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Dritte Corona-Impfung: Kann man sich «überimpfen»?
Aus Rendez-vous vom 30.07.2021.
abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
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Dritter «Shot» in Israel Wie sinnvoll ist die dritte Corona-Impfung?

Über 60-Jährige in Israel werden nachgeimpft. Die Auffrischung bei Risikogruppen kommt für manche Experten zu früh.

Wie begründet Israel den Schritt zur Nachimpfung? Israel reagiert in der Corona-Pandemie wieder am schnellsten. Da die Zahl der Ansteckungen steigt, sollen Israeli, die sich vor mindestens fünf Monaten haben impfen lassen und die über 60 sind, die dritte Impfung bekommen. Zu diesem Schritt entschied sich die Regierung, weil die Pfizer/Biontech-Impfung seit Anfang Juni viel schwächer schütze. So verhindere die Impfung eine Corona-Infektion noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. SRF-Wissenschaftsredaktor Thomas Häusler erklärt den aktuellen Stand.

Wie sinnvoll ist denn eine dritte Impfung? Ob es jetzt schon nötig ist, ist umstritten. In Israel werden ältere geimpfte Menschen leicht gehäuft infiziert, manche müssen ins Spital. Eine Studie zeigt auch, dass bei geimpften und trotzdem angesteckten Menschen, die Antikörper-Mengen im Blut niedriger sind als bei anderen. Und eine andere Studie zeigt: Bei älteren Menschen sinken die Antikörper-Mengen rascher. Das sind Hinweise, dass eine Auffrischungsimpfung für Ältere angezeigt sein könnte – aber manche Experten sagen: Die Daten sind uns zu vorläufig, wir brauchen bessere. Antikörper sind auch nicht das einzige Mittel des Immunsystems, es hat noch andere.

Das sind Hinweise, dass eine Auffrischungsimpfung für Ältere angezeigt sein könnte.
Autor: Thomas Häusler SRF-Wissenschaftsredaktor

Ist die «Booster-Impfung» bereits auf Varianten angepasst? Das geht bisher noch nicht. Angepasste Impfstoffe sind noch in Arbeit. Aber Studien zeigen, dass die bisherigen Impfstoffe auch bei Delta zumindest gegen einen schweren Verlauf und Tod gut schützen – solange die Antikörper-Menge hoch genug ist und die anderen Abwehrsysteme funktionieren. Lässt dies nach, kann man die Schlagkraft mit einer dritten Dosis der jetzigen Impfstoffe aller Wahrscheinlichkeit nach wieder erhöhen.

Besteht das Risiko einer «Überimpfung»? Man kann schon zu viel Impfstoff bekommen – darum schaut man bei der allerersten Phase in den klinischen Tests, welche Dosis wirksam ist und ab wann es zu viel wird. Im Verlauf weiterer Tests beobachtet man, wie sich mit der Zeit die Antikörper-Menge im Blut und andere Immunparameter entwickeln. Und nur wenn diese tief genug gefallen sind, frischt man auf.

Ist die «Booster-Impfung» für Risikogruppen auch in der Schweiz zu erwarten? Vor zehn Tagen hat das BAG für Menschen mit schwer beeinträchtigtem Immunsystem die Empfehlungen bereits angepasst: Wenn bei ihnen nach der zweiten Dosis zu wenig Antikörper gebildet werden, wird eine dritte Impfung empfohlen. Für alle anderen seien vorderhand zwei Dosen genug, sagt das BAG. Aber die Fachleute beobachten die Lage weltweit und wenn sich bei den Risikogruppen zeigt, dass die Schutzwirkung tatsächlich abnimmt, kann es auch bei uns zur Empfehlung für eine dritte Dosis kommen.

Rendez-vous, 30.07.2021, 12:30 Uhr;

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    @Künzi: Man muss logischerweise nur RNA Sequenzen detektieren können und nicht das gesamte Virus. Daher detektiert man die für dieses Virus typischen Sequenzen und kriegt eine Erkennungsrate von gut 100%. Dass dies nichts über die Virenlast aussagt, weiss man aber dies ist für ein Test auch nicht notwendig. Virenkulturen legt man nicht für Milliarden von Tests an. Wollen Sie Staub detektieren reicht es, wenn sie für den Staub spezifische Teile, also Sequenzen, aufspüren.
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Doppelt soviel ist nicht immer doppelt so gut! (Paul Watzlawick)
  • Kommentar von Aldo brändli  (aldo)
    Splange eine Impfung keinen absoluten Schutz bietet ist sie nur gefährlich. Geimpfte bekommen dann die Krankheit trotzdem ohne Symptome und verbreiten sie ohne dass jemand etwas merkt.
    1. Antwort von Patric Naville  (Patric Naville)
      Ich stimme Ihnen überhaupt nicht zu. Wir werden in näherer Zukunft keine Impfung erhalten, welche absoluten Schutz bieten kann. Dass manche Geimpfte das Virus weitergeben können, ist nur das Folgeproblem der tiefen Impfquote. Wenn alle geimpft sind, die es können, dann ist dies kein Problem mehr. Ganz ohne Impfung würden wir jedes Jahr die gleiche Situation haben und irgendwann die traurige 100. Welle verzeichnen.
    2. Antwort von Thomas Spirig  (lalelu)
      gefährlich sind die paar wenigen geimpften virenträger vor allem für die ungeimpften.
    3. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Ein mehr als 91 prozentiger Schutz vor einem schweren Verlauf und Tod ist durchaus eine sehr hohe Schutzwirkung. Absoluter Schutz gibt es nicht, wird es nie geben.