann mit jenen Phones geschieht, welche diesen Update nicht erhalten können / wollen.
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  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Was ist der Mehrwert dieser App? Kann ich dann bei Infektionsgefahr einen zuverlässigen Corona Test durchführen lassen? Sonst bringt das Ganze ja nur Verunsicherung oder Überwachung.
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    1. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Der Mehrwert der App ist ein normaler Alltag, der sonst nur mit einem Impfstoff zu erreichen ist.
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    2. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      Der Mehrwert? Infektionsketten werden unterbrochen, ein menschlicher und gesellschaftlicher Supergau wie z.B. in NewYork wird verhindert und davon profitieren alle. Doch muss es immer um einen Mehrwert gehen? Ist Gesundheit, Überleben für mich und die Gesellschaft nicht Mehrwert genug.
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    3. Antwort von Peter Keller  (kellerpm)
      Der Mehrwert der App ist der, dass Sie wissen, ob Sie infiziert sein könnten und andere anstecken könnten, *bevor* Sie selber Symptome zeigen, und sich selber 2 Wochen isolieren können, damit falls Sie wirklich infiziert sind, keine weiteren Menschen anstecken.

      Überwacht wird niemand mit der App, da nur die App selber weiss, welche anderen Apps in Ihrer Nähe waren und der Server nur die die Codes der Infizierten an alle anderen Apps weiterleitet und nicht weiss, wem der Code gehört.
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