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Haselsträucher und grosse Bäume sind bei den Tieren beliebt
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 01.02.2021.
abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
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Eichhörnchen in der Stadt Warum es im St. Galler Stadtpark keine Eichhörnchen gibt

Eine Studie aus St. Gallen zeigt: Trotz grosser Bäume hat es keine Eichhörnchen im Stadtpark. Grund sind auch die Strassen.

Das Eichhörnchen hat sich gut an das Leben in der Stadt angepasst. Immer wieder kann der aufmerksame Beobachter die putzigen Tiere auch in Siedlungen entdecken. Gleichzeitig fehlt das Eichhörnchen an Orten, wo man es eigentlich erwarten würde.

Über das Projekt

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Das Projekt «StadtWildTiere» gibt es auch in den Städten Bern, Chur, Luzern, Winterthur, Zürich, Wien und Berlin. Es befasst sich mit den Tieren im Siedlungsgebiet und fordert Freiwillige auf, Beobachtungen von Tieren zu melden. Biespielsweise in Zürich wird ebenfalls die Lebensweise der Eichhörnchen untersucht.

Eine Studie , Link öffnet in einem neuen Fenstervom Projekt «StadtWildTiere St.Gallen» hat deshalb den Lebensraum des Eichhörnchens in der Stadt St. Gallen untersucht. Die Zahlen sind eindrücklich: 185 Flächen wurden kartiert und abgesucht, fast 1600 Bäume bestimmt und vermessen. 23 Freiwillige halfen mit und meldeten fast 200 Beobachtungen von Eichhörnchen.

Grosse Bäume zum Wohnen

Die ersten Erkenntnisse der Studie sind naheliegend: Das Eichhörnchen braucht grosse Bäume als Wohnraum und Haselsträucher als wichtige Nahrungsquelle. Das alleine reicht aber nicht.

«Diese alten, grossen Bäume sollten auch nahe beieinanderstehen», erklärt Sandra Gloor, Wildtierbiologin beim Verein StadtNatur. «Eichhörnchen bewegen sich am liebsten in den Baumkronen vorwärts, ohne auf den Boden herunterkommen zu müssen.» Ein alter einzelner Baum bietet also noch nicht zwingend einen geeigneten Lebensraum.

Keine Eichhörnchen im Stadtpark

Dennoch konnten die Forscher im St. Galler Stadtpark, wo eigentlich grosse Bäume nahe beisammenstehen, keine Eichhörnchen beobachten. Ein Grund dürfte die breite Rorschacherstrasse im Süden des Parks sein. «Uns hat erstaunt, wie stark die Barrierewirkung von Strassen ist», sagt Gloor.

Luftbild vom Stadtpark St. Gallen. Die Rorschacherstrasse im Süden rot eingefärbt
Legende: Die breite Rorschacherstrasse (rot) im Süden des Stadtparks bildet eine Barriere für Eichhörnchen. Zudem haben die Quartiere im Süden und Norden des Stadtparks zum Teil zu wenig Bäume, als dass dort Eichhörnchen leben und sich im Stadtpark verbreiten könnten. SRF

Dazu kommt laut Gloor, dass sowohl in den Quartieren im Süden als auch im Norden des Parks die Baumbestände zu gering sind. Ein natürlicher Weg von den jetzigen Lebensräumen der Eichhörnchen bis in den Stadtpark gebe es kaum.

Der Stadtpark ist nur eines von verschiedenen Beispielen, welche die Studie aufzeigt. Nicht nur die Strassen, Schienen und die Autobahn A1 sind Hindernisse für die Eichhörnchen. Es reicht bereits, dass ein alter Baum nach Bauarbeiten nicht ersetzt wird, um einen grünen Korridor zu unterbrechen.

Eichhörnchen auf einem Dicken Ast mitten im Geäst
Legende: Den Eichhörnchen ist es nicht überall gleich wohl. Keystone

Nebst einer Analyse liefert die Studie auch eine Lösung mit: Bäume wie Hasel zu pflanzen und alte Bäume zu erhalten, würde den Eichhörnchen in der Stadt helfen. Weiter empfiehlt die Studie, dass bei der Stadtplanung die grünen Korridore berücksichtigt werden. Sodass sich die Tiere – nicht nur die Eichhörnchen – besser durch die Stadt bewegen können.

Regionaljournal Ostschweiz; 01.02.2021; 06:32 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Gerschwiler  (Pegesg)
    Es hilft sicher auch wenn Sickerrohrleitungen waagrecht von Baum zu Baum gelegt werden. Oder ein paar Meterstücke auf die Äste binden. So findet es Zuflucht und Verstecke vor Greifvögel, vor allem Krähen. Ich mag Krähen, da sie so schlau sind, jedoch sind ihnen die Tiere bei genug Hunger( Winter & Brutsaison) schutzlos ausgeliefert. Teils Gebiete werden zu schön gepflegt und Futter entsorgt.
  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Wildtiere - vom Glühwürmchen bis zum Eichhörnchen - werden aus dem Siedlungsgebiet zunehmend ausgeschlossen. Nicht weil es nicht da und dort Pärklein, Friedhöfe, einen alten Hausgarten oder Hinterhof gäbe, der noch nicht zum Parkplatz umfunktioniert worden wäre, abgesehen davon, dass in einem von der Autoeinstellhalle unterbauten Hof kein Baum, der den Namen verdient, wachsen kann, fehlt ungeflügelten Tieren, ob gross oder klein, der Einlass in die Grünräume, denn es sind Inseln im Asphaltmeer.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Eichhörnchen leben gerne im Siedlungsraum, in Parkanlagen oder Wohnquartieren mit einem intakten Baumbestand. Im Zuge der Verdichtung unserer Städte geraten jedoch Grün- und Freiräume mehr und mehr unter Druck und mit ihnen ganz besonders Bäume. Damit wird es auch zusehends für das Eichhörnchen schwierig,in der Stadt genügend geeigneten Lebensraum zu finden.Eichhörnchen brauchen vielfältige Lebensräume mit einem alten Baumbestand, dieser fehlt vielerorts. Oft sind auch die vielen Strassen schuld