Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio ESAF: Wann ist die kritische Grösse erreicht? abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 26.08.2019.
Inhalt

Eidg. Schwing- und Älplerfest Spagat zwischen Tradition und Moderne

  • Das dreitägige Eidgenössische Schwing- und Älperfest in Zug hat über 400'000 Besucherinnen und Besucher angelockt.
  • Damit war es das grösste Schwingfest aller Zeiten.
  • Das nächste «Eidgenössische» in Pratteln BL soll kleiner werden.
  • Die Organisatoren wollen für 2022 beim Rahmenprogramm über die Bücher.

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug, bei dem sich der Berner Schwinger Christian Stucki am Sonntag zum Schwingerkönig krönte, sprengte alle Dimensionen.

Es war ein Fest der Superlative: Grösser als in Zug war die Arena bisher noch nie. Noch nie tummelten sich zudem an einem Schwing- und Älperfest so viele Leute auf einem Festgelände.

Heinz Tännler schwingt am Festakt die Fahne.
Legende: OK-Präsident Heinz Tännler schwingt am Festakt des ESAF in Zug die Fahne. Keystone

Heinz Tännler, Chef des Organisationskomitees von Zug, sieht denn auch eine kritische Grösse erreicht. Er sagt aber auch, dass die Besucherinnen und Besucher das Angebot verlangten.

Der Sport muss im Vordergrund bleiben, damit es zu einem gesamtheitlich schönen Fest kommt.
Autor: Heinz TännlerOK-Chef ESAF Zug 2019

Gemäss Tännler wird von Festbesuchenden etwa auch eine Partymeile gewünscht: «Wichtig ist aber – und das ist ganz entscheidend für mich – der Sport muss im Vordergrund bleiben, damit es zu einem gesamtheitlich schönen Fest kommt.»

Weniger Party in Pratteln

Das nächste «Eidgenössische» soll von 26. bis 28. August 2022 in Pratteln im Kanton Basel-Landschaft stattfinden. In drei Jahren soll es ein kleineres Schwingfest geben, sagt Thomas Weber, Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft und OK-Präsident.

Die Arena in Pratteln soll um einige tausend Plätze kleiner sein als in Zug. Geplant sind derzeit maximal 50'000 Plätze, in Zug waren es über 56'000. Ausserdem stellt sich gemäss Weber die Frage, ob es ein so grosses Rahmenprogramm mit Open-Air-Konzerten wie in Zug tatsächlich brauche.

Damit ziehe ein Schwingfest auch Personen an, die eigentlich gar nichts mit dem Schwingen zu tun hätten. «Da muss man gut abwägen, ob man das wirklich will. Ich denke, da müssen wir etwas bremsen», sagt Weber.

Wachstum kann Qualität senken

Bremsen und Redimensionieren war allerdings schon der Plan der Zuger Organisatoren. Dennoch mussten sie die Budget-Zahlen immer wieder nach oben korrigieren.

Thomas Weber und Matthias Hubeli greifen sich zur Schau an die Hosen.
Legende: Thomas Weber, OK-Präsident, und Matthias Hubeli, Geschäftsführer des ESAF 2022 auf dem vorgesehenen Gelände in Pratteln. Keystone/Archiv

Dies sei verständlich, sagt Urs Wagenseil, Leiter des Kompetenzzentrums Tourismus an der Hochschule Luzern. Das Zentrum hat bereits mehrere Grossveranstaltungen analysiert. Es gebe für die Veranstalter von Schwingfesten fast kein Zurück mehr.

Wenn die Nachfrage so gross ist, ist auch die Grösse zu legitimieren.
Autor: Urs WagenseilHochschule Luzern

Die Tickets für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug sind laut Wagenseil weg wie «warme Brötchen». Dies sei der beste Beweis: «Wenn die Nachfrage so gross ist, ist auch die Grösse zu legitimieren.»

Mit stetigem Wachstum werde es jedoch immer schwieriger, die Qualität zu halten. Das heisst: Tradition und Moderne an Schwingfesten in Einklang zu bringen.

ESAF 2022 in Pratteln

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Das nächste Eidgenössische Schwing- und Älplerfest soll vom 26. bis 28. August 2022 in Pratteln im Kanton Basel-Landschaft stattfinden – unter dem Motto «Gemeinsam mit Schwung und Herz.»

Am südöstlichen Rand von Pratteln soll das Festgelände mit der Arena als Herzstück und Zentrum entstehen. Insgesamt soll das Festgelände 70 Hektaren umfassen.

Vorgesehen sind derzeit in der Arena gemäss OK maximal 50'000 Plätze. Die Organisatoren rechnen mit insgesamt 300'000 Besucherinnen und Besuchern.

Das Organisationskomitee soll 200 Personen umfassen. Im Einsatz sollen zudem 4000 Helferinnen und Helfer stehen.

Zurückkehren soll 2022 am ESAF das Hornussen. Dieses hatte in Zug Pause gemacht.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Keller  (mkel)
    Ich muss mich Hans Schwarz anschliessen. Das SRF hat einen massgeblichen Anteil an der Grösse, nachdem man in den letzten Jahren einen derartigen Hype um das Schwingen zelebriert hat. Mit stundenlangen Liveübertragungen, Dokumentationen, sogar Homestorys der Schwinger... Die zahlreichen kritischen Berichte zum Fest in den letzten Tagen wirken da in der Tat eher befremdlich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Grösser sollte es tatsächlich nicht mehr werden, sonst verzettelt man sich. Das wäre schade. Beim "Kerngeschäft" bleiben, Festzelte reichen. Zur Partymeile kann man nach Mallorca und Open-Air-Konzerte gibt so schon genug. Eher wieder etwas redimensionieren. Die Schwingfest-Fans kommen auch dann noch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von hans schwarz  (ks)
    Finds etwas zynisch: Zuerst strahlt das SRF auf mehreren Kanälen jeden Sonntag live und den ganzen Tag Schwingen aus (bei allem Respekt, aber so weltbewegend ist das nun auch wieder nicht), und nachher stellt das selbe SRF die Frage, ob vielleicht alles zu gross geworden ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von marc rist  (mcrist)
      Es war ganz sicher bereits zu gross. Fürs Hornussen fand sich ja im Kanton Zug kein Platz mehr.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen