Zum Inhalt springen

Header

Audio
CVP: mit oder ohne «C»?
Aus Echo der Zeit vom 28.06.2020.
abspielen. Laufzeit 03:11 Minuten.
Inhalt

Diskussion um Neuausrichtung Quo vadis, CVP?

Die christlich-demokratische Volkspartei, die CVP, denkt immer wieder über das C in ihrem Namen nach. Ist es noch zeitgemäss, oder muss man diesen alten Zopf abschneiden? Eine parteiinterne Studie zeige nun, dass das C im Namen nicht mehr ankommt.

Die neue Mitte, welche vor acht Jahren derart gelobt wurde, ist am zerbröckeln.
Autor: Marc BühlmannPolitologe

Eine deutliche Mehrheit der befragten Stimmberechtigten können mit dem C im Namen nicht viel anfangen, schreibt heute die «Sonntags-Zeitung». Nur gerade 10 Prozent fühlten sich vom C angesprochen.

Pfister will Kehrtwende einleiten

Das C sei ein Handicap, wird CVP-Präsident Gerhard Pfister in dem Bericht zitiert. Und die Partei sei offen für Veränderungen, das zeige die Umfrage der CVP deutlich. Pfister will nun eine grosse Kehrtwende einleiten. Das heisst, weg vom C und hin zu einer modernen Kraft der Mitte.

Ein solcher Wechsel sei eine Risikostrategie, sagt der Politologe Marc Bühlmann, ein neuer Name bedeute eine neue Marke. Und diese neue Marke bekannt zu machen, daure und koste Geld. Dennoch findet Professor Bühlmann, die Zeit sei jetzt reif dafür: «Die neue Mitte, welche vor acht Jahren derart gelobt wurde, ist am zerbröckeln. Wenn die CVP noch etwas retten möchte, ist ein neuer Name und eine Verbindung mit der BDP eine gute Chance.»

Mann.
Legende: Wohin führt die Reise der CVP unter Präsident Gerhard Pfister? Keystone

Seit Jahren verliert die CVP Wähler, im letzten Herbst kam sie auf einen Wähleranteil von 11.4 Prozent. Ohne das Wort «christlich» im Namen will die CVP eine breitere Wählerschaft ansprechen und so die Wahlverluste stoppen.

Wahrscheinlich muss man das Risiko eingehen, dass man dadurch ältere Generationen verliert.
Autor: Marc BühlmannPolitolge

Das passt nicht allen in der CVP: Vertreter aus konservativeren Kantonen fürchten, dass sich die Stammwähler abwenden. Bühlmann von der Universität Bern teilt diese Befürchtung nicht: «Jene, welche aus konservativer Sicht zur SVP gewechselt haben, haben dies bereits getan. Und mit einer Namensänderung ändert sich die Werteausrichtung der Partei nicht von heute auf morgen.»

Und gerade in dieser Wertediskussion, bei Fragen wie der Homo-Ehe etwa, habe sich auch die CVP geöffnet: «Wahrscheinlich muss man das Risiko eingehen, dass man dadurch ältere Generationen verliert. Man könnte aber auf der anderen Seite eine jüngere und dynamischere Wählerschaft gewinnen.»

Diskussionen gehen weiter

Auch wegen der möglichen Fusion mit der BDP wird ein neuer Name gesucht. Er steht zwar noch nicht fest, aber er werde sich wohl am Begriff «Mitte» orientieren, heisst es im Zeitungsbericht. Eine kluge Wahl, so Marc Bühlmann: «Zu sagen, dass man eine breite Mitte abdecken möchte, ist eine intelligente Option.»

Die Diskussion um den neuen Namen der CVP geht am Montag weiter, dann informiert die Parteileitung umfassend über die Resultate der Studie.

Echo der Zeit, 28.6.2020, 18:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

23 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Das C im Namen ist nicht das Problem sondern die Art wie die CVP seit längerem politisiert. Deswegen bin ich kein CVP-Wähler mehr. Ich wählte die lange CVP nicht aus religiösen Gründen sonder weil Sie vor allem in den 90ern ein sehr guter Konfliktlöser war.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
    Herr Leu. Danke für die Vorlage. Auch wenn die CDU nicht ausschließlich christliche Werte vertritt, siehe zum Beispiel Waffenexporte, so muß man trotzdem feststellen, dass sie im Gegensatz zur CVP in der Flüchtlingspolitik versucht hat, christliche Werte wie Toleranz und Menschlichkeit zu vermitteln. Ein Bekenntnis der CVP diesbezüglich, hätte der CVP vermutlich die Existenz gekostet. Kann man daraus Rückschlüsse auf die gesellschaftlichen Unterschiede schliessen? Ich denke ja.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Frank Henchler: Die Unterschiede sind nicht so gross. Da es in Deutschland aufgrund des Wahlsystems in der langen Frist auf zwei grosse Parteien hinausläuft, müssen diese Parteien eine breite Palette von Positionen einnehmen, um die Hälfte des Wählerspektrums abzudecken. Als Folge haben wir eine SPD in Deutschland, die viel weiter rechts liegt als die Schweizer SP und eine CDU, die weiter links liegt, als eine Schweizer FDP oder Teile der CVP. Als Folge sind die deutschen Parteien heterogener.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
      Ich weiß das man gerne bei ihnen nach links mitte rechts einteilt, dies ist aber wie ich schon so oft angemerkt habe wenig zielführend. Es geht um Inhalte und da erschliesst sich mir nicht, wie man das "c" noch rechtfertigen will und kann. Vrsuchen sie doch a konkret zu antworten und nicht ständig auszuweichen. Danke
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Frank Henchler: Falls SRF mitspielt werde ich gerne konkret: 1. Die deutsche Regierung CDU/CSU/SPD hat kein Problem mit der deutschen Waffenschmiede. Diese exportiert u.a. die besten Leopard-Panzer der Welt in die Türkei, wo sie dann prompt eingesetzt werden. 2. Die bayrische CSU wollte in der Flüchtlingswelle die Grenzen von Bayern schliessen. 3. Politiker verteilen nicht ihr eigenes Geld. Wenn Sie A mehr geben, hat B weniger. Somit kann es christlich sein, auch mal auf die Bremse zu treten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Warum im Zusammenhang mit der CVP immer wieder der Begriff "Mitte" strapaziert wird, ist nicht nachvollziehbar. Die CVP politisiert rechtskonservativ - es sei denn sie hofft bei vereinzelten Sachthemen Stimmen von Politik verdrossenen, gemässigten Sozialdemokraten ab zu greifen. Ich denke dass genau dieser Kurs die schrumpfenden Wahlresultate sowie die Wählerwanderung Richtung SVP erklärt. Streichung des C's dürfte Verlust etlicher SR-Sitze der mehrheitlich katholischen Kantonen bedeuten... ;-))
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Francis Waeber: Das ist relativ. Aus Sicht vieler SVPler gehört die CVP der linken Seite an. Aus Sicht der SP/Grünen ist die CVP klar bürgerlich. Fazit: Wahrscheinlich ist die CVP genau im Durchschnitt des Links-Rechts-Schemas. Das wird ja auch sehr schön von Smartvote und ähnliche Tools durch Daten bestätigt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen