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Legende: Video SBB und BLS einigen sich im Fernverkehr abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.08.2019.
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Einigung zwischen BLS und SBB Noch muss die SBB private Konkurrenz nicht fürchten

Kompromissen wird nachgesagt, sie seien nur dann fair, wenn sie beiden Seiten weh täten. Denn nur dann hätten beide Seiten Zugeständnisse gemacht. So auch der Kompromiss zwischen SBB und BLS, der am Ende strahlende Gesichter hervorzauberte.

Grüne BLS-Züge rollen auf drei Strecken

Der Kompromiss sieht vor: Der private Betreiber BLS darf künftig drei Linien übernehmen, und zwar die Strecken von Bern nach Biel, von Bern über Burgdorf nach Olten und von Bern über Neuenburg nach La Chaux-de-Fonds. Nicht sofort, sondern schrittweise. Ab Dezember 2020 rollen auf allen drei Strecken dann nicht nur die roten Züge der SBB, sondern auch die grünen der privaten Konkurrenz.

Eigentlich wollte die BLS fünf Strecken betreiben – nun gibt sie sich mit drei zufrieden. Im Gegenzug zieht die SBB ihre Beschwerde zurück. «Ich bin zufrieden, weil wir eine mühsame Rechtsstreitigkeit beenden konnten und jetzt mit Rechtssicherheit in die neue Fahrplanperiode gehen», sagt BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli. Seine SBB-Kollegin Monika Ribar findet: «Ich bin überzeugt, dass das eine sehr gute Lösung für das System Schweiz ist. Wir sind mehrere Bahnen, wir müssen kooperieren.»

Lieber Konkurrenz aus der Schweiz als vom Ausland

Auch wenn die grünen Züge den SBB-Umsatz etwas schmälern: Letztlich tun sie der grossen SBB nicht weh. Stattdessen sendet die SBB ein Signal der Kooperation mit Schweizer Firmen. Denn sie fürchtet weniger die Konkurrenz innerhalb der Schweiz als von ausländischen Betrieben. Diese buhlen teilweise mit Dumping-Preisen um neue Passagiere.

Von günstigeren Zugtickets kann die Schweiz aber nur träumen. Die BLS-Aktivität ändert nichts am Fahrpreis und auch nichts am Takt – künftig fahren nicht mehr Züge. Trotzdem fiel an der Medienkonferenz immer wieder der Spruch: «Konkurrenz belebt das Geschäft.». SBB-Verwaltungsratspräsidentin Ribar sprach gar von einem «Wettbewerb der Ideen». Ihr LBS-Kollege Stämpfli kündigte an, die BLS-Züge seien künftig komfortabler und würden mit Snack-Automaten ausgestattet: zwei Beispiele, wie man sich gegenseitig weiterbringe.

Verkehrsmarkt in Bewegung

Die Frage der Konzessionen ist bis zum Jahr 2029 geregelt, bis dahin muss die SBB keine weitere private Konkurrenz fürchten. Doch innerhalb von zehn Jahren kann sich der Verkehrsmarkt in Europa dramatisch verändern. Dann reichen Snack-Automaten nicht aus, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Raphael Rauch

Raphael Rauch

«Rundschau»-Redaktor

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Raphael Rauch arbeitet für die «Rundschau» und die Bundeshaus-Redaktion. Er hat Katholische Theologie, Geschichte und Politikwissenschaft studiert und wurde im Graduiertenkolleg «Religiöse Kulturen» der LMU München promoviert.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Und das werden sie auch nie müssen. In unserer staatlich kontrollierten Planwirtschaft wird immer der Monopolismus zugunsten derjenigen die daran verdienen (Politiker und deren schwerreiche Kollegen) obsiegen!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Die beste Mathematik ist: SBB+ SOB+ BLS+ Sihltal/Uetliberg-Bahn+ TURBO+ Region Alpes VS+ TMR = Eine einzige Normalspur-Bahngesellschaft! - Diese Rechnung ginge für alle auf: (für die Unternehmen, den Bund. die Kantone, Gemeinden und für uns Bahnfahrer(innen)!
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  • Kommentar von Hubert Glauser  (hubiswiss)
    Ich bin dafür dass man den Markt öffnet.
    Konkurrenz belebt das Geschäft. Für mich ist am Ende des Tages wichtig dass der Preis und die Qualtät stimmt und dadurch der private Verkehr zurück geht. Falls nötig braucht es Road Pricing um das zu erreichen.
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    1. Antwort von H.S. Labhardt  (labhardt)
      So ein Quatsch, Chaos ist das Resultat in Deutschland. Billettchaos, Tarifchaos, unkoordinierte Fahrpläne ohne Anschlüsse und die Bahncard 100 ist noch für ein Flickwerk von Strecken gültig. Und die vielen schweren Unfällen zb in Bayern schon vergessen!?
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    2. Antwort von Tom Duran  (Tom Duran)
      Also ich bin auch für einen offenen Markt. Aber wir Autofahrer bezahlen schon massiv zu viel für die ÖV. So viel Steuern wie in der Schweiz zahlt kein anderes Land an den ÖV. Quersubventioniert versteht sich.
      Warum sollen wir Autofahrer die Misswirtschaft unserer Politiker weiterhin unterstützen?
      Ein Beitritt zu EU würde einiges ändern, aber dann verschwänden auch die Goldesel für unsere Reichen und Politiker.
      Wäre eigentlich gut so!
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